
Besuch am Grab von Josef Seliger in Bystrany (Wisterschan, Teplitz) – 10.05.2018
Zum Gedenken an Josef Seliger,
den ersten Vorsitzenden der Deutschen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (DSAP)
Auf dem Weg nach Aussig/Ústí nad Labem machte die Reisegruppe Station in Teplitz/Teplice, wo Waldemar Deischl, Reiseleiter und Vorsitzender der Seliger-Gemeinde Ortsgruppe München, den ersten Vorsitzenden der Deutschen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (DSAP), Josef Seliger (1870-1920), an dessen Grab würdigte. Mit dem deutschen Volkslied Lied „Die Gedanken sind frei“ gedachte die Gruppe dem Namensgeber der Seliger-Gemeinde.
Die Gedanken sind frei,
wer kann sie erraten,
sie fliehen vorbei
wie nächtliche Schatten.
Kein Mensch kann sie wissen,
kein Jäger erschießen,
es bleibet dabei:
die Gedanken sind frei.
Bystrany/Wisterschan liegt 2 km südöstlich von Teplice-Šanov/Teplitz-Schönau am Sviním-Bach am Fuße des Berges Doubravka. Wisterschan wird das erste Mal Anfang des 16. Jahrhundert erwähnt. Die eigentliche Entwicklung erfolgte in der zweiten Hälfte des 19. Jh. als das Dorf zum Industriestandort wurde. 1864 wurde eine Färberei für türkische Tücher von Karl Grohmann errichtet. 1905 kam eine Wollweberei hinzu, später ein Ziegelwerk, eine Mühle und ein Stahlwerk.Theodor Grohmann und sein älterer Bruder Martin 1907 in Wisterschan eine Maco-Spinnerei mit 24.000 Spindeln, in der vor dem Ersten Weltkrieg über 500 Personen beschäftigt wurden. Bystrany/Wisterschan hatte 1939/40 4200 Einwohner, heute leben dort 1900 Menschen.
Waldemar Deischl legte einen Strauß roter Nelken am Grab nieder und erinnerte an die Person Josef Seligers, des ersten Parteivorsitzenden der DSAP, der schon 1920 einer nicht diagnostizierten Krankheit erlegen war. Seliger, Namenspatron der Seliger-Gemeinde, fand seine letzte Ruhe auf dem Friedhof in Bystrany (Wisterschan) in einem Ehren-Grab, das mit Unterstützung der Seliger-Gemeinde gepflegt wird.