Emil Strauß

Emil Strauß, geboren am 17.4.1889, entstammt einer deutschsprachigen jüdischen Familie in Prag. Er studierte Geschichte und engagierte sich schon vor dem Ersten Weltkrieg für die Arbeiterbewegung und die deutsche Sozialdemokratie in der Hauptstadt Böhmens. Nach dem Krieg stieg er sogar zum Vorsitzenden der Prager DSAP auf. Er zählte bis 1921 zu den engen Mitarbeitern Josef Seligers und heiratete dessen Tochter. Mit seinem zweiteiligen Werk zur Entstehung der Sozialdemokratie in Böhmen hat er sich als Historiker besondere Verdienste erworben. Er blieb aber dem politischen Journalismus treu. Ab 1921 wirkte er in Prag als Redakteur und 1935–38 als Chefredakteur des Zentralorgans der DSAP, dem „Sozialdemokrat“. Zudem leitete er den „Nordböhmischen Volksboten“ und entwickelte sich mit Themen aus der Nationalökonomie, der Geschichte der Arbeiterbewegung und der tschechoslowakischen Zeitgeschichte zu einem der wichtigsten sozialdemokratischen Publizisten in der Tschechoslowakei. Strauß arbeitete in der Zentralstelle für Bildungswesen der Partei und war von 1932 bis 1938 Mitglied des Parteivorstands. Ab 1928 gehörte er der Landesvertretung von Böhmen, ab 1929 dem Direktorium der (staatl.) böhmischen Landesbank und ab 1932 dem Landesschulrat sowie dem Wirtschaftsbeirat der Tschechoslowakei an.

Aus den Erinnerungen Ernst Pauls wissen wir, dass es bei der bei der Besetzung Prags durch die Wehrmacht auch ein Visum für Strauß gegeben hatte. Er blieb aber, um sich um seinen kranken Vater zu kümmern. Emil Strauß wurde Anfang April 1939 in Prag von der Gestapo verhaftet, im Juni 1940 in das KZ Dachau, von dort im Juli 1941 nach Buchenwald verbracht und im Oktober 1942 nach Auschwitz deportiert. Hier wurde er am 12. 12. 1942 ermordet.

Die Nazis haben seine Bücher verbrannt, doch mit Hilfe der Seliger-Gemeinde konnte die Biografie zu Josef Seliger, die er zusammen mit Josef Hofbauer geschrieben hat, erstmalig auch auf Tschechisch erscheinen.

 

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