01.07.2021 in ?
Das legendäre Boot "Sisy", das Wolfgang Aichner und Thomas Huber bereits vor Jahren über die Alpen zur Biennale in Venedig geschleppt wurde, strandet nun auf dem wellenförmigen Mauerwerk der Wooxx-Fabrik (historische Produktionsstätte der Leinen- und Tischzeug-Fabrikanten Regenhart & Raymann aus dem 19. Jahrhundert).
Auf dem Weg ins Altvater-Gebirge/Jeseníky
Christoph Krumpholz von der SG-Ortsgruppe Waldkraiburg ist in Jeseník/Freiwaldau angekommen. Er besucht dort das Festival „Im Zentrum/ V centru“, das unter dem Motto „ReStart: Träume und Räume, Orte und Wege“ steht.
Krumpholz hat auch ein kleines Geschenk der Stadt Waldkraiburg dabei: Ein Bildband für den Bürgermeister der Stadt Jeseník/Freiwaldau. „Der langjährige Bürgermeister Dr. Josef Kriegisch (1966-89) hat nämlich in Freiwaldau das Gymnasium besucht und so eine bleibende Verbindung zwischen unseren Städten geschaffen. Freiwaldau ist ein Teil seiner Lebensgeschichte und uns deshalb bestens bekannt“, so der 2. Bürgermeister Richard Fischer in seiner Grußbotschaft.
29.06.2021 in ?
1933-1939 – Die Sudetenkrise und das Ende der Demokratie
aus: Milena Jesenská - Prager Hinterhöfe im Frühling: Feuilletons und Reportagen 1919-1939
Milena Jesenská (1896-1944) stammte aus einer bürgerlichen Prager Familie und zog 1918 nach Wien. Dort begann sie, für die tschechische Zeitung »Tribuna« erste Reportagen über das Leben in Wien zu schreiben und übersetzte sie ins Tschechische. Der erste Teil des Buches „Prager Hinterhöfe im Frühling: Feuilletons und Reportagen 1919-1939“ befasst sich mit dieser Zeit und beschreibt die Lebensumstände in Wien 1919-1924. Ihre Berichte aus dem Wiener Alltag widmen sich vor allem sozialen Ungerechtigkeiten und den armen Bevölkerungsschichten. 1925 kehrte Jesenská als erfolgreiche Journalistin nach Prag zurück. So beschreibt der zweite Teil des Buches das Leben in Prag in den Jahren 1925-1930. Die Prager Zeit als Mode- und Familienfeuilletonistin zeigt einen intensiven Kampf um eine neue Frauenrolle.
Den politischen Höhepunkt bilden die Reportagen aus den Sudetengebieten 1937 bis 1939, die im dritten Teil des Buches abgedruckt sind. Jesenskás unvoreingenommener Blick sieht vor allem diejenigen Deutschen, die als Nichtmitläufer zwischen nationalsozialistischer und tschechischer Front verloren sind.
29.06.2021 in ?
"Die Sozialdemokratie in Tschechien und Mitteleuropa - Herausforderungen für das 21. Jahrhundert"
Anlässlich des Sudetendeutschen Tages 2021 bietet die Seliger-Gemeinde eine Vortragsveranstaltung zum Thema "Die Sozialdemokratie in Tschechien und Mitteleuropa - Herausforderungen für das 21. Jahrhundert" am Sonntag, den 18.07.2021 ab 10:15 im Adalbert-Stifter-Saal des Sudetendeutschen Hauses, Hochstr. 8, München, an.
Als Referent konnte der ehemalige Vizepräsident des Europa-Parlaments Libor Rouček, MdEP a.D. gewonnen werden.
04.06.2021 in Allgemein von Seliger-Gemeinde Ortsgruppe Waldkraiburg
Ein historisches Datum!
Vor 70 Jahren fanden sich sieben Personen zu einem Treffen in München am Stachus ein.
Es ging um nicht weniger als um die Gründung der Nachfolgeorganisation der DSAP.
