Studienfahrt der Seliger-Gemeinde 2022

Veröffentlicht am 01.09.2022 in Allgemein

Eine Ausstellung im Kinofoyer zeigte aktuell eine Reihe von Schülerarbeiten hier: „Hoffnung“ von Sára Saudková (10) aus Prag

Das Ghettomuseum in Terezín/Theresienstadt

Der 20. August stand ganz im Zeichen der Gedenkveranstaltung zum 80. Todestag von Dr. Ludwig Czech, der 1942 im KZ Theresienstadt ums Leben kam. Die Seliger-Gruppe reiste mit dem Bus aus Prag an und hatte etwas Zeit bis zur Gedenkfeier, so dass ein Besuch im Ghettomuseum möglich war.
 

Das Ghettomuseum Theresienstadt wurde 1991 in der ehemaligen Schule der Stadt eröffnet. Während der deutschen Besatzung diente das Gebäude als Knabenheim. Das Museum wurde am 17. Oktober 1991 eröffnet – 50 Jahre nachdem die ersten Häftlinge aus Prag nach Theresienstadt gebracht worden waren. Neben der Dauerausstellung mit der Kindergedenkhalle im Erd- und Zwischengeschoss, ist die Ausstellung „Theresienstadt in der Endlösung, 1941-1945“ im ersten Stock äußerst beeindruckend. Hier wird der Beginn der Verfolgung der Protektoratsjuden, die Einrichtung und das Leben im Ghetto sowie die Transporte in die Arbeits- und Vernichtungslager beschrieben. Außerdem wird die Rolle von Theresienstadt im nationalsozialistischen System der Ermordung der Juden dargestellt.

Im November 1941 entstand das Ghetto Theresienstadt, ein Sammel- und Durchgangslager für die jüdische Bevölkerung in Böhmen und Mähren. Am 16. Februar 1942 wurde die städtische Gemeindeverwaltung aufgelöst; die einheimische Bevölkerung musste die Stadt verlassen. In den folgenden Jahren kamen auch Juden aus Deutschland und anderen europäischen Ländern in das Altersghetto genannte Konzentrationslager. Zeitweilig diente Theresienstadt der NS-Propaganda als Vorzeigeghetto, um die internationale Öffentlichkeit über die mit der Endlösung der Judenfrage verbundenen Ziele zu täuschen.

Einer von 140.000: Dr. Ludwig Czech

Einer der bekanntesten Häftlinge in Theresienstadt war Dr. Ludwig Czech, Vorsitzender der Deutschen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (DSAP) von 1920 bis 1938. Als Minister in der tschechoslowakischen Regierung (1929 bis 1938) wird er Schirmherr für die deutsche und wenig später auch österreichische sozialdemokratische Emigration. Gemeinsam mit Wenzel Jaksch, seinem Nachfolger als Parteivorsitzender, sorgt Czech dafür, dass viele Emigranten unabhängig von ihrem Status die gefährdete Tschechoslowakei verlassen können, bevor sie von den Nazi-Invasoren gefasst werden. Verhaftungen, Verfolgungen und Verurteilungen blieben Ludwig Czech in den Jahren der politischen Bestätigung nicht erspart. 1938 legte er sein Ministeramt nieder, konnte sich aber nicht dazu durchringen, ins Ausland zu gehen. Mitte März 1942 kam Dr. Czech mit einem Transport in das Konzentrationslager Theresienstadt, wo er am 20. August 1942 starb.

Am diesem 20. August 1942 wird ein kruder Brettersarg auf einen Leiterwagen gehoben, vor die Tore der Stadt verbracht und dort auf einem anonymen Gräberfeld verscharrt. Zurück Lilly Czech, deren letzte Erinnerung an ihren Ehemann Ludwig von Verbitterung geprägt wird: „Auf dem letzten Weg durfte ihn jedoch niemand begleiten, kein Gedenkstein weist auf seine letzte Ruhestätte im Massengrab hin. Das Vaterland, das uns fremd geworden, hat ihn verleugnet.“

An diese Worte erinnerte am 1. September 1993 der stellvertretende Vorsitzende der tschechischen Sozialdemokratie Pavel Novák, als in Anwesenheit des tschechischen Staatspräsidenten Vaclav Havel, des österreichischen Bundeskanzlers Franz Vranitzky und des ehemaligen SPD-Vorsitzenden Hans-Jochen Vogel eine Gedenktafel in Theresienstadt für den unbeugsamen Demokraten Ludwig Czech enthüllt wurde.

 

 

Am 5. Mai 1945 flüchtete die SS aus Theresienstadt. Drei Tage später befreite die Rote Armee die Gefangenen. Mehr als 140.000 Häftlinge hatten im Theresienstädter Lager gelebt. 38.000 von ihnen starben dort, fast 90.000 wurden in Vernichtungslager in Osteuropa weitertransportiert.

 

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