Sozialwerk der Seliger-Gemeinde (1969–2015)

Sozialwerk der Seliger-Gemeinde (1969 – 2015)

Das Sozialwerk der Seliger-Gemeinde blickt auf eine lange Geschichte zurück. Mit seiner Gründung 1969 hat es sich das Sozialwerk zur Aufgabe gemacht, die Erlebnisgeneration in den Mittel-Osteuropäischen Ländern zu unterstützen. Das Sozialwerk erstrebte in jeder geeigneten Weise die soziale Betreuung hilfsbedürftiger Personen die in der Bundesrepublik Aufnahme gefunden haben oder die noch in den Vertreibungsgebieten lebten. Vor allem kümmerte sich das Sozialwerk um die Betreuung alter Menschen. Viel Herzblut und Mühe ist von den Ehrenamtlichen in die Organisation eingeflossen. Doch die Arbeit hat sich gelohnt. Nach 64 Jahren wurde das Sozialwerk 2015 aufgelöst.

Adolf Hasenöhrl hat das Sozialwerk zusammen mit Herbert Altenberger, Marie Günzl, Alfred Kralik, Dr. Heinz Kreutzmann, Karl Riegel, Arthur Schober und Franz Worm am 28. April 1969 zur Unterstützung der Erlebnisgeneration in den Mittel-Osteuropäischen Ländern gegründet. Diese wertvolle und soziale Tätigkeit vollzog sich in aller Stille. Sie konzentrierte sich auf die Unterstützung von zurückgebliebenen Deutschen in Tschechien, Rumänien, in der ehemaligen DDR und in Polen.

Vor der Wende wurden etwa 300 bedürftige Deutsche in der ehemaligen DDR, in Tschechien, der Slowakei, in Polen und in Rumänien unterstützt. Damals bekam der bedürftige Personenkreis zweimal jährlich ein Paket im Wert von je 50 DM zugesandt. Nach der Wende wurden bedürftige in Polen, der Slowakei und der DDR nicht mehr unterstützt. Es wurden auch keine Pakete mehr verschickt, die Hilfsbedürftigen in Tschechien und Rumänien bekamen Bargeld.

In der kleinen Ortschaft Jamu Mare in Rumänien betreute das Sozialwerk 25 meist alleinstehende ältere Bürger mit je 100 DM bzw. 50 Euro jährlich. Elfriede Hillreiner übernahm die Organisation. Das Geld wurde immer persönlich übergeben.

Vom Bundesverwaltungsamt (BVA), einer Bundesbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministerium des Innern, bekam das Sozialwerk eine festen Betrag überwiesen. Alles was darüber hinaus gebraucht wurde, ist aus Spenden von Mitgliedern und vom Verkauf der Handarbeiten (z.B. bei den Bundesversammlungen) der Handarbeitsgruppe der Dachauer Seliger-Gemeinde unter Leitung von Elfriede Stanke bezahlt worden.

Damit das Hilfsgeld zur Auszahlung kam, musste das Sozialwerk die Bedürftigkeit der Menschen feststellen. 1990 wurden 300 Bedürftige in Tschechien betreut, 2013 waren es noch 155 und 2014 sind noch 140 Menschen betreut worden. 2015 konnte das Sozialwerk noch einmal 31 Personen in Tschechien und 17 Personen in Deutschland unterstützen.

Es war ein langer Weg von der Beantragung bis zur Übergabe des Geldes, und es steckte sehr viel Verantwortung und Arbeit dahinter. Für sämtliche ehrenamtlich daran beteiligten Mitarbeiter des Sozialwerks war es ein erheblicher logistischer Aufwand. Adressen von allen

Personen mussten erfasst werden und 1989 gab es noch keine Computer. Elsa Hösch hat diese Arbeit damals in vielen Stunden mit der guten alten Schreibenmaschine erledigt. Christine Roth übernahm die schriftliche Organisation ab dem Computerzeitalter.

Das Bundesverwaltungsamt überwies das Hilfsgeld auf das Konto des Sozialwerks bei der Sparkasse Dachau. Von 1990 bis 2015 wurde das Geld bar nach Tschechien gebracht. Ein Teil davon wurde in Sokolov/Falkenau an die betroffenen Personen direkt übergeben. Der restliche Geldbetrag wurde in Karlsbad von einer Vertrauensperson, die den Gegenwert von ja 50 Euro pro Person in tschechische Kronen umtauschte, per Post angewiesen. Postabschnitte und Rentenbescheinigungen dienten als Belege für das Bundesverwaltungsamt.

Um eine missbräuchliche Verwendung der Einzelfallhilfen zu erschweren, erließ das Bundesverwaltungsamt im Jahr 2014 neue Förderkriterien. Ab dem Haushaltsjahr 2015 musste das Sozialwerk der Seliger-Gemeinde sicherstellen, dass ein entsprechendes Geschäftskonto in der Tschechischen Republik eingerichtet wird, auf das die Zuwendungsmittel vom Bund transferiert werden konnten. Außerdem sollte das Sozialwerk die Hilfsbedürftigkeit der Personen nach bestimmten Kriterien einschätzen. Diese neuen Vorschriften zu erfüllen, hätte einen zu großen personellen und organisatorischen Aufwand erfordert. Deswegen ist 2015 kein Antrag mehr auf Hilfsgelder an das Bundesverwaltungsamt gestellt worden.

Die Geschäftsführerin Christine Haschek fragte an, ob die Ackermann-Gemeinde mit ihrem Sozialwerk den hilfsbedürftigen Personenkreis des Sozialwerks der Seliger-Gemeinde betreuen könnte. Die Anfrage wurde positiv beschieden und somit eine gute und praktikable Lösung gefunden.

Nach der Entlastung des Vorstandes und der Abwicklung aller Geschäfte legte Christine Haschek am 31. Oktober 2015 nach 26 Jahren ihr Ehrenamt als Geschäftsführerin des Sozialwerks nieder. Das Sozialwerk der Seliger-Gemeinde ist bei der Mitgliederversammlung 2015 im Rahmen der Bundesversammlung in Bad Alexandersbad endgültig aufgelöst worden.

Mit Leidenschaft für das Sozialwerk tätig

Nach dem Tod des ersten Vorsitzenden Adolf Hasenöhrl ging die Funktion 1989 in die Hände von Felicitas Schober aus Stuttgart über. Christine Haschek aus Dachau übernahm 1989 den Posten als Geschäftsführerin. Sie übte das Amt bis zum Oktober 2015 aus. Für ihre langjährige Arbeit bekam Christine Haschek im Oktober 2014 von den Bundesvorsitzenden der Seliger-Gemeinde Dr. Helmut Eikam und Albrecht Schläger die Richard-Reitzner-Medaille überreicht.

Felicitas Schober und Christine Haschek wurden durch den stellvertretenden Vorsitzenden Günter Beiter unterstützt. Nach dem Tod von Felicitas Schober übernahm er den Vorsitz. 2013 übergab Beiter sein Amt an Wallburga Steffan.

Weitere Vorstandsmitglieder waren bis zur Auflösung: Rosemarie Gunkel, Anni Heidinger, Renate Heidler, Birgit Kern, Zita Schmid und das Fördermitglied Dr. Ernst Raim aus Landsberg.

 

 

 

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