150 Jahre Vorwärts

Veröffentlicht am 26.09.2026 in Allgemein

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Beim „Vorwärts“-Jubiläumsfest begegneten sich Vergangenheit und Gegenwart: oben Uli Miksch vor dem großen „Vorwärts“-Schriftzug; unten Uli Miksch (li.), Natascha Kohnen (Mitte) und Thomas Oellermann (re.). Drei Mitglieder der Seliger-Gemeinde bei der Feier einer Zeitung, deren Überleben im Exil eng mit der sudetendeutschen Sozialdemokratie verbunden war.

 

 

 

 

 

 

150 Jahre „Vorwärts“ – auch ein Stück DSAP/Seliger-Geschichte

Manche Begegnungen erzählen mehr, als auf den ersten Blick zu erkennen ist.

Beim Fest zum 150-jährigen Bestehen des „Vorwärts“ in Berlin trafen sich die Seliger-Mitglieder Uli Miksch, Thomas Oellermann und Natascha Kohnen. Dabei kam auch ein Besuch zur Sprache, der Kai Döring, den stellvertretenden Chefredakteur des „Vorwärts“, wenige Monate zuvor nach Tschechien geführt hatte.

Ende April hatte Döring am Frühjahrsseminar der Seliger-Gemeinde teilgenommen. Gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern begab er sich auf die Spuren der deutschen Sozialdemokratie im tschechoslowakischen Exil. Thomas Oellermann führte zum historischen Standort des „Neuen Vorwärts“ in Karlsbad.

Denn die Geschichte des „Vorwärts“ wurde nicht nur in Berlin geschrieben. Nach dem Verbot der SPD und ihrer Zeitung durch die Nationalsozialisten im Jahr 1933 musste die Redaktion Deutschland verlassen. In Prag wurde der „Vorwärts“ als „Neuer Vorwärts“ wiederaufgebaut. Gedruckt wurde die Zeitung in Karlsbad im Graphia-Verlag der Deutschen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik, der DSAP.

Für Kai Döring bekam dieser Abschnitt der „Vorwärts“-Geschichte in Karlsbad einen konkreten Ort. Dort war die Zeitung unter den Bedingungen von Flucht und Verfolgung weiter produziert worden – getragen von der Solidarität deutscher, tschechischer und deutschböhmischer Sozialdemokraten. Als Döring beim Jubiläum in Berlin an die gemeinsame Exkursion erinnerte, führte der Weg gedanklich noch einmal von Berlin über Prag und Karlsbad zurück in die deutsche Hauptstadt.

So wurde aus einem Treffen in Berlin eine Geschichte über politische Freundschaft und Solidarität über Grenzen hinweg. Die Seliger-Gemeinde bewahrt diese Verbindung nicht nur in Archiven und Erinnerungen. Sie sucht die historischen Orte auf, bringt Menschen miteinander ins Gespräch und trägt die gemeinsame Geschichte in die Gegenwart.

 

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