Zum 60. Todestag von Richard Reitzner

Veröffentlicht am 11.05.2022 in Allgemein

An seinem Geburtsort Einsiedl erinnerte die Seliger-Gemeinde anlässlich des 60. Todestages an Richard Reitzner

 

Richard Reitzner: Parteivorstand - Exil - Bundestag - Gründungsmitglied der Seliger-Gemeinde

Gedenkveranstaltung der Seliger-Gemeinde am Geburtsort Einsiedl - Verleihung der Richard-Reitzner-Medaille im Herbst

Auf dem Heimweg von der Exkursion nach Most beim Frühjahrsseminar machte die Seliger-Gemeinde Halt in Einsiedl/Mnichov u Mariánských Lázní. Thomas Oellermann referierte am Brunnen vor dem Rathaus zum 60. Todestag von Richard Reitzner, der 1893 hier geboren wurde. Seine Blüte hatte der Ort im ausgehenden 19. Jahrhundert mit einer Einwohner Zahl über 1000. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges gab es im Ort eine Bierbrauerei, ein Sägewerk und Spielwarenerzeugung. 1945 und 1946 wurden die deutschsprachigen Bewohner des Ortes im Zuge der Vertreibung enteignet und zum Verlassen des Ortes gezwungen. Der alte Mineralwasserbrunnen Grüner Säuerling wurde für Trinkkuren genutzt und als Mineralwasser zum Versand abgefüllt. Am Rande des Ortes entstand nach einer Bohrung eine neue Werksanlage, von der die Mineralