Umdenken in Tschechien

Wenzel-Jaksch-Gedächtnispreis 2016 für den Brünner Oberbürgermeister Petr Vokřál


Während der Bundesversammlung unserer Gemeinschaft im Oktober 2016 beschloss die Jury einstimmig, den diesjährigen Gedächtnispreis an den Brünner Oberbürgermeister Petr Vokřál zu verleihen. Er war maßgeblich an der Entscheidung des Stadtrates beteiligt, im vergangenen Jahr die 70. Wiederkehr des unseligen und grausamen Zwangsmarsches der Brünner deutschen Bevölkerung an die österreichische Grenze im Mai des Jahres 1945 öffentlich zu begehen.


Am 20. Mai 2015 hatte der Stadtrat von Brünn (Brno) um Entschuldigung gebeten für die gewaltsame Vertreibung und den "Racheakt" bei Kriegsende, der "eine Vergeltung für die Naziverbrechen sein sollte" und der "vor allem gegen Frauen, Kinder und alte Menschen gerichtet war." Während der Gedenkfeier am 30. Mai 2015 verwendete Oberbürgermeister Vokřál zum ersten Mal in einer öffentlichen Deklaration die tschechische Bezeichnung vyhnani für das deutsche Wort Vertreibung. Der Oberbürgermeister und seine Partner im Stadtrat sind seither für ihre Haltung heftig und gehässig kritisiert worden. Die Jury war der Meinung, dass der politische Mut und das Bekenntnis Petr Vokřáls zur Wahrheit beispielhaft sind und hohe Anerkennung verdienen. Der Brünner Primator repräsentiert die auch von der Seliger-Gemeinde mitgetragene Überzeugung, dass nur ein aufrichtiges Bekenntnis zur Aufarbeitung der während einer schlimmen Zeit auf beiden Seiten begangenen Untaten zu einer neuen nachbarlichen Zukunft von Deutschen und Tschechen führen wird. Die Preisverleihung erfolgte im Rahmen des traditionellen Vertriebenen- Empfangs der BayernSPD-Landtagsfraktion am 18. Juni im Maximilianeum in München.

 

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