17.05.2021 in ?
Heimatlose Menschen – eine flüchtende Familie aus dem Sudetenland
Das Museum der Stadt Ústí nad Labem/Aussig präsentiert im Rahmen der historischen Ausstellung "Unsere Deutschen" auch die Terrakottaskulptur "Heimatlose Menschen" des Künstlers Břetislav Benda aus dem Jahre 1938. Sie wurde als unmittelbare künstlerische Widerspiegelung der Vertreibung von Tschechen, Juden und deutschen Gegnern des Nationalsozialismus durch Deutsche im Jahr 1938 geschaffen. Der Erlös aus dem Verkauf dieser Keramikskulpturen wurde zur Unterstützung von Flüchtlingen verwendet, die dadurch ihre Heimat verloren haben.
Břetislav Benda (geb. 28.3.1897 in Líšnice bei Milevsko – gest.19.8.1983 in Praha) war einer der bedeutendsten tschechischen Bildhauer des 20. Jahrhunderts. Er unterstützte während des Zweiten Weltkriegs den tschechischen Widerstand.
01.05.2021 in ?
Der erste Mai, ein Zukunftsfest
Berauschend schön, voll erhabener Größe ist der Maigedanke. Ein Tag der Menschheit! Ein Tag, an dem wir geistig alle Schranken niederreißen, die Volk von Volk scheiden. Tag der Verbrüderung, Tag der Gemeinschaft! Tag, an dem wir feiern, was einst sein wird.
Was sein wird! Der sozialistische erste Mai ist das einzige Zukunftsfest. Alle anderen Festtage feiern die Vergangenheit, die kirchlichen sowohl wie die weltlichen. Gedenktage sind sie, nicht mehr. Der erste Mai aber ist Festtag der werdenden Menschheit, gefeiert von denen, die sie schaffen wollen und werden, gefeiert von denen, die alle Zukunftshoffnungen an die Erfüllung des Maigedankens knüpfen. …
Die Überklugen, die Eigennützigen, die Kleingläubigen, die Feigen – sie können wohl die Entwicklung hemmen, nicht sie hindern. Was geschichtliche Notwendigkeit ist, das wird doch geschehen. Umso früher, umso rascher, je treuer wir zu unseren Ideen stehen und für sie werben und wirken, für den Gedanken des ersten Mais, für jene Utopie, die Wirklichkeit von morgen ist.
Josef Hofbauer zum 1. Mai 1924 – Maifestschrift der DSAP 1924
26.04.2021 in ?
Die deutschen Arbeiter-Radfahrer in der 1. Tschechoslowakischen Republik
Wie fast alle Organisationen der sudetendeutschen Sozialdemokratie entstand auch die Arbeiter-Radfahrer-Verbund in der österreichisch-ungarischen Monarchie.
Im seit 1908 erscheinenden „Reichsorgan der Arbeiter-Radfahrer Österreichs“, Nr. 99 vom Februar 1924, ist anlässlich des 25. Jahrestages der Verbandsgründung am 4. Dezember 1898 zu lesen, dass „Dr. Czech aus Brünn“ 1899 als Revisor des Verbandsvorstandes gewählt wurde. Am 1. Mai 1899 war der mährisch-schlesische Radfahrerbund mit seinen Ortsgruppen und der Verein aus Brünn dem neuen Bundesverband beigetreten, der dadurch 1409 Mitglieder erreichte.
Einen ausführlichen Bericht hierzu können Sie gerna auch abrufen!
21.04.2021 in ?
Das erste rote Banner der Arbeiterschaft Südböhmens
„Ist es doch das erste rote Banner der Arbeiterschaft Südböhmens“ schreibt der Böhmerwald Volksbote* am 25. Mai 1912 über die anstehende Bannerenthüllung des Arbeiter-Radfahrer-Vereins Krumau.
21.04.2021 in ?
