10.05.2020 in ?

Das Beste aus den Parlamentsreden Wenzel Jakschs (1896-1966) - Teil 5

 

Es ist auch nicht einzusehen, warum die Sudetendeutschen Freude an einer Bedrohung der Sowjetunion empfinden sollen, welche als das zwangsläufige Ergebnis der Dreieckpolitik Berlin-Tokio-Rom erscheint. Mag man zu Rußland stehen wie immer, Rußland wird einer der wichtigsten Märkte der Zukunft sein, auch für unsere čechoslovakische und sudetendeutsche Industrie. Mag man das System drüben ablehnen oder anerkennen, niemand kann bestreiten, dass das gewaltige aufstrebende russische Volk in aller Zukunft eine große politische und ökonomische Rolle zwischen Europa und Asien spielen wird.
 

08.05.2020 in ?

8.Mai - Tag der Befreiung

 

Befreiender Schrei


Wir haben verlernt das erlösende Schreien,
Das Schreien des Schmerzes, das Jauchzen der Lust;
Wir bergen den Jammer, verstecken die Wonne
Verängstigt in misstrauenumpanzerter Brust.

 

 
Wir gehen in Masken am leuchtenden Tage,
verlogenes Lächeln verhüllt unser Leid,
versteinte Gesichter verleugnen die Freude
Und Lärm ist der Einsamkeit trügendes Kleid.
 
So haben wir Mauern gebaut und geschichtet
Aus Blöcken des Schweigens und Wortgekitt –
Sah keiner, wie hinter den trennenden Wänden
An seinem Alleinsein jeglicher litt.
 
Doch Schranken der Selbstsucht und Flechtwerk der Lüge
Und Mauern des Schweigens – einst reißt sie entzwei,
Aus Tiefen allmenschlicher Sehnsüchte brechend,
Aufrüttelnder, stürmender, rettender Schrei!
 
Gedicht von Josef Hofbauer von 1945

04.05.2020 in ?

Gesund bleiben!

 

02.05.2020 in ?

Das Beste aus den Parlamentsreden Wenzel Jakschs (1896-1966) - Teil 4

 

In einem modernen Krieg gibt es weder Sieger noch Besiegte, sondern nur geschlagene und aus tausend Wunden blutende Völker. Der Krieg löst kein soziales Problem, der Krieg schafft kein Brot, der Krieg bringt auch keine nationale Gerechtigkeit.

01.05.2020 in ?

Ich möchte frei sein - Gedicht zum 1. Mai 2020

 

Ich möchte frei sein,

wie der sausende Wind,

frei sein, wie die stürmende Wolke,

wie die Vögel,

die unter dem Himmel sind

über meinem leidenden Volke.

 

Ich möchte frei sein,

wie die Sonne, die kreist,

um die Schatten mit Licht zu besiegen

und mich baden wieder

in Wahrheit und Geist

nach all den vergifteten Lügen.

 

Und möchte wieder

mit Worten sein

ohne Sorge vor feilen Gesellen,

um wie die Sterne

liebend und rein

das Tal der Zeit zu erhellen.

 

aus: Mai-Festschrift der DSAP 1938

Autor ist ein norddeutscher Dichter aus dem Deutschen Reich, der dieses Gedicht anonym als Mahnung an die noch freie DSAP gesandt hat.

25.04.2020 in ?

Das Beste aus den Parlamentsreden Wenzel Jakschs (1896-1966) - Teil 3

 

Man kann die Wähler täuschen, aber die Weltgeschichte kann man nicht beschwindeln. Man kann sich in diesem Staate nicht auf jungfräuliche Loyalität berufen und gleichzeitig vom Nachbarsohn Kinder kriegen.

18.04.2020 in ?

Das Beste aus den Parlamentsreden Wenzel Jakschs (1896-1966) - Teil 2

 

Wir legen dieses Bekenntnis ab gerade angesichts der Fahnenflucht einer Reihe von Repräsentanten der deutschbürgerlichen Politik aus dem aktivistischen Lager. Für uns ist die nationale Friedensarbeit keine Konjunktursache, für uns bedeutet sie die Erfüllung einer historischen Mission, die der deutschen Arbeiterklasse auf dem Boden dieses Staates gestellt ist.

14.04.2020 in ?

Das Beste aus den Parlamentsreden Wenzel Jakschs (1896-1966) - Teil 1

 

Von Gottwald* beschimpft zu werden, ist mir nur eine Ehre.

 

aus der Rede vom 14. April 1932 zur Erklärung des Ministers für öffentliche Arbeiten Dostálek vom 30. März 1932 zum Bergarbeiterstreik und zu seiner Beileidsbekundung für die Opfer des Blutvergießens im Brüxer Gebiet am 13. April 1932

 

* Klement Gottwald, Vorsitzender der KSČ (1929–1948)

 

 

12.04.2020 in ?

Ostern 2020

 

08.04.2020 in ?

Die Seliger-Gemeinde trauert um Jan Křen

 

Der Historiker und frühere Dissident Ph.D. Dr. sc. Jan Křen ist im Alter von 89 Jahren an den Folgen des Corona-Virus gestorben. Křen hat sich vor allem mit der tschechisch-deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert beschäftigt. Im Jahr 2000 erhielt er dafür das Bundesverdienstkreuz und 2014 wurde er von der Seliger-Gemeinde mit dem Wenzel-Jaksch-Preis ausgezeichnet.

 

03.04.2020 in ?

65 Jahre Sudetendeutscher Rat

 

Generalsekretärin Christa Naaß erinnert an die Gründung am 03. April 1955:

Eine im deutschen Vertriebenenbereich einmalige Einrichtung ist der Sudetendeutsche Rat, dessen 30 Mitglieder je zur Hälfte von der Sudetendeutschen Landsmannschaft und den Fraktionen des Deutschen Bundestags berufen werden.

12.03.2020 in ?

Einladung zur Mittwochsrunde

 

Liebe Mitglieder, liebe Freunde der Seliger-Gemeinde,
wir laden Euch herzlich ein zur nächsten Mittwochsrunde. Sie findet am 25. März 2020
um 16 Uhr im Haus des Deutschen Ostens, am Lilienberg 5 statt. Thema dieser Runde ist "Diavortrag: Bauernkriegspanorama".

 

 

27.02.2020 in ?

Es gab wohl kaum eine Zeit, in der mir bewusster und klarer war und ist, warum ich Sozialdemokratin bin

 

Liebe Genossinnen und Genossen,

es ist schön Euch alle hier zu sehen. Viele kommen wie ich seit Jahren am Aschermittwoch nach Vilshofen. Wir haben gepoltert, gefeixt und gelacht. In diesen Tagen von Hanau, in diesen Tagen von Thüringen fällt es vielen schwer zu lachen in unserem Land.

Ich sage Euch, es gab aber wohl kaum eine Zeit, in der mir bewusster und klarer war und ist, warum ich Sozialdemokratin bin.

Eine junge Genossin schrieb mir am Tag nach der Ministerpräsidentenwahl in Thüringen eine kurze Nachricht. Sie lautete: „Gestern war der Tag, vor dem wir - seit ich denken kann - Angst haben. Am Gedenktag der Befreiung in Auschwitz hat ein Überlebender gesagt: erst durften wir nicht auf den Bänken sitzen. Wir fanden es nicht schlimm; es gab genug Bänke. Dann nicht baden gehen. Nicht schlimm; dann gehen wir an einen Waldsee. Dann nur noch nach 17 Uhr einkaufen gehen; und wir waren gleichgültig – und dann kam Auschwitz…“

Die Angst der jungen Genossin vor dem, was uns droht, ist berechtigt. Aber die Angst darf uns nicht lähmen. Nein, lasst uns gemeinsam diese Angst in Kraft umwandeln. Die Populisten, Rechtsextremen, Rassisten und Nazis in unserem Land müssen die Kraft der Demokratie spüren! Und wenn wir eins aus unserer Geschichte wissen, dann das: Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten werden niemals zurückweichen!

Liebe Genossinnen und Genossen,

Dafür braucht man Überzeugungen – und die haben wir als Sozialdemokrat*innen seit über 150 Jahren. Dafür braucht man aber auch eine gehörige Portion Mut – und auch den haben wir. So wie ihn auch unsere Vorfahren hatten.

Und den Mitgliedern der CDU nicht nur in Thüringen rufe ich und rufen wir zu: Besinnt euch! Ihr könnt zwar den von euch begangenen Tabubruch nicht ungeschehen machen, aber die Konsequenzen endlich ziehen. Die Zeit für Machtspielchen mit Faschisten ist vorbei! Denn man paktiert als Demokrat nicht mit einem Mann

- der vom Verfassungsschutz wegen rechtsextremer Bestrebungen beobachtet wird

- der die Bundesrepublik als „Irrenhaus“ bezeichnet

- und der die „Zivilgesellschaft trockenlegen möchte“.

Als Demokrat macht man genau das Gegenteil: Man bekämpft die Faschisten in unserem Land, denn für uns Sozialdemokraten heißt es: „Nie wieder!“.

(aus der Rede der SPD-Landesvorsitzenden Natascha Kohnen auf dem Politischen Aschermittwoch der BayernSPD am 26.02.2020 in Vilshofen an der Donau)

16.02.2020 in ?

Zum 150 Geburtstag von Josef Seliger

 

Markus Rinderspacher, Vizepräsident des Bayerischen Landtags, zum 150. Geburtstag von Josef Seliger:

Heute vor 150 Jahren wurde Josef Seliger geboren.

Er war der erste Vorsitzenden der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik (DSAP).

Sein Tod im Alter von nur 50 Jahren wenige Tage nach dem zweiten Parteitag 1920 in Karlsbad bedeutete für die Sozialdemokratie einen schweren Verlust.

Die Gesinnungsgemeinschaft sudetendeutscher Sozialdemokraten trägt noch heute seinen Namen. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Verhältnis der Deutschen und besonders der Sudetendeutschen zu den tschechischen Nachbarn zu verbessern.

14.02.2020 in ?

Zum 150 Geburtstag von Dr. Ludwig Czech

 

Markus Rinderspacher, Vizepräsident des Bayerischen Landtags, zum 150. Geburtstag von Dr. Ludwig Czech:

Heute vor 150 Jahren wurde Ludwig Czech geboren.

Er war ab 1920 Vorsitzender der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik (DSAP) und bekleidete von 1929 bis 1938 in der ersten tschechoslowakischen Republik mehrere Ministerposten.

Er war maßgeblich verantwortlich für die konstruktive, integrative Mitarbeit der deutschen Minderheit in der jungen tschechoslowakischen Republik.

Nach dem Münchner Abkommen 1938 wurde er als Jude, Sozialdemokrat und Gegner der Nationalsozialisten Opfer der Nazi-Verfolgung.

Nach seiner Verschleppung 1942 starb er im selben Jahr im Ghetto Theresienstadt.

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