20.05.2026 in Europa von Seliger-Gemeinde Ortsgruppe Waldkraiburg
TOMÁŠ LINDNER, Leiter der Auslandsredaktion war zu Besuch in Waldkraiburg und recherchierte zur Geschichte Waldkraiburgs. Er wollte wissen, wie wie die Vertriebenen Sudetendeutschen Bayern veränderten (wirtschaftlich und gesellschaftlich) und wie lange es dauerte, bis sie in Bayern voll aufgenommen wurden. Er wurde begleitet vom Fotografen MILAN JAROŠ.
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Eine Zusammenfassung des Artikelinhalts in deutscher Sprache weiter unten.

Zeitzeugengespräch
V.l.n.r.: Gert Hilger (Stadtführer/Seliger-Gemeinde), Tomáš Lindner (Leiter der Auslandsredaktion resekt.cz), Milan Jaroš Fotograf, Walter Zabelt, Christa Zabelt, Peter Schmid-Rannetsperger (Vors. Seliger-Gemeinde)

Besuch bei Stadtarchivar Konrad Kern
V.l.n.r.: Stadtarchivar Konrad Kern, Tomáš Lindner (Leiter der Auslandsredaktion resekt.cz), Milan Jaroš
Zusammenfassung:
Der Artikel beschreibt das Schicksal der sudetendeutschen Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg, insbesondere am Beispiel der Stadt Waldkraiburg in Bayern. Nach ihrer Vertreibung aus der Tschechoslowakei mussten viele Sudetendeutsche in ehemaligen NS-Rüstungsfabriken und provisorischen Unterkünften ein neues Leben beginnen. Waldkraiburg ist eines von fünf sogenannten „Vertriebenenstädten“ in Bayern, die nach dem Krieg fast ausschließlich von Vertriebenen gegründet und aufgebaut wurden.
Die Gemeinschaft war anfangs politisch und sozial gespalten – ehemalige Antifaschisten lebten neben früheren Anhängern des Henlein-Regimes. Dennoch mussten alle zusammenarbeiten, um die Stadt aufzubauen. Die Not der Nachkriegszeit und die gemeinsame Erfahrung des Verlusts der Heimat verband die Menschen. Demokratische Zusammenarbeit wurde erlernt, und mit der Zeit wurden auch politische Gegensätze überwunden.
Bayern nahm insgesamt etwa zwei Millionen Vertriebene auf, davon die Hälfte Sudetendeutsche. Die Integration war nicht immer einfach: Viele Einheimische begegneten den Neuankömmlingen mit Vorurteilen, und die Vertriebenen mussten sich oft mit beengten Wohnverhältnissen und harter Arbeit auf Bauernhöfen begnügen. Mit der Zeit entstanden jedoch neue Siedlungen und Stadtviertel, die bis heute an den Straßennamen und der Architektur erkennbar sind.
Die Vertriebenen brachten auch ihre handwerklichen und industriellen Fähigkeiten mit, was zur wirtschaftlichen Entwicklung Bayerns beitrug. Firmen wie Miraphone, gegründet von ehemaligen Instrumentenbauern aus Kraslice, wurden weltweit erfolgreich. Die Vertriebenenstädte wie Waldkraiburg und Geretsried entwickelten sich zu wirtschaftlichen Zentren ihrer Regionen.
Im Laufe der Jahrzehnte wurden die Sudetendeutschen offiziell als „vierter Stamm“ Bayerns anerkannt. Die Integration in die bayerische Gesellschaft dauerte jedoch lange, und erst in den 1970er und 1980er Jahren wurden Ehen zwischen Einheimischen und Nachkommen der Vertriebenen zur Normalität. Heute leben in diesen Städten Menschen aus über hundert Nationen, und viele Traditionen der alten Heimat werden weiterhin gepflegt
19.05.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
Führende deutsche Sozialdemokraten aus Brünn
