Erika Kalkofen-Frahne traf Nick Winton in der Hotellobby
Begegnungen am Rande des Sudetendeutschen Tages: Nick Winton
Spontane Begegnungen haben oft eine ganz eigene Kraft. Manchmal entstehen sie zufällig – in einer Hotellobby, nach den Veranstaltungen, abends fernab der offiziellen Reden. So war es auch bei der Begegnung von Erika Kalkofen-Frahne mit Nick Winton, dem Sohn des berühmten Holocaust-Retters Sir Nicholas Winton.
Nick Winton war als Ehrengast nach Brünn gekommen. Dort nahm er an mehreren Gedenkveranstaltungen des Festivals „Meeting Brno“ teil und erinnerte an das Vermächtnis seines Vaters, der 1939 insgesamt 669 jüdische Kinder vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten rettete.
Im persönlichen Gespräch wirkte Winton ruhig, offen und nahbar. Besonders bewegend war sein Appell zur Versöhnung. Angesichts gesellschaftlicher Spannungen und alter Konflikte sprach er über die Bedeutung von Dialog und Menschlichkeit. Ein Satz blieb dabei besonders im Gedächtnis: „Vergebung ist kein Geschenk für diejenigen, die sich schlecht verhalten haben. Es ist ein Geschenk für uns selbst.“
Für Erika Kalkofen-Frahne wurde die Begegnung in der Hotellobby zu einem jener Momente, in denen Geschichte plötzlich ganz persönlich wird. Sie hat sich u.a. über die Nachwirkungen des Nationalsozialismus auf die spätere Entwicklung von verfolgen Kindern, sprich Traumatisierung, mit Nick Winton, ausgetauscht.
Nicht die große Bühne stand im Mittelpunkt, sondern die stille Erinnerung daran, wie wichtig Menschlichkeit, Mut und Verständigung bis heute geblieben sind.