07.08.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
Festakt Brannenburg - Patrik Eichler: Eine politische Familie und die Sehnsucht nach Gemeinschaft
Mit einer eindringlichen und sehr gegenwärtigen Rede machte Patrik Eichler, Geschäftsführer der Demokratischen Masaryk-Akademie in Prag, deutlich, wie eng Geschichte und Gegenwart miteinander verbunden sind.
Die Seliger-Gemeinde habe den vertriebenen sudetendeutschen Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten nach dem Krieg nicht nur eine Organisation geboten. Sie sei zu einer neuen politischen Familie geworden.
Nach dem Verlust der Heimat, nach Flucht, Vertreibung und politischer Entwurzelung habe sie Gemeinschaft, Orientierung und ein gemeinsames Dach geschaffen. Diese Erfahrung sei von kaum zu überschätzender Bedeutung gewesen.
07.08.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
Festakt in Branneburg - Bärbel Kofler: Aus Interesse wird Verbundenheit
Einen der besonderen Momente des Festakts setzte die Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretärin Dr. Bärbel Kofler.
Als Betreuungsabgeordnete für den Wahlkreis Rosenheim habe sie sich anlässlich des Jubiläums intensiv mit der Geschichte der Seliger-Gemeinde beschäftigt, berichtete sie. Dabei habe sie eigenes Wissen aufgefrischt, zugleich aber auch vieles neu entdeckt. Aus dieser Beschäftigung wurde mehr als politisches Interesse: Noch während der Veranstaltung erklärte Kofler spontan ihren Beitritt zur Seliger-Gemeinde.
06.08.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
Mit einem bewegenden Festakt und der Eröffnung der Ausstellung „Böhmen liegt nicht am Meer“ hat die Seliger-Gemeinde am 5. August an ihrem Gründungsort in Brannenburg ihr 75-jähriges Bestehen gefeiert. Gäste aus Deutschland, Tschechien und Österreich erinnerten an Verfolgung, Vertreibung und politischen Neubeginn – und machten zugleich deutlich: Diese Geschichte bleibt ein Auftrag für Gegenwart und Zukunft.
Über 40 Mitglieder, Freunde und politische Wegbegleiter waren aus Prag, Berlin, Wien, München und der Region in das heutige ver.di-Bildungszentrum gekommen. Im damaligen Postgewerkschaftshaus hatte am 10. und 11. November 1951 die Gründungsversammlung der Seliger-Gemeinde stattgefunden.
03.08.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
Zwischen Solidarität und Staatsräson
Die DSAP gegen die tschechoslowakische Nichteinmischungspolitik
Die Unterstützung der Spanischen Republik stieß auch in der demokratischen Tschechoslowakei auf staatliche Grenzen. Während DSAP, Sozialistische Jugend und Hilfsorganisationen den Kampf gegen Franco als gemeinsame europäische Aufgabe verstanden, hielt die Regierung an der internationalen Nichteinmischungspolitik fest.
Formal sollte diese Politik beide Bürgerkriegsparteien gleich behandeln. Tatsächlich wirkte sie jedoch einseitig: Hitlerdeutschland und Italien unterstützten Franco weiterhin mit Waffen, Flugzeugen und Soldaten, während demokratische Staaten Freiwilligenreisen und Hilfsaktionen beschränkten. Für die DSAP war das keine echte Neutralität, sondern eine Politik, die die gewählte Republik benachteiligte.
01.08.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
1. Politische und publizistische Solidarität
Der Spanische Bürgerkrieg wurde von der deutschen Sozialdemokratie in der Tschechoslowakei nicht als ein weit entferntes Ereignis betrachtet. Der Kampf der Spanischen Republik gegen die Truppen Francos erschien vielmehr als Teil der europäischen Auseinandersetzung zwischen Demokratie und Faschismus. Entsprechend groß war die politische und publizistische Solidarität, die von der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei, ihren Gliederungen und besonders von der Sozialistischen Jugend getragen wurde.
31.07.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
25 Persönlichkeiten - 25 Themen - 25 Orte
Die Seliger-Gemeinde feiert heuer ihren 75. Geburtstag. In einer eigenen Publikation zum 75sten Bestehen widmet sie sich Persönlichkeiten, Ereignissen und Orten, die die Organisation prägten, die mit ihr eng verbunden waren und die auch deren zukünftigen Weg und zukünftige Ausrichtung bestimmen werden.
28.07.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
Vorspann: Der Spanische Bürgerkrieg – Europas Krieg im Kleinen
Bereits 1873 war in Spanien erstmals eine Republik ausgerufen worden. Diese Erste Spanische Republik blieb jedoch politisch instabil und endete schon 1874 mit der Wiederherstellung der Monarchie. Die 1931 gegründete Republik ging daher als Zweite Spanische Republik in die Geschichte ein.
Ihre Entstehung war keine klassische Revolution, sondern die Folge eines politischen Zusammenbruchs der Monarchie nach Wahlen. Bei den Kommunalwahlen vom April 1931 erzielten republikanische und sozialistische Kräfte vor allem in den Städten große Erfolge. König Alfons XIII. verließ daraufhin das Land, und am 14. April 1931 wurde die Republik ausgerufen.
26.07.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
Fünf Facetten sozialdemokratischer Spanienarbeit
Die Unterstützung der Spanischen Republik durch die sudetendeutsche Sozialdemokratie beschränkte sich nicht auf einzelne Freiwillige, die selbst in den Bürgerkrieg zogen. Die Verbindungen waren deutlich breiter. Sie reichten von politischen Stellungnahmen und journalistischer Berichterstattung über Geld- und Sachspenden bis hin zu Reisen in das republikanische Spanien.
Bereits der Auftakt unserer Sommerserie hat gezeigt, dass die Deutsche Sozialdemokratische Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik, die DSAP, den Spanischen Bürgerkrieg als einen europäischen Kampf zwischen Demokratie und Faschismus verstand. Fünf Themenfelder sollen deshalb in den kommenden Beiträgen näher betrachtet werden.
23.07.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
Spanien als Ernstfall der Demokratie
Als im Juli 1936 Teile des spanischen Militärs gegen die demokratisch gewählte Republik putschten, wurde der Bürgerkrieg auch für die sudetendeutsche Sozialdemokratie zu einem zentralen politischen Thema. Die Deutsche Sozialdemokratische Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik (DSAP) verstand Spanien als Schauplatz der europäischen Auseinandersetzung zwischen Demokratie und Faschismus – und zugleich als Warnung vor der wachsenden Bedrohung durch Hitlerdeutschland und Mussolinis Italien.
19.07.2026 in Ortsverein von Seliger-Gemeinde Ortsgruppe Waldkraiburg

V.l.n.r.: Gert Hilger (Vorstand-SG-Waldkraiburg/Stadtführer), Peter Schmid-Rannetsperger (Vorsitzender SG-Waldkraiburg), Karin Zahel, Harald Zahel (Stv. Landesvorsitzender SG-Bayern), Bernd Wegmann, (Co-Vorsitzender SG-Waldkraiburg/Stadtführer) Jürgen Zabelt (Vorstand SG-Waldkraiburg). Vorne im Bild: Zoe
18.07.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
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75 Jahre Seliger-Gemeinde – wir feiern mit Freunden!
Anlässlich ihres 75-jährigen Bestehens lädt die Seliger-Gemeinde am Mittwoch, 5. August 2026, von 13.30 bis 16.00 Uhr zu einem kleinen Festakt mit Ausstellungseröffnung an ihren Gründungsort nach Brannenburg ein. Die Veranstaltung findet im ver.di-Bildungszentrum, Schrofenstraße 32, 83098 Brannenburg, statt.
Die Anreise ist ab 12.00 Uhr möglich. Um 12.30 Uhr wird ein Mittagsbuffet angeboten, bevor um 13.30 Uhr der offizielle Festakt beginnt. Begrüßung und Moderation übernimmt Christa Naaß, Ko-Vorsitzende der Seliger-Gemeinde.
Grußworte sprechen Dr. Bärbel Kofler, Mitglied des Deutschen Bundestages und Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Libor Rouček, ehemaliger Vizepräsident des Europäischen Parlaments, Patrik Eichler, Geschäftsführer der Demokratischen Masaryk-Akademie in Prag, sowie Alexander Klein, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sudetendeutschen Stiftung.
17.07.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
Wilhelm Hoegner bekommt keinen Platz in der Walhalla
Das ist natürlich nur konsequent.
Denn was hat Hoegner schon für Bayern geleistet? Er war lediglich Vater der Bayerischen Verfassung, Vordenker der wehrhaften Demokratie, Gegner der Nationalsozialisten und einer der Männer, die nach 1945 aus den Trümmern wieder einen demokratischen Freistaat aufgebaut haben.
Für einen Platz in der Walhalla reicht das offenbar nicht.
Vielleicht fehlte ihm einfach das nötige Talent für Parteispendenaffären, Amigo-Netzwerke und politische Selbstinszenierung. Verfassungen schreiben ist eben schön und gut – aber Denkmäler bekommt in Bayern offenbar eher, wer sich selbst schon zu Lebzeiten für eines hielt.
13.07.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
Herta Schober (1922-2018)
Herta Schober wurde am 2. Juni 1922 in Jägerndorf geboren. Sie wuchs in einem sozialdemokratisch geprägten Elternhaus auf. Ihr Vater leitete das örtliche Arbeiterheim, das nicht nur als Versammlungsstätte, sondern auch als gesellschaftliches und kulturelles Zentrum der Jägerndorfer Arbeiterbewegung diente. Auf diese Weise kam Herta Schober bereits früh mit dem politischen und gemeinschaftlichen Leben der sudetendeutschen Sozialdemokratie in Berührung.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Vertreibung gelangte sie gemeinsam mit ihren Eltern zunächst nach Memmingen in Bayern. Im Jahr 1950 zog sie mit einer Gruppe von 20 weiteren Sudetendeutschen nach Stockholm. Dort arbeitete sie zunächst in einer Baumwollspinnerei. Später fand sie eine Anstellung in einem genossenschaftlichen Reisebüro, dessen Geschäftsräume sich im Zentrum Stockholms unweit des königlichen Schlosses befanden. Dort war sie bis zu ihrer Pensionierung im Jahr 1972 tätig.
13.07.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
Emil Werner (1913–1996)
Emil Werner wurde 1913 im Aussiger Vorort Lerchenfeld im damaligen Sudetenland geboren. Bereits in jungen Jahren schloss er sich der Sozialistischen Jugend an und engagierte sich später in der Deutschen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (DSAP), der sozialdemokratischen Partei der deutschen Bevölkerung in der Tschechoslowakei. Die demokratischen und antifaschistischen Überzeugungen, die ihn früh prägten, bestimmten sein gesamtes weiteres Leben.
Mit der Besetzung der Tschechoslowakei durch das nationalsozialistische Deutschland geriet auch Werner unter den Einfluss des NS-Regimes. 1939 wurde er gegen seinen Willen zum Dienst in der Wehrmacht eingezogen. Das Ende des Zweiten Weltkriegs bedeutete für ihn keinen unmittelbaren Neuanfang, sondern zunächst die Herausforderung, den verfolgten und vertriebenen sudetendeutschen Sozialdemokraten zu helfen. Er beteiligte sich an der sogenannten Aktion Ullmann, einer koordinierten Hilfs- und Aussiedlungsaktion, die zahlreichen sudetendeutschen Antifaschisten die Ausreise aus der Tschechoslowakei ermöglichte. Im Jahr 1946 gelangte auch Emil Werner selbst nach München.
09.07.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
Dora Müller (1920–2009)
Dora Müller, geborene Schuster, wurde 1920 in der mährischen Metropole Brünn/Brno geboren. Sie wuchs in der demokratischen Atmosphäre der Ersten Tschechoslowakischen Republik auf, in einer Stadt, in der tschechische, deutsche und jüdische Kultur das öffentliche Leben gleichermaßen prägten. Ihr Elternhaus war tief in der deutschen sozialdemokratischen Bewegung verwurzelt. Ihr Vater Karl Schuster gehörte zu den führenden Persönlichkeiten der Brünner Deutschen Sozialdemokratie und arbeitete eng mit dem langjährigen DSAP-Vorsitzenden und tschechoslowakischen Minister Ludwig Czech zusammen. Dadurch kam Dora bereits früh mit den Idealen von Demokratie, sozialer Gerechtigkeit und konsequentem Antifaschismus in Berührung, die ihr gesamtes weiteres Leben bestimmen sollten.

75 Jahre Seliger-Gemeinde e.V.
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