06.03.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
Oskar Künzl (1913-2005)
„Oskar Kunzl, geboren am 18. März 1913 in Rothau/Rotava, war von Jugend an Sozialist, Demokrat und Humanist. Die Tatsache, dass der Betrieb, den er von seiner Mutter übernommen hatte, ausgezeichnet lief, dass er ein eigenes Auto besaß, brachte ihn nicht von den Idealen ab, denen er sich verschrieben hatte. Er beteiligte sich an aktiv an den Kämpfen in den Sudeten. Die Republikanische Wehr (RW) brauchte ihn, genauso wie sein Auto. Und er half, auch nachts, unermüdlich. Er reiste mit den Genossen von der RW, diente in diesem alltäglichen und allnächtlichen Guerillakrieg dem Staat und der Demokratie. Siebzig Prozent der Rothauer verhielten sich ähnlich, nein der Idealismus war in den Sudeten wirklich nicht ausgestorben“, schrieb der „Sozialdemokrat“ am 30.10. 1942 über Oskar Künzl.
05.03.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
Zwischen Erinnerung und Zukunft: Sebastian Roloff wirbt für deutsch-tschechische Verständigung
„Grenzen können trennen – oder verbinden.“ - Neue Runde der seliger-online-Reihe mit sehr gutem Start
Mit der Vertreibung aus der Tschechoslowakei nach 1945 kam die große Mehrheit der Sudetendeutschen nach Bayern. Hier fanden sie eine neue Heimat, politisch und gesellschaftlich. Bayerns sozialdemokratischer Ministerpräsident Wilhelm Hoegner hat die Sudetendeutschen erstmals als "Vierten Stamm Bayerns" bezeichnet. Diese beteiligten sich am Wiederaufbau Bayerns und leisteten einen wichtigen Beitrag zum Wohlstand des Freistaates. Die sudetendeutsche Geschichte hat auch heute noch eine große Bedeutung für Bayern und die nachfolgenden Generationen und vor allem auch für die Geschichte Europas.
Was können wir aus der Geschichte lernen und welche Lehren können wir für die großen Herausforderungen im heutigen Europa ziehen? Was bedeutet diese gemeinsame Geschichte für die heutigen Beziehungen zum Nachbarn Tschechien? Welche Vorstellungen hat die BayernSPD aber auch die BundesSPD die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Hinblick auf Völkerverständigung und Friedensarbeit zu stärken? Diese Fragen diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit dem neugewählten Ko-Vorsitzenden der BayernSPD und wirtschaftspolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Sebastian Roloff, MdB. Sebastian Roloff ist nicht nur Mitglied der Seliger-Gemeinde, sondern auch Mitglied im Sudetendeutschen Rat. Das Gespräch wird moderiert von Christa Naaß, Ko-Bundesvorsitzende der Seliger-Gemeinde.
24.02.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
Einladung zu
Bayern und die Sudetendeutschen
Dienstag, 3. März 2026, 18 Uhr online
Zugang: https://us06web.zoom.us/j/81550418300
Mit der Vertreibung aus der Tschechoslowakei nach 1945 kam die große Mehrheit der Sudetendeutschen nach Bayern. Hier fanden sie eine neue Heimat, politisch und gesellschaftlich. Bayerns sozialdemokratischer Ministerpräsident Wilhelm Hoegner hat die Sudetendeutschen erstmals als "Vierten Stamm Bayerns" bezeichnet. Diese beteiligten sich am Wiederaufbau Bayerns und leisteten einen wichtigen Beitrag zum Wohlstand des Freistaates. Die sudetendeutsche Geschichte hat auch heute noch eine große Bedeutung für Bayern und die nachfolgenden Generationen und vor allem auch für die Geschichte Europas.
Was können wir aus der Geschichte lernen und welche Lehren können wir für die großen Herausforderungen im heutigen Europa ziehen? Was bedeutet diese gemeinsame Geschichte für die heutigen Beziehungen zum Nachbarn Tschechien? Welche Vorstellungen hat die BayernSPD aber auch die BundesSPD die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Hinblick auf Völkerverständigung und Friedensarbeit zu stärken?
Diese Fragen diskutieren wir mit dem neugewählten Ko-Vorsitzenden der BayernSPD und wirtschaftspolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Sebastian Roloff, MdB. Sebastian Roloff ist nicht nur Mitglied der Seliger-Gemeinde, sondern auch Mitglied im Sudetendeutschen Rat.
