70 Jahre Neutraubling

Veröffentlicht am 28.03.2021 in Regionalgruppe Niederbayern-Oberpfalz

Foto: Elisabeth Fendl-IVDE-Aufnahme

Heimatvertriebenen-Denkmal auf dem Friedhof der Vertriebenengemeinde Neutraubling. Steinkreuz und Steintafel

 

Neutraubling wurde 1951 als vierte Vertriebenengemeinde Deutschlands gegründet

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gründeten Flüchtlinge bzw. Vertriebene aus dem Osten in Bayern die Gemeinden Waldkraiburg (Lkr. Mühldorf a.Inn), Traunreut (Lkr. Traunstein), Geretsried (Lkr. Bad-Tölz-Wolfratshausen) und Neutraubling (Lkr. Regensburg). Mit ihrem Fleiß und ihrem Fachwissen ermöglichten sie den rasanten Aufstieg der neuen Gemeinde zu einem wichtigen Industriestandort. Neutraubling ist heute die größte Stadt im Landkreis Regensburg.

Als Ende 1947 die amerikanischen Soldaten den Ort verließen, wurde ein Flüchtlingsbeauftragter, der spätere Bürgermeister Hans Herget (1951-1965, SPD), eingesetzt. Von da an begann eine Aufbauarbeit, die ihres Gleichen sucht. Mit ungeheurem Fleiß, Zähigkeit und Aufbauwillen wurde ein „blühendes Gemeinwesen" buchstäblich aus dem Boden, besser gesagt aus den Trümmern gezaubert. Erich Seidl leitete lange Jahre die Seliger-Gemeinde Neutraubling. Am 19. November 2018 fand im Landshuter Hof in Straubing die Neugründung der Regionalgruppe Niederbayern-Oberpfalz der SG statt. Damit bekamen die Mitglieder der ehemaligen Ortsgruppen Passau, Straubing, Neutraubling und Regensburg sowie viele Einzelmitglieder wieder eine funktionierende Struktur ihrer Organisation.

Neutraubling entstand auf dem Gelände eines ehemaligen Fliegerhorsts mit Flugzeugproduktion, die anderen auf dem Gebiet ehemaliger Munitionsfabriken, die gut getarnt innerhalb ausgedehnter Waldgebiete angelegt worden waren. Die Wehrmachtsanlagen mit ihren Bunkern und Baracken waren durch massive amerikanische Demontagen und in Waldkraiburg sowie in Neutraubling auch durch Luftangriffe erheblich zerstört worden und nur schwer für zivile Zwecke verwendbar. Waldkraiburg und Traunreut wurden 1960, Geretsried 1970 und Neutraubling 1986 zur Stadt erhoben, nachdem sie die Schwelle von 10.000 Einwohnern erreicht hatten.

Die Neugründungen waren zunächst durch einen hohen Anteil an Sudetendeutschen gekennzeichnet, später siedelten sich auch Menschen aus dem ländlichen Umfeld, Gastarbeiter und Spätaussiedler an. Wirtschaftlich waren die Vertriebenengemeinden und -siedlungen von der traditionellen Flüchtlingsindustrie geprägt; in den 1960er Jahren mussten aber mehrere Betriebe wegen der ausländischen Billigkonkurrenz schließen, so auch der traditionsreiche Betrieb "Müllers Karlsbader Backpulver" in Neutraubling. Es kamen aber auch neue Industriezweige hinzu - in Neutraubling gründete z.B. der gebürtige Oberpfälzer Maschinenbauer Hermann Kronseder (1924-2010) die Firma Krones. Die Industriebetriebe der Vertriebenengemeinden schlossen sich häufig zu Interessenvereinigungen zusammen und verfügten über erheblichen politischen Einfluss vor Ort.

Die neuen Gemeinden verstanden sich in Abgrenzung von der bäuerlichen Umgebung eher als "Industriegemeinden" denn als "Vertriebenengemeinden". Nach wie vor bieten die vier bayerischen Vertriebenenstädte innerhalb ihrer Landkreise überdurchschnittlich viele Arbeitsplätze und erzielen hohe Gewerbesteuereinnahmen.

 

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