„All Frei!“ - Arbeiter-Radfahr-Verein Krumau
Gründung am 15. Oktober 1910 – Berichte aus dem Böhmerwald Volksboten, Krumau*
„Achtung Arbeiter-Radfahrer von Krumau und Umgebung“. Am 14. Oktober 1910 berichtet der Böhmerwald Volksbote über die bevorstehende Gründung eines Arbeiter-Radfahr-Vereins: Der Arbeiter-Radfahrverein für Krumau und Umgebung wolle am nächsten Tag, Samstag, den 15. Oktober 1910, abends um 8 Uhr, im Arbeiterheim in Krumau seine konstituierende Versammlung abhalten. „Radfahrer, erscheint vollzählig und meldet euren Beitritt an!“ fordert der Böhmerwald Volksbote und berichtet, dass die Einschreibegebühr 60 Heller betrage. Außerdem gibt er einen guten Rat: „Es empfiehlt sich, schon jetzt dem Vereine beizutreten, damit ihr bei Beginn der nächsten Fahrsaison im künftigen Frühjahre die Karenzfrist erreicht habt. Auch auswärts Wohnende können dem Vereine beitreten“. Der Arbeiter-Radfahrer-Gruß „All Frei!“ sollte nun auch durch den Böhmerwald hallen.
28.03.2021 in Adventskalender
Heimatvertriebenen-Denkmal auf dem Friedhof der Vertriebenengemeinde Neutraubling. Steinkreuz und Steintafel
Neutraubling wurde 1951 als vierte Vertriebenengemeinde Deutschlands gegründet
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gründeten Flüchtlinge bzw. Vertriebene aus dem Osten in Bayern die Gemeinden Waldkraiburg (Lkr. Mühldorf a.Inn), Traunreut (Lkr. Traunstein), Geretsried (Lkr. Bad-Tölz-Wolfratshausen) und Neutraubling (Lkr. Regensburg). Mit ihrem Fleiß und ihrem Fachwissen ermöglichten sie den rasanten Aufstieg der neuen Gemeinde zu einem wichtigen Industriestandort. Neutraubling ist heute die größte Stadt im Landkreis Regensburg.
19.03.2021 in ?
Die Seliger-Gemeinde als intellektuelle Heimat
Johann Adam Stupp wurde am 15. Mai 1927 geboren. Als Sohn eines erfolgreichen Kaufmanns verbrachte er seine Schulzeit am Akademischen Gymnasium in Wien. Die Wirren des Krieges führten ihn schließlich nach Schweden. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland war er wissenschaftlicher Assistent an der Universität und hatte zugleich auch eine Stelle im Archiv des Bundesrates inne. Im Zuge dieser Tätigkeit lernte Stupp die führenden Köpfe der Sudetendeutschen Sozialdemokratie kennen, allen voran Roman Wirkner, der sein Vorgesetzter und zu dieser Zeit der Vorsitzende des Landesverbands der Seliger-Gemeinde in Nordrhein-Westfalen war. 1957 siedelte die Familie Stupp nach Erlangen über und er wurde Leiter des Studium Generale an der Universität Erlangen. Bis 1993 hat er in dieser Funktion gewirkt. Daneben hat Stupp verschiedene ehrenamtliche Aufgaben im Bereich der Gewerkschaftsbewegung ausgeführt und viele Aufsätze rund um die sudetendeutsche Sozialdemokratie publiziert. Johann Adam Stupp wurde 2004 in München mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
Am 3.3.2021 verstarb unser Freund Johann Adam Stupp in Erlangen.
06.03.2021 in ?
Schon im Dezember 2019 trafen sich Stiftungsvorstand Rainer Pasta und die Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz, Rita Hagl-Kehl, MdB, um über den Stand der Stiftungsrechtsreform zu sprechen.
Stiftungsrechtsreform ist auf einem guten Weg
Der Stiftungsvorstand der Ernst und Gisela Paul-Stiftung hofft seit langem auf eine baldige Neuregelung des Stiftungsrechts. Deshalb wurden immer wieder Gespräche mit der Parlamentarischen Staatssekretärin bei der Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz, Rita Hagl-Kehl, MdB, - zuletzt in der vergangenen Woche - geführt. Diese konnte nun berichten, dass „das Stiftungsrecht auf einem guten Weg ist und wohl im Juni 2021 verabschiedet wird“.
