Datum: 07.11.2024 – 05.12.2024
Veranstaltungsorte:
Auslandsgesellschaft.de e.V. Gedenkstätte STEINWACHE
Steinstraße 48 Steinstraße 50
44147 Dortmund 44147 Dortmund
1949 wurde die Auslandsgesellschaft Dortmund als Initiative engagierter Bürgerinnen und Bürgern gegründet. Sie ist entstanden aus dem Trauma des Zweiten Weltkrieges und getragen von dem Wunsch nach Verständigung. Dieser Ursprung prägt ihre Ziele bis heute: Einsatz für Völkerverständigung im Sinne von Humanität und Toleranz.
Am 26. November 2024 wird Bürgermeister Norbert Schilff gemeinsam mit Helena Päßler, Bundesvorsitzende der Seliger-Gemeinde, und Erika Kalkofen-Frahne, der Ausstellungsverantwortlichen, die Ausstellung „Böhmen liegt nicht am Meer – Wege sudetendeutscher Sozialdemokraten“ in der Auslandsgesellschaft Dortmund besuchen.
Bürgermeister Schilff betont die Bedeutung dieses historischen Gedenkens: „In einer Zeit wachsender gesellschaftlicher Spannungen ist es entscheidend, dass wir uns unserer Geschichte bewusst werden. Diese Ausstellung zeigt uns, wie wichtig es ist, für Vielfalt, Toleranz und ein friedliches Miteinander einzutreten.“ Die Seliger-Gemeinde verkörpere diese Werte, die auch für Dortmund heute von zentraler Bedeutung seien.
Zeitgleich findet man einen Teil der Ausstellung in der benachbarten „Steinwache“. Die Steinwache in Dortmund ist eine Mahn- und Gedenkstätte an die Zeit des Nationalsozialismus und beherbergt die ständige Ausstellung „Widerstand und Verfolgung in Dortmund 1933–1945“ des Dortmunder Stadtarchivs.
Am Donnerstag, den 5. Dezember, 19.00 Uhr hält Erika Kalkofen-Frahne in der Steinwache einen Vortrag zu den in der Ausstellung gezeigten Personen.
Wie überall im Deutschen Reich nutzte die neugegründete Gestapo die Einrichtungen der „normalen“ Polizei und so wurde die Steinwache bald nicht nur zum Gefängnis für die von der Gestapo verfolgte politische Opposition der Nationalsozialisten, sondern auch Ort brutaler Verhöre und Folterungen. Schnell als „Hölle von Westdeutschland“ bekannt, waren es in den ersten Jahren nach 1933 in erster Linie Angehörige der in Dortmund traditionell starken kommunistischen und sozialdemokratischen Milieus, die durch die Gestapo hier in „Schutzhaft“ genommen wurden. Das häufig sehr stark überbelegte Gefängnis war darüber hinaus für viele Insassen nur Durchgangsstation auf dem Weg in ein Konzentrationslager.