28.08.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
Ein kleines Heft – und eine große Überraschung
Die wiederentdeckte Kuplent-Broschüre erzählt die Geschichte der Böhmerwälder Holzhauer als Bildergeschichte
Seit Jahren suchten wir nach einer kleinen Broschüre von Franz Kuplent. Roman Wirkner hatte auf die 1930 erschienene Schrift hingewiesen und ihr den vielversprechenden Titel „Von der Ansiedlungsurkunde (1780) bis zum Kollektivvertrag (1920)“ überliefert. Vieles sprach dafür, dass sich dahinter eine kompakte Sozialgeschichte der Böhmerwälder Waldarbeiter verbarg. Kuplent kannte diese Welt aus eigener Anschauung. Seit den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg war er als sozialdemokratischer und gewerkschaftlicher Funktionär im südlichen Böhmerwald tätig, 1919 wurde er Kreisgewerkschaftssekretär für Südböhmen, später wirkte er als Funktionär der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei, der DSAP, im Raum Pilsen–Budweis.
27.08.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
Pflege übernehmen – Erinnerung bewahren: Mitglieder der Seliger-Gemeinde legen nach jüdischer Tradition Steine am Familiengrab Strauß nieder und beteiligen sich symbolisch an Pflegearbeiten. Im Zentrum die Übergabe der Pflegevereinbarung durch Jáchym Pešata von Matana a.s. an die Präsidiumsmitglieder der Seliger-Gemeinde.
Aus historischer Spurensuche wird konkrete Erinnerungsarbeit
Seliger-Gemeinde übernimmt die Pflege des Familiengrabes Strauß auf dem Neuen Jüdischen Friedhof
Der zweite Programmpunkt der Studienreise 2026 führte die Seliger-Gemeinde auf den Neuen Jüdischen Friedhof in Prag. Bereits bei der Studienfahrt 2024 hatte die Gruppe das Familiengrab Strauß besucht. Damals entstand erstmals der Gedanke, die Pflege der Grabstätte zu übernehmen. Zwei Jahre später wurde aus dieser Idee konkrete Verantwortung.
26.08.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
Der „Opfertag“ für die spanische Demokratie
Einen Höhepunkt der organisierten Spanienhilfe bildete der „Opfertag“ am 20. März 1938. Er eröffnete eine Jugendwoche für die spanische Demokratie, die bis zum 27. März dauerte. Getragen wurde die Kampagne von der Jugendkommission der Gesellschaft der Freunde des demokratischen Spaniens; der Sozialistische Jugendverband beteiligte sich mit einem eigenen Aufruf und mobilisierte seine Gruppen und Mitglieder.
25.08.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
75 Jahre Seliger-Gemeinde – mit Freunden in Prag
Sommerempfang im ehemaligen SOPADE-Haus eröffnet die Studienreise der Seliger-Gemeinde
Mit einem Sommerempfang an einem geschichtsträchtigen Ort begann am 20. August die Studienreise 2026 der Seliger-Gemeinde nach Prag und in das Riesengebirge. Rund um das 75-jährige Bestehen der Gemeinschaft sollte dabei nicht nur zurückgeblickt werden. Im Mittelpunkt stand vielmehr die Frage, was aus der gemeinsamen Geschichte für die deutsch-tschechischen Beziehungen der Gegenwart und Zukunft erwächst.
24.08.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
Heinrich Weißbach – Spanien-Solidarität wird vor Ort organisiert
Die Unterstützung der Spanischen Republik beschränkte sich in der Tschechoslowakei nicht auf Zeitungsartikel, Resolutionen und Kundgebungen. Damit aus politischer Sympathie praktische Hilfe werden konnte, brauchte es Menschen, die vor Ort Organisationen zusammenführten, Versammlungen vorbereiteten und dauerhafte Strukturen schufen. Einer von ihnen war Heinrich Weißbach.
23.08.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
Da ist sie! Jahrelang gesucht, in Budweis auf die richtige Spur gebracht und schließlich in Leipzig gefunden: Franz Kuplents fast vergessenes 30-Seiten-Heft in den Händen unseres neuen Mitglieds Nyke Lou Aßhauer.
Ein kleines Heft – eine große Geschichte
Es sind gerade mal 30 Seiten. Und doch haben wir nach ihnen jahrelang gesucht.
Gemeint ist eine kleine Broschüre des sudetendeutschen Sozialdemokraten und Gewerkschafters Franz Kuplent mit dem Titel „Von der Ansiedlungsurkunde (1780) bis zum Kollektivvertrag (1920)“. Schon dieser Titel machte deutlich, dass es um weit mehr ging als um eine historische Rückschau. Kuplent beschrieb den langen Weg der Böhmerwälder Holzhauer und Forstarbeiter aus alten Abhängigkeitsverhältnissen hin zu gemeinsam erkämpften sozialen Rechten. Zwar war die Fron bereits 1848 abgeschafft worden, doch für viele Waldarbeiter änderte das zunächst wenig an ihrer tatsächlichen Lage. Arbeit, Wohnung und ein kleines Stück Land hingen oft weiterhin von den großen Forstherrschaften ab. Erst nach dem Ersten Weltkrieg, mit der politischen Neuordnung in der Tschechoslowakei, entstanden neue Möglichkeiten. Der Kollektivvertrag von 1920 war deshalb ein entscheidender Schritt: Nicht mehr jeder Arbeiter stand allein dem Arbeitgeber gegenüber, sondern die organisierte Arbeiterschaft verhandelte gemeinsam.
21.08.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
Der Spanische Bürgerkrieg löste in der Tschechoslowakei eine breite Solidaritätsbewegung aus. Eine ihrer wichtigsten Plattformen war die „Gesellschaft der Freunde des demokratischen Spaniens“. Sie ging aus einem zunächst lockeren Hilfskomitee hervor und wurde im November 1937 als Verein zugelassen. Ihr Ziel war die materielle und moralische Unterstützung der Spanischen Republik.