„Der für uns wesentliche Punkt ist, dass künftig sog. "Ewigkeitsstiftungen" in "Verbrauchsstiftungen" umgestaltet werden dürfen und sollen. Damit könnte in der Null- bzw. Minuszinsphase der Wille der Stifter noch umgesetzt werden. Wir hätten damit die Möglichkeit, bedeutende Projekte zu fördern. Es ist für uns besonders wichtig, da die Zinserträge gegen Null gehen und wir faktisch handlungsunfähig sind“, so Stiftungsvorstand Hans Tomani. Mit der Einführung des Stiftungsregisters würde auch die strafrechtlich relevante Informationspflicht beim Transparenzregister wegfallen. Ebenso dürfte auch die Rechnungslegung damit vereinfacht werden, erklärte Tomani nach Prüfung des Referentenentwurfs weiter.
04.03.2021 in ?
Josef Seliger – Biographie in tschechischer Übersetzung erschienen
Die Biografie zu Josef Seliger von Josef Hofbauer und Emil Strauss ist nun mit Unterstützung der Ernst- und Gisela-Paul-Stiftung sowie des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds in Zusammenarbeit mit der Demokratischen Masaryk-Akademie Prag erstmalig auf Tschechisch erschienen.
Es ist dies die erste Biografie zu Seliger in tschechischer Sprache. Das Vorwort stammt von Vladimír Špidla. Ulrich Miksch hat auch eine Einführung geschrieben. Von Thomas Oellermann stammen biographischen Notizen zu den Autoren.
Die Übersetzung kommt von Zuzana Schwarzová, die in der Vergangenheit bereits die Sozialreportagen von Wenzel Jaksch sowie das Masaryk-Buch von Hofbauer ins Tschechische übersetzt hat.
28.01.2021 in ?
Sitzung des gemeinsamen sozialdemokratischen Parteitags in der Tschechoslowakei vom 28. und 29. Januar 1928
Vor 93 Jahren: Der erste gemeinsame Parteitag aller sozialdemokratischen Parteien der Tschechoslowakei!
„Wir treffen uns zum ersten Mal in der Tschechoslowakischen Republik und hoffen alle, dass wir uns in Zukunft nicht verabschieden werden“, so begrüßte Senator František Soukup tschechoslowakische, deutsche, polnische, russische und ungarische sozialdemokratische Delegierte im Sitzungssaal des Nationalhauses in Prag-Smíchov.
20.12.2020 in ?
"Gibt’s heuer keine richtigen Weihnachten!?"
Der Besuch bei den Verwandten, das Krippenspiel in der Kirche, das Gedränge auf dem Weihnachtsmarkt – vieles wird in diesem Jahr nur unter strengen Auflagen oder gar nicht möglich sein.
Auch vor 100 Jahren ließen Hunger, Kälte, Mangelwirtschaft und die Spanische Grippe kaum Weihnachtsstimmung aufkommen. 2020 sind wir zwar satt und haben es warm, aber CORONA vermiest uns Weihnachten. Die Bilder sind ähnlich. Menschen mit Masken, geschlossene Vergnügungseinrichtungen, weitreichende Hygienemaßnahmen. …
"Heuer gibt’s keine richtigen Weihnachten!" - An diesem Satz kommt keiner vorbei, der sich im Dezember 2020 umhört; sei es in der Straßenbahn, in der Arbeit oder in der Familie. Wer kann den Menschen diese Resignation verdenken, Leben wir doch nun schon fast ein Jahr mit der weltweiten Pandemie. Zwar gingen die Infektionen im Sommer deutlich zurück, aber die entsetzliche Not, die die Pandemie verursacht hat, ist gerade jetzt wieder deutlich zu spüren.

75 Jahre Seliger-Gemeinde e.V.
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