Das Gespräch wird moderiert von Christa Naaß, Ko-Bundesvorsitzende der Seliger-Gemeinde.
In der Abendschule zur Geschichte der sudetendeutschen Sozialdemokratie spricht Dr. Thomas Oellermann über die Kommunalpolitik der DSAP.
22.02.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
Die Seliger-Gemeinde erneut präsent in Dortmund/Hörde
Capek-Gesellschaft Hagen befasst sich mit Werken von Georg Hans Trapp - Protest gegen AfD-Empfang im Rathaus
Die Seliger-Gemeinde präsentierte am 21. Februar 2026 mit der Capek-Gesellschaft Hagen e.V. im Haus Rode in Dortmund/Hörde die Ausstellung „GHT – Frühe Werke von Georg Hans Trapp“. Erika Kalkofen-Frahne, sowohl Mitglied in der Capek-Gesellschaft Hagen als auch im Bundesvorstand der Seliger-Gemeinde, führte in die Ausstellung ein und stellte Leben und Werk von Georg Hans Trapp den gut 20 interessierten Gästen ausführlich vor.
16.02.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
Lumpenbälle und Masken-Redouten
Es ist Fasching und es sei die Frage erlaubt, ob in der sudetendeutschen Arbeiterbewegung auch die fünfte Jahreszeit begangen wurde. Diese Frage lässt sich allerdings nicht so leicht beantworten. Wie so oft muss man bei solchen Themen unterscheiden zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Die Arbeiterbewegung hatte das klare Ziel, sich und ihre Anhänger von der bürgerlichen Kultur zu trennen. Dieser warf man Kitsch und Trivialität vor. Die Kultur der Arbeiterkultur sollte in allen Formen, in Theater, Musik und Kunst, anders sein. Sie sollte modern sein und politisch. Sie sollte zudem das Selbstbewusstsein der Arbeiterbewegung zum Ausdruck bringen. All dies sollte zu guter Letzt einen werbenden Effekt haben. Durch Kunst und Kultur sollte für die Ziele der Arbeiterbewegung geworben werden. In Zeitschriften und Zeitungen, durch Bücher, wurde diese Auffassung kundgetan. Ende der 30er Jahre gründete die Deutsche Sozialdemokratische Arbeiterpartei eine eigene Beratungsstelle für proletarische Festkultur. Diese empfahl Theaterstücke und stellte etwa Listen geeigneter Musikstücke auf. In Zeiten des Nationalismus sollte die Beratungsstelle den sozialdemokratischen Markenkern stärken.
14.02.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
Eine wunderbare Briefmarke kam am 5. Februar 2026 in den Verkauf. Der gebürtige Göttinger Hans-Jochen Vogel wird mit diesem gelungenen Sonderpostwertzeichen geehrt, weil er heuer 100 Jahre alt geworden wäre. Unvergessen seine 12 Jahre (1960-1972) als Oberbürgermeister Münchens, der die Landeshauptstadt zu dem machte, die sie heute von ihrer besten Seite zeigt: zuversichtlich, liebenswert und aufgeschlossen.
Hans-Jochen Vogel war der Seliger-Gemeinde eng verbunden und wurde 1996 mit dem Wenzel-Jaksch-Gedächtnispreis geehrt. Als prägender SPD-Politiker unterstützte er unsere Ziele der Versöhnung und des Dialogs mit Tschechien und galt unserer Gemeinschaft als wichtiger Freund und Vordenker.
13.02.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
Podmokly/Bodenbach gegen die Nazis
Unter diesem Titel hielt unser Mitglied Dr. Thomas Oellermann am 3. Februar 2026 einen Vortrag zur Geschichte der Bodenbacher Sozialdemokratie, dem heutigen nordböhmischen Děčín-Podmokly. Der Einladung der veranstaltenden Tetschen-Bodenbacher heimatkundlichen Gesellschaft waren 20 Gäste gefolgt.
In seinen Ausführungen skizzierte Oellermann zunächst die Geschichte der sudetendeutschen Sozialdemokratie von den Anfängen bis in die Gegenwart und stellte dann führende Persönlichkeiten der Bodenbacher Sozialdemokratie vor, unter diesen etwa die wichtige Familie Reitzner sowie den späteren Bürgermeister Fritz Kessler. Er zeigte die unterschiedlichen Lebenswege auf und ging auf Verfolgung, Emigration, Vertreibung und Neuanfang ein. Einen Abschluss fand der Abend durch den Originalfilm des sog. Reichsjugendtags 1936, der in Bodenbach abgehalten worden war. Der Film konnte mit freundlicher Genehmigung der Friedrich-Ebert-Stiftung zum ersten Mal öffentlich am Ort des damaligen Geschehens gezeigt werden.
03.02.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
Anton Augsten (1874-1954)
Anton Augsten wurde am 20. November 1874 als viertes Kind armer Webersleute in Warnsdorf geboren. Nach der Schule erlernte er bei seinem Bruder das Malerhandwerk. Im Winter arbeitete er in Textilbetrieben. Kaum 16 Jahre alt, im Herbst 1890, trag Augsten bereits dem Allgemeinen Arbeiterverein als Mitglied bei. Er nahm an der ersten Maifeier in Warnsdorf teil, wurde gemaßregelt und war vom November 1893 bis Feber 1895 ununterbrochen auf Wanderschaft. Von 1895 bis 1900 war Augsten in Textilbetrieben beschäftigt, nach dem verlorenen Textilarbeiterstreik kam Augsten wieder auf die schwarzen Listen und griff daher wieder zum Pinsel. Seit 1895 war Augsten Mitglied des Landesvereins der Textilarbeiter mit dem Sitz in Reichenberg. Im gleichen Jahr wurde er Mitbegründer des Arbeiter-Turn und Gesangsvereins „Freiheit“. 1897 heiratete er, 1906 wurde Augsten in die Redaktion der „Volksstimme“ berufen und leitete das Blatt von 1908 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1935. Er schrieb auch für den Reichenberger „Freigeist“ und das „Trautenauer Echo“.
02.02.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
Franz Beutel (1867-1933)
Franz Beutel, geboren am 21. Januar 1867 in Rosendorf, Bezirk Tetschen, wurde in die Familie eines Kleinbauern geboren. In seiner Jugend zog er nach Aussig. Hier absolvierte er die städtische und bürgerliche Schule und machte eine Ausbildung zum Schriftsetzer. Er arbeitete in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Ab 1889 war er in Reichenberg für die sozialdemokratische Bewegung aktiv, 1890 gründete er in Aussig den Arbeiter-Lese- und Bildungsverein. 1892 wurde er Mitarbeiter der Zeitschrift „Der Gesellschafter“ und 1896 Herausgeber der dortigen Zeitung „Volksrecht“. Er engagierte sich in der Arbeiterbildung sowie in der Sozial- und Krankenversicherung; 1895 war er maßgeblich an der Gründung des ersten österreichisch-ungarischen Arbeitersanatoriums in Reindlitz bei Aussig beteiligt und war von 1903 bis 1932 dessen Sekretär.
30.01.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
SPD-Geschichtsforum: „Wir können der SPD Orientierung geben“
Die Arbeit des Gremiums soll in politische Strategien und das politische Handeln der Partei einfließen
Bei der ersten Sitzung des turnusmäßig neu berufenen Geschichtsforums der SPD am 23. Januar 2026 im Willy-Brandt-Haus in Berlin war auch die Seliger-Gemeinde, zusammen mit der AvS, als Gast eingeladen. Dr. Thomas Oellermann, der bereits am 22. Januar an einem Fachgespräch zum SPD-Grundsatzprogramm in der Friedrich-Ebert-Stiftung mit Tim Klüssendorf und Dietmar Nietan dabei war, nahm an der Sitzung persönlich teil und stellte die Seliger-Gemeinde und ihre Arbeit kurz vor. Geschäftsführer Rainer Pasta schaltete sich aus München online dazu.
29.01.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
Christa Naaß, Bundesvorsitzende der Seliger-Gemeinde (2.v.re) dankte den Kirchenlamitzern (v.l.) 2. Bürgermeisterin Esra Özekimci, Stadtarchivar Werner Bergmann, Bürgermeister Jens Büttner und Rudolf Röll (rechts) mit dem neu erschienenen „Gedenkbuch der Sudetendeutschen Sozialdemokratie“. (Foto: Katrin Lyda)
„Böhmen liegt nicht am Meer“
Im „Goldnen Löwen“ in Kirchenlamitz erinnert eine Ausstellung der Seliger-Gemeinde an die Lebensgeschichten vertriebener sudetendeutscher Sozialdemokraten.
„Böhmen liegt nicht am Meer“ - der Titel der aktuellen Ausstellung im Kirchenlamitzer „Goldnen Löwen“ erschließt sich nicht auf Anhieb. Er knüpft die Verbindung zu den weiten Wegen, die Sudetendeutsche nach ihrer Flucht auf sich nehmen mussten. Viele verschlug es weit weg von ihrer ursprünglichen Heimat, bis ans oder auch über das Meer. Und auch nach Kirchenlamitz, berichtet Katrin Lyda in der Frankenpost vom 29. Januar 2026. Bürgermeister Jens Büttner begrüßte am 26. Januar als Hausherr die Gäste der Ausstellungseröffnung in der „guten Stube der Stadt“. Das heutige Wohn- und Kulturhaus, ehemals Gasthof „Goldner Löwe“, ist ein wichtiger und geschätzter Anlaufpunkt für Bürgerinnen und Bürger in Kirchenlamitz. Mit großer Unterstützung des Freistaats Bayern mit Städtebaufördermitteln und Einbeziehung des Denkmalschutzes gelang es, einen langen Leerstand mit neuem Leben zu füllen und ein barrierefrei zugängiges Begegnungszentrum mitten im Herzen von Kirchenlamitz für alle zu schaffen. So bietet das Gebäude heute der Stadtbücherei und auch jetzt der Ausstellung der Seliger-Gemeinde einen sehenswerten Rahmen. Die Ausstellung, so der Bürgermeister weiter, knüpfe an das Gedenkjahr 2025 zu 80 Jahre Kriegsende an, das auch in Kirchenlamitz mit zahlreichen Veranstaltungen gewürdigt worden war.
28.01.2026 in Ortsverein von Seliger-Gemeinde Ortsgruppe Waldkraiburg
V.l.n.r.: Patrick Hüller (SPD-UB und OV-Vorsitzender), Bernd Wegmann (Co-Vorsitzender), Peter Schmid-Rannetsperger (Vorsitzender) Gert Hilger (Beisitzer), Conny Mader (Schatzmeisterin), Jürgen Zabelt (Beisitzer), Kurt Dobrauer (Beisitzer), Stadträtin Christine Blaschek (Beisitzerin), Christa Zabelt, Walter Zabelt, Adi Schlagmann (3. Bgm. a.D.), Alex Will (Schriftführer)




27.01.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
27. Januar – Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus
"Am 27. Januar 1945 wurde das Vernichtungslager Auschwitz von sowjetischen Soldaten befreit. Was sie dort entdecken mussten, lässt der Welt, lässt uns noch heute den Atem stocken vor Abscheu und Entsetzen. Mehr als eine Million Menschen waren allein in Auschwitz zwischen März 1942 und November 1944 in einem beispiellosen Vernichtungswillen ermordet worden. "Auschwitz" steht heute als Begriff für den nationalsozialistischen Rassenwahn.
Unser Gedenken ist an diesem Tag bei den Millionen von Opfern dieses unsäglichen Mordens: Juden zuallermeist, aber auch Sinti und Roma, Homosexuelle, Behinderte, Kriegsgefangene, Menschen, deren Leben eine Politik mörderischen Rassenwahns sich angemaßt hatte, für "lebensunwert" zu erklären. Aber unser Gedenken beschränkt sich nicht auf diesen einen Tag". (Bundeskanzler Gerhard Schröder 1999)
26.01.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
Wilhelm Hoegner am 26. Januar 1956: Die Sudetendeutschen sind der „Vierte Stamm Bayerns“
Ehre, wem Ehre gebührt! Aufnahme in die Ruhmeshalle der Walhalla
Anlässlich des 70. Jahrestages der Bezeichnung der Sudetendeutschen als „Vierten Stamm“ erinnert Christa Naaß, Ko-Vorsitzende der Seliger-Gemeinde, die auch Generalsekretärin des Sudetendeutschen Rates ist, an Dr. Wilhelm Hoegner und dessen Leben:
Es war Ministerpräsident Wilhelm Hoegner, SPD-Politiker und Vater der Bayerischen Verfassung, der den Begriff des Vierten Stammes geprägt hat. Bei einer offiziellen Besprechung des Präsidiums des Sudetendeutschen Rates mit Wilhelm Högner am 26. Januar 1956 hat er diese als die „Vertreter des Vierten Stammes“ begrüßt.
Bereits im Jahr 1954 übernahm der Freistaat Bayern die Schirmherrschaft über die Sudetendeutschen.

75 Jahre Seliger-Gemeinde e.V.
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