Die neugewählte Vorstandschaft um Vorsitzende Rita Hagl-Kehl, MdB (Mitte) und ihrem Stellvertreter Dennis Schötz 4.v.re.): Kassiererin Karin Hagendorn (3.vli.), Schriftführer Rainer Pasta (re), den Revisoren Irene Ilgmeier (2.re.) und Christian Enders (2.li) sowie den Beisitzern Barbara Kasberger (li), Walter Annuß (4.v.li.), Erwin Hadwiger (5.re.) und Joachim Mosler (3.v.re.). Zwei Beisitzer wurden in Abwesenheit bestätigt: Dr. Bastian Vergnon und František Řezáčaus Böhmen.
70 Jahre Seliger-Gemeinde
Mitgliederversammlung und Neuwahlen bei der Regionalgruppe Niederbayer/Oberpfalz
Nachdem die Neuwahlen 2020 wegen den Corona-Auflagen ausfallen mussten, trafen sich die Mitglieder der Seliger-Gemeinde Regionalgruppe Niederbayer/Oberpfalz am Samstag im Landshuter Hof in Straubing. Neben den obligatorischen Rück- und Ausblicken sowie der nötigen Neuwahl der Vorstandschaft drehte sich die inhaltliche Auseinandersetzung um das Jubiläum „70 Jahre Seliger-Gemeinde“ das in diesem Jahr begangen wird. Mit Dennis Schötz, u.a Bundestagskandidat der SPD im Wahlkreis Straubing-Bogen, konnte ein junger, engagierter Viechtacher für den stellvertretenden Regionalgruppen Vorsitz gefunden werden.
aroslav organisierte als Student 2007 einen Marsch zum Gedenken an das Schicksal der deutschsprachigen Brünner, die Ende Mai 1945 aus ihrer Heimatstadt vertrieben wurden. Über viele Jahre war er Organisator des Versöhnungsmarsches und organisierte auch den ersten Versöhnungsmarsch in die entgegengesetzte Richtung
Peter Barton (li.) und Wilhelm Simeon (re), CSSD-Komunalpolitiker aus Cheb/Eger gratulieren der Seliger-Gemeinde zum 70. Geburtstag und erinnern sich an das freundschaftliche Zusammentreffen bei den Marienbader Gesprächen im Juli.
Das „Shadow Quartett“ begleitete die Abschlussveranstaltung des Versöhnungsmarsches 2021 in gewohnt unterhaltsamer Weise mit klassischen Stücken
„Siegt die Wahrheit?“
Beim Versöhnungsmarsch in Brünn wurde auch auf Situation in Belarus aufmerksam gemacht
Der Versöhnungsmarsch hat in diesem Jahr eine neue Dimension bekommen. Die Veranstalter des Festivals „Meeting Brno“, in dessen Rahmen der Versöhnungsmarsch jedes Jahr stattfindet, wollten auch auf das Geschehen in der Ukraine und in Belarus aufmerksam machen, wo Präsident Lukaschenko die Opposition unterdrückt und die Teilnehmer der Protestdemonstrationen hart verfolgt.
Die Seliger-Gemeinde war auch dieses Jahr wieder beim Versöhnungsmarsch vertreten und bei der Abschlussveranstaltung im Augustiner-Garten mit dabei.
Weg der Versöhnung: Brünn 2021
Schon zum fünfzehnten Mal wird der Weg gegangen, auf dem mehr als 20 000 Brünner vor 75 Jahren zur österreichischen Grenze getrieben wurden. Während die arbeitsfähigen Männer Zwangsarbeit leisten mussten, wurden Frauen, Kinder und Alte in einem langen Fußmarsch aus Brünn vertrieben. Tausende von ihnen erlagen den Qualen des Marsches.
Sozialdemokraten aus Tschechien, Österreich und Deutschland beim Versöhnungsmarsch in Brno/Brünn: v.l.: Tomáš Petříček, bis Anfang 2021 Außenminister der Tschechischen Republik und stellvertretende Vorsitzender der ČSSD, Thomas Lösch von der SPÖ Wien, Rainer Pasta von der Seliger-Gemeinde und Volkmar Harwanegg, Vorsitzender der Seliger-Gemeinde Österreich, ehem. Abgeordneter zum Wiener Landtag und Mitglied des Wiener Gemeinderats a. D..
Die Sozialdemokratie in Brünn
Die Seliger-Gemeinde präsentierte beim Infostand anlässlich des Brünner Versöhnungsmarsches 2021 am vergangenen Wochenende u.a. einen sozialdemokratischen Spaziergang durch Brno/Brünn. Auf neun Stationen, die auch mit dem Auto, aber besser zu Fuß (zumindest der 2. Teil) erkundet werden können, sind markante Ziele der deutschen Sozialdemokratie in Brno/Brünn zu entdecken. Hiervon wurden nicht nur viele Teilnehmer des Versöhnungsmarsches aus Tschechien und Deutschland angelockt, es traf sich auch eine multilaterale Gruppe von Sozialdemokraten anlässlich dieser Präsentation.
Zu „70 Jahre Seliger-Gemeinde“ gratuliert Volkmar Harwanegg, Vorsitzender der Seliger-Gemeinde Österreich, ehem. Abgeordneter zum Wiener Landtag und Mitglied des Wiener Gemeinderats a. D.: "Die besten Wünsche und auf ein Wiedersehen im Herbst in Bad Alexandersbad."
Die Marienbader Gespräche 2021 fanden im Casino des Hotels Novĕ Láznĕ statt. Berühmte Philosophen, Komponisten und selbst die Königshäuser Europas zog es schon in dieses prächtige Hotel.
Die Vertreibung — ein Zukunftsthema?
Gemeinsame Geschichtsaufarbeitung als Basis eines neuen Miteinander – Rückschläge in Corona-Zeiten
Der Sudetendeutsche Rat e.V. veranstaltete vom 23. — 25. Juli 2021 in Marienbad sein Deutsch-Tschechisches Seminar, das unter dem Namen „Marienbader Gespräche“ bekannt ist. Die diesjährige Tagung stand unter dem Motto „Die Vertreibung — ein Zukunftsthema? Geschichte — Gegenwart — Perspektiven". Das Tagungsprogramm, das vorwiegend im ehemaligen Casino des Hotels Novĕ Láznĕ abgewickelt wurde. Beinhaltete eine Reihe von sehr interessanten Vorträgen und Veranstaltungen. Die Seliger-Gemeinde spielte auch dieses Jahr mit einer Reihe von Auftritten ihrer Mitglieder dabei eine bedeutende Rolle.
"Die Sozialdemokratie in Tschechien und Mitteleuropa"
Libor Rouček, ehemaliger Vizepräsident des Europäischen Parlaments und Ko-Vorsitzender des Deutsch-Tschech. Gesprächsforums sprach im Rahmen des Sudetendeutschen Tages bei einer Veranstaltung der Seliger-Gemeinde.
Der ehemalige tschechische Kulturminister Daniel Herman (3.v.li.) bekam im Rahmen des Sudetendeutschen Tages im Gasteig in München den Europäischen Karls-Preis verliehen.
Christa Naaß (3.v.re.), Präsidentin der Bundesversammlung der Sudetendeutschen und Generalsekretärin des Sudetendeutschen Rates gratulierte ebenso wie der Bundesvorsitzende der Seliger-Gemeinde Dr. Helmut Eikam (2.v.li.).
V.l.n.r.: Gert Hilger, Christoph Krumpholz, Anna Krumpholz, Peter Schmid-Rannetsperger
Mit dabei als Zeitzeugin, Anna Krumpholz von der Ortsgruppe Waldkraiburg
Anna Krumpholz wuchs in dem kleinen Weiler Mailham bei Mittergars auf.
Nur zu gut ist ihr in Erinnerung, wie sich die ausgemergelten, halb verhungerten Lagerhäftlinge auf dem Weg zum Arbeitseinsatz oder zurück immer wieder durch den Ort schleppten. Außer dass der benachbarte Großbauer versehentlich einen Eimer gedämpfter Erdäpfel für die Kolonne vor dem Haus vergaß konnte man nicht helfen. Auch musste sie kurz nach dem Krieg als kleines Mädchen die Leichen des von den Amerikanern ausgehobenen Massengrabes in Lohen besehen, was zu einer bleibenden furchtbaren Erinnerung wurde.