Bei der Abendschule zur Geschichte der sudetendeutschen Sozialdemokratie am 12. Mai 2025 stellte Dr. Thomas Oellermann eine Reihe bedeutender deutscher Sozialdemokraten aus Brünn vor. Grundlage des Vortrags war seine umfangreiche biographische Sammlung, aus der auch die Ausstellung „Das rote Brünn – Lebensbilder Brünner Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten“ hervorging. Die Ausstellung soll beim Sudetendeutschen Tag 2026 in Brünn gezeigt werden und erschien bereits als Broschüre in der Schriftenreihe der Seliger-Gemeinde.
18.05.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
Ein Hof der Hoffnung
Der Anton-Sacher-Hof in Fischern und sein fast vergessenes Erbe
Bei der Exkursion zum Frühjahrsseminar 2026 besuchte die Seliger-Gemeinde den Wohnort der Familie Hieke – den heutigen Karlsbader Stadtteil Fischern (Rybáře). Die deutsche Sozialdemokratie prägte diesen Ort mindestens genauso wie das vorher besuchte Altrohlau. Bürgermeister Anton Sacher ging hier einen bedeutenden Weg um gegen die Wohnungsnot anzukommen – er schuf ein Bauwerk, das kaum in Reiseführern auftaucht und doch ein bedeutendes Kapitel mitteleuropäischer Sozialgeschichte erzählt: den Anton-Sacher-Hof. Errichtet in den frühen 1930er Jahren, war der Wohnkomplex weit mehr als nur ein Gebäude – er war Ausdruck einer sozialen Vision in Zeiten wirtschaftlicher Not. In tschechischen Dokumenten ist er als „Sachrův dvůr“ in der Fibichova-Straße bekannt und Teil der historischen Siedlung Fischern.
17.05.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
Starke SPD- und SPÖ-Delegation mit (1. Reihe) Hannes Heide, MdEP, Ruppert Stüwe MdB, Volkmar Halbleib, MdL, Helena Päßler (SG), (2.Reihe) Ronja Enders, Kathrin Pollack, Christa Naaß (SG), Libor Rouček, MdEP a.D., (3. Reihe) Volkmar Harwaneg, LAbg. a.D., Jörg Nürnberger, MdB a.D. Rita Hagl-Kehl, MdB a.D. und Gudrun Peters, MdL a.D.
Historisches Zeichen der Verständigung:
SPD- und SPÖ-Delegation beim Sudetendeutschen Tag in Brünn
Der Sudetendeutsche Tag in Brünn steht in diesem Jahr im Zeichen der europäischen Verständigung und der deutsch-tschechisch-österreichischen Zusammenarbeit. Eine gemeinsame Delegation von Vertreterinnen und Vertretern der SPD und SPÖ nimmt an den Veranstaltungen teil.
14.05.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
Brünn als Zentrum demokratischer sudetendeutscher Tradition
Rund 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Deutschland, Tschechien und Österreich diskutierten bei der dritten seliger-online-Veranstaltung 2026 „Brünn – Hauptstadt der demokratischen Sudetendeutschen“ über die demokratische und sozialdemokratische Tradition der mährischen Metropole.
Die Bundesvorsitzende der Seliger-Gemeinde, Christa Naaß, begrüßte unter den Gästen auch die Wenzel-Jaksch-Preisträgerin Hanna Zakhari, langjährige Vorsitzende des Deutschen Kulturvereins Region Brünn (DKVB). Naaß verwies darauf, dass der Sudetendeutsche Tag 2026 erstmals in Tschechien in Brünn stattfinden werde. Die seliger-online-Veranstaltung solle daher auch zur Vorbereitung auf dieses historische Treffen dienen. Für die Seliger-Gemeinde sei es wichtig hervorzuheben, dass Brünn nicht nur ein Ort deutsch-tschechischer Verständigung, sondern auch eine Stadt mit einer reichen sudetendeutschen sozialdemokratischen Tradition sei. Geplant seien beim Sudetendeutschen Tag unter anderem eine Ausstellung zur Geschichte der sudetendeutschen Sozialdemokratie in Brünn sowie eine Diskussionsveranstaltung über Brünn als Zentrum sozialdemokratischen Exils im Jahr 1934.

75 Jahre Seliger-Gemeinde e.V.
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