13.07.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
Herta Schober (1922-2018)
Herta Schober wurde am 2. Juni 1922 in Jägerndorf geboren. Sie wuchs in einem sozialdemokratisch geprägten Elternhaus auf. Ihr Vater leitete das örtliche Arbeiterheim, das nicht nur als Versammlungsstätte, sondern auch als gesellschaftliches und kulturelles Zentrum der Jägerndorfer Arbeiterbewegung diente. Auf diese Weise kam Herta Schober bereits früh mit dem politischen und gemeinschaftlichen Leben der sudetendeutschen Sozialdemokratie in Berührung.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Vertreibung gelangte sie gemeinsam mit ihren Eltern zunächst nach Memmingen in Bayern. Im Jahr 1950 zog sie mit einer Gruppe von 20 weiteren Sudetendeutschen nach Stockholm. Dort arbeitete sie zunächst in einer Baumwollspinnerei. Später fand sie eine Anstellung in einem genossenschaftlichen Reisebüro, dessen Geschäftsräume sich im Zentrum Stockholms unweit des königlichen Schlosses befanden. Dort war sie bis zu ihrer Pensionierung im Jahr 1972 tätig.
13.07.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
Emil Werner (1913–1996)
Emil Werner wurde 1913 im Aussiger Vorort Lerchenfeld im damaligen Sudetenland geboren. Bereits in jungen Jahren schloss er sich der Sozialistischen Jugend an und engagierte sich später in der Deutschen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (DSAP), der sozialdemokratischen Partei der deutschen Bevölkerung in der Tschechoslowakei. Die demokratischen und antifaschistischen Überzeugungen, die ihn früh prägten, bestimmten sein gesamtes weiteres Leben.
Mit der Besetzung der Tschechoslowakei durch das nationalsozialistische Deutschland geriet auch Werner unter den Einfluss des NS-Regimes. 1939 wurde er gegen seinen Willen zum Dienst in der Wehrmacht eingezogen. Das Ende des Zweiten Weltkriegs bedeutete für ihn keinen unmittelbaren Neuanfang, sondern zunächst die Herausforderung, den verfolgten und vertriebenen sudetendeutschen Sozialdemokraten zu helfen. Er beteiligte sich an der sogenannten Aktion Ullmann, einer koordinierten Hilfs- und Aussiedlungsaktion, die zahlreichen sudetendeutschen Antifaschisten die Ausreise aus der Tschechoslowakei ermöglichte. Im Jahr 1946 gelangte auch Emil Werner selbst nach München.
09.07.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
Dora Müller (1920–2009)
Dora Müller, geborene Schuster, wurde 1920 in der mährischen Metropole Brünn/Brno geboren. Sie wuchs in der demokratischen Atmosphäre der Ersten Tschechoslowakischen Republik auf, in einer Stadt, in der tschechische, deutsche und jüdische Kultur das öffentliche Leben gleichermaßen prägten. Ihr Elternhaus war tief in der deutschen sozialdemokratischen Bewegung verwurzelt. Ihr Vater Karl Schuster gehörte zu den führenden Persönlichkeiten der Brünner Deutschen Sozialdemokratie und arbeitete eng mit dem langjährigen DSAP-Vorsitzenden und tschechoslowakischen Minister Ludwig Czech zusammen. Dadurch kam Dora bereits früh mit den Idealen von Demokratie, sozialer Gerechtigkeit und konsequentem Antifaschismus in Berührung, die ihr gesamtes weiteres Leben bestimmen sollten.
09.07.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
Heinrich Müller jun. (1904 - 1977)
Heinrich Müller jun. wurde 1904 als Sohn des späteren DSAP-Politikers, Senators und Vorsitzenden des Arbeiter-Turn- und Sportverbandes (ATUS) Heinrich Müller und dessen Ehefrau Henriette geboren. Er wuchs in Aussig (Ústí nad Labem) in einem sozialdemokratisch geprägten Elternhaus auf, in dem Politik, Arbeiterbildung und demokratisches Engagement den Alltag bestimmten. Früh schloss er sich der Deutschen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (DSAP) an und übernahm die politischen Überzeugungen seiner Eltern. Beruflich erlernte er das Bau- und Möbeltischlerhandwerk und entwickelte sich zu einem vielseitig begabten Handwerker.
08.07.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
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Heinrich Weißbach (1910-1985)
Heinrich Weißbach (im kanadischen Exil als Henry Weisbach bekannt) wurde am 7. September 1910 in Komotau geboren. Beruflich war er als Angestellter tätig. Schon früh wurzelte sein Leben in den Organisationen der sozialdemokratischen Arbeiterkultur. Er wurde Mitglied bei den sozialistischen „Kinderfreunden“ sowie im Arbeiter-Turn- und Sportverband (ATUS).
Seine politische Laufbahn konzentrierte sich zunächst auf die Jugendorganisation der Deutschen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (DSAP). Hier übernahm er rasch Führungsverantwortung: Im Jahr 1926 wurde er zum Vorsitzenden der Sozialistischen Jugend in Schreckenstein (Aussig) gewählt. Nur zwei Jahre später, 1928, stieg er zum Vorsitzenden der Sozialistischen Jugend für den gesamten Kreis Aussig auf. Später wirkte er auf nationaler Ebene als stellvertretender Vorsitzender der Sozialistischen Jugend.

75 Jahre Seliger-Gemeinde e.V.
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