75 Jahre Seliger-Gemeinde

Veröffentlicht am 09.08.2026 in Allgemein

Festakt Branneburg: Zwei Bilder – 75 Jahre – dieselbe Haltung

Brannenburg 1951 und Brannenburg 2026. Derselbe Ort, jeweils 39 Teilnehmer – und doch liegen zwischen beiden Bildern 75 Jahre voller Brüche, Neuanfänge, Freundschaften und gemeinsamer Geschichte.

Am 10. und 11. November 1951 kamen 39 Frauen und Männer zur Gründungsversammlung der Seliger-Gemeinde zusammen. Viele von ihnen hatten Verfolgung, Krieg, Flucht und Vertreibung erlebt. Sie hatten ihre Heimat verloren, nicht aber ihre politischen Überzeugungen. Namen wie Wenzel Jaksch, Volkmar Gabert, Adolf Hasenöhrl, Ernst Paul, Emil Werner, Roman Wirkner, Alois Ullmann oder Olga Sippl stehen für diese Gründergeneration.

75 Jahre später war in Brannenburg etwas von genau diesem Geist wieder zu spüren. Es war kein nüchternes Jubiläum, sondern ein herzliches Wiedersehen von Menschen, die sich der Seliger-Gemeinde verbunden fühlen – aus Deutschland, Tschechien und Österreich. Alte Weggefährten trafen auf Jüngere, persönliche Erinnerungen auf neue Ideen, Geschichte auf Gegenwart.

Mit dabei war Ko-Bundesvorsitzende Christa Naaß; die zweite Ko-Vorsitzende Helena Päßler war leider verhindert. Die bayerische Seliger-Gemeinde war mit ihrem Vorsitzenden Herbert Schmid sowie den beiden Stellvertretern Anita Berek und Harald Zahel vertreten. Aus Österreich kam der SGÖ-Vorsitzende Volkmar Harwanegg, aus Tschechien Libor Roucek, Patrik Eichler und Filipp Bláha nach Brannenburg.

Und der Vergleich der beiden Gruppenbilder zeigt noch etwas: Die Seliger-Gemeinde von heute ist weiblicher, bunter und internationaler geworden. Aus der Gemeinschaft vertriebener sudetendeutscher Sozialdemokraten ist über Jahrzehnte eine Brücke zwischen Deutschen und Tschechen entstanden.

Dass diese Gemeinschaft auch heute Menschen neu anzieht, zeigte sich unmittelbar beim Festakt: Mit der Festrednerin Dr. Bärbel Kofler MdB und dem Brannenburger SPD-Ortsvorsitzenden Richard Salomon traten gleich zwei neue Mitglieder spontan der Seliger-Gemeinde bei.

Vielleicht war genau das der schönste Beweis dafür, dass die Seliger-Gemeinde nicht nur von ihrer Vergangenheit lebt. Sie berührt Menschen noch immer, sie schafft Verbindung – und sie kann auch heute neue politische Heimat sein.

Besonders eindrucksvoll verbindet Olga Sippl die beiden Bilder. Sie gehörte 1951 zu den Gründerinnen und Gründern und war bis zu ihrem Tod 2025 das letzte noch lebende Gründungsmitglied. Ihr Wunsch, die Seliger-Gemeinde dürfe „nicht spurlos aus der Geschichte verschwinden“, bekam in Brannenburg eine sichtbare Antwort:


Andere Gesichter, neue Generationen – aber dieselbe Idee von Demokratie, Solidarität und Verständigung. Und zwei neue Mitglieder zeigen: Diese Geschichte ist noch lange nicht zu Ende.

 

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