Ulrich Miksch traf Monika Horáková in Brünn
Begegnungen am Rande des Sudetendeutschen Tages: Monika Horáková
Wiedersehen in Brünn. Beim ersten Gedenkmarsch 2015 lernte Ulrich Miksch Monika Horáková kennen – die Schwiegertochter von Petr Uhl und Anna Šabatová. Sie war damals mit ihrem kleinen Sohn im Kinderwagen dabei, sichtbar bewegt von dem Wunsch, die Ereignisse von 1945 besser nachzuempfinden – angeregt durch den Roman von Kateřina Tučková über die Vertreibung der Gerta Schnirch.
Dieser Hintergrund erklärt auch viel von der Atmosphäre dieser Begegnungen: In der Familie Uhl/Šabatová spielt Erinnerung, Widerstand und Menschenrechtsarbeit seit Jahrzehnten eine zentrale Rolle. Petr Uhl war als Unterzeichner der Charta 77 und Mitbegründer des VONS (Komitee zur Verteidigung der zu Unrecht Verfolgten) eine prägende Figur der tschechoslowakischen Bürgerrechtsbewegung, mehrfach inhaftiert und später auch im demokratischen Tschechien als Journalist und Menschenrechtsbeauftragter tätig. Seine Frau Anna Šabatová, die Monika Horáková begleitete und dieses Foto machte, unterschrieb ebenso die Charta 77 und fungierte teilweise als Sprecherin. Sie war vom Februar 2014 bis Februar 2020 Ombudsfrau in der Tschechischen Republik (Öffentliche Verteidigerin der Menschenrechte), ein Amt in das sie durch das tschechische Parlament gewählt wurde, in dem sie in ihrer Geburtsstadt Brünn tätig sein konnte.
Jetzt, zum Auftakt des Sudetendeutscher Tag, begegneten sie sich erneut in Brünn – ein freudiges Wiedersehen, das zeigt, wie sehr persönliche Biografien und europäische Erinnerungsgeschichte ineinandergreifen.