Volkmar Gabert

VOLKMAR GABERT (1923 - 2003)

Volkmar Gabert wurde am 11. März 1923 in Dreihunken (Drahunky) bei Teplitz-Schönau (Teplice-Sanov) als Sohn des sozialdemokratischen Bürgermeisters von Dreihunken und führenden Mitglieds der Deutschen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei(DSAP) in der Tschechoslowakei geboren. Bereits als Kind war er Mitglied des Arbeiter-Turn- und Sportvereins (ATUS) und der „Roten Falken''. Er wurde schon als Schüler dermaßen von der sozialdemokratischen Familientradition geprägt. dass er sich an Hilfsaktionen für die nach 1933 in Deutschland bereits verfolgten Sozialdemokraten beteiligte.

Nach der Realschule musste er im Herbst 1938 mit seinen Eltern vor den Nationalsozialisten fliehen. Das ohne Beteiligung des betroffenen Staates von den vier Großmächten beschlossene sogenannte Münchner Abkommen hatte Hitler den Weg ins Nachbarland geebnet. Die Parole „Heim-ins-Reich“ sollte für jene Deutschen, die den Anschluss des Sudetengebiets an Deutschland nicht wollten, zur bitteren, mitunter lebensbedrohenden Realität werden. Die Familie Gaben flüchtete ins zunächst noch sichere Prag. Von dort wurden als besonders Gefährdete erst der Vater und der ältere Bruder über Polen nach Großbritannien in Sicherheit gebracht. Die übrige Familie flüchtete am 15. März 1939 gerade noch rechtzeitig vor der Besetzung Prags und gelangte schließlich nach England.

Volkmar Gabert hatte sich schon vor seiner Flucht der sozialistischen Arbeiterjugend angeschlossen und gehörte dem Exilvorstand der sudetendeutschen Sozialdemokraten an. 1945 kam er als Übersetzer der US-Armee nach Bayern und nahm Kontakt mit deutschen Sozialdemokraten auf, wo er sich besonders durch sein Engagement für Flüchtlingsangelegenheiten bei der bayerischen SPD auszeichnete. Denn für die überwiegende Mehrheit der sudetendeutschen Emigranten war 1945 ein Zurück in die alte Heimat nicht möglich. Eine neue Verwurzelung gelang Gabert in Bayern. München wurde seine zweite Heimatstadt.

Hier begann er seine berufliche und politische Tätigkeit als hauptamtlicher Parteisekretär der SPD für Fragen der Vertriebenen und für Jugendfragen. Als jüngster Kandidat wollte er 1949 in den ersten Deutschen Bundestag einziehen, verfehlte dieses Ziel aber.

Von 1950 - 1957 war er Landesvorsitzender der bayerischen Jungsozialisten und 1950 - 1978 Mitglied des Bayerischen Landtags. 1962 - 1976 fungierte er als Fraktionsvorsitzender der SPD-Landtagsfraktion und Oppositionsführer.

Der BayernSPD stand Gabert von 1963 - 1972 vor, und unter seiner Leitung als Spitzenkandidat für die Landtagswahlen 1966 erreichte die SPD in Bayern mit 35,8 % ihr bestes Ergebnis. Volkmar Gabert, der von 1964 bis 1979 auch dem Bundesvorstand der SPD angehörte, kandidierte 1976 nicht mehr als Fraktionsvorsitzender und übernahm stattdessen von 1976 - 1978 das Amt eines Vizepräsidenten des Bayerischen Landtags.

 

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