Die Gesellschaft verstand den Krieg in Spanien nicht als fernes Ereignis. Der Aufstand Francos und die Unterstützung durch Hitler und Mussolini erschienen als Teil einer europäischen Auseinandersetzung zwischen Demokratie und Faschismus. Für viele Sozialdemokraten war Spanien deshalb zugleich eine Warnung an die Tschechoslowakei.
17.08.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
Die Solidarität mit dem republikanischen Spanien blieb nicht auf Erklärungen, Zeitungsberichte und Kundgebungen beschränkt. Die „Gesellschaft der Freunde des demokratischen Spaniens“ und die mit ihr verbundenen Organisationen entwickelten eine umfangreiche materielle und humanitäre Hilfe.
Gesammelt wurden Geld, Lebensmittel, Medikamente, Sanitätsmaterial und Dinge des täglichen Bedarfs. Unterstützt wurden die republikanischen Streitkräfte ebenso wie die Zivilbevölkerung, Flüchtlinge, evakuierte Kinder und Angehörige der Internationalen Brigaden. Eine besonders aktive Rolle übernahm dabei die Sozialistische Jugend.
15.08.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
Der Prager „Sozialdemokrat“ begleitete den Spanischen Bürgerkrieg nicht nur mit Nachrichten, sondern mit einer breit angelegten publizistischen Solidaritätsarbeit. Spanien wurde über Monate hinweg zu einem festen Thema der Zeitung: in Veranstaltungsankündigungen, Berichten, Rezensionen, Aufrufen, Leserinformationen und kulturellen Hinweisen. Damit hielt das Blatt den Krieg im öffentlichen Bewusstsein und verband politische Information mit konkreter Mobilisierung.
13.08.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
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Das Generalkonsulat der Tschechischen Republik in Düsseldorf und die Seliger-Gemeinde laden Sie herzlich zur Eröffnung der Ausstellung „GHT – Frühe Werke von Georg Hans Trapp, des Zeichners von Flossenbürg“ am 6. September 2026 um 11:00 Uhr im Café Aufbruch in Dortmund-Hörde ein.
Unter der Schirmherrschaft der Generalkonsulin Kristina Larischová wird am 6. September 2026 im Café Aufbruch in Dortmund-Hörde eine Ausstellung früheren Zeichnungen des sozialdemokratischen Zeichners, Illustrators und vielseitigen Künstlers Georg Hans Trapp (1900–1977) eröffnet.
11.08.2026 in Allgemein
Als ich 20 war …
Für unser Projekt „Opa, Oma, erzählt mal!“ möchten wir wissen, wie ihr euch euer Leben vorgestellt habt, als ihr selbst jung wart. Bevor wir junge Menschen auf die Suche nach diesen Geschichten schicken, möchten wir bei uns selbst anfangen.
11.08.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
Siegfried Taub – der politische Knotenpunkt der Spanien-Solidarität
Siegfried Taub gehörte nicht zu den Männern, die selbst nach Spanien reisten oder dort kämpften. Seine Bedeutung lag darin, die politische Arbeit der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik mit ihrer publizistischen Unterstützung für das republikanische Spanien zu verbinden.
Als Zentralsekretär der DSAP, Mitglied des Parteivorstands und Vertreter der Partei in der Sozialistischen Arbeiterinternationale stand Taub an einer zentralen Schnittstelle. Über ihn war die sudetendeutsche Sozialdemokratie in die internationalen Beratungen über den Krieg in Spanien, die Unterstützung der Republik und die Haltung zur Nichteinmischungspolitik eingebunden.
09.08.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
Festakt Branneburg: Zwei Bilder – 75 Jahre – dieselbe Haltung
Brannenburg 1951 und Brannenburg 2026. Derselbe Ort, jeweils 39 Teilnehmer – und doch liegen zwischen beiden Bildern 75 Jahre voller Brüche, Neuanfänge, Freundschaften und gemeinsamer Geschichte.
Am 10. und 11. November 1951 kamen 39 Frauen und Männer zur Gründungsversammlung der Seliger-Gemeinde zusammen. Viele von ihnen hatten Verfolgung, Krieg, Flucht und Vertreibung erlebt. Sie hatten ihre Heimat verloren, nicht aber ihre politischen Überzeugungen. Namen wie Wenzel Jaksch, Volkmar Gabert, Adolf Hasenöhrl, Ernst Paul, Emil Werner, Roman Wirkner, Alois Ullmann oder Olga Sippl stehen für diese Gründergeneration.
75 Jahre später war in Brannenburg etwas von genau diesem Geist wieder zu spüren. Es war kein nüchternes Jubiläum, sondern ein herzliches Wiedersehen von Menschen, die sich der Seliger-Gemeinde verbunden fühlen – aus Deutschland, Tschechien und Österreich. Alte Weggefährten trafen auf Jüngere, persönliche Erinnerungen auf neue Ideen, Geschichte auf Gegenwart.
08.08.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
Einen besonderen Höhepunkt bildete das Gespräch der Historiker Dr. Thomas Oellermann und Dr. Filip Bláha über 75 Jahre Seliger-Gemeinde.
In einem ebenso unterhaltsamen wie informativen Zwiegespräch spielten sich beide Historiker die Themen gekonnt zu. Geschichte erschien dabei nicht als trockene Abfolge von Daten und Ereignissen, sondern als lebendiger Austausch über politische Entscheidungen, historische Erfahrungen und ihre Bedeutung für die Gegenwart.

75 Jahre Seliger-Gemeinde e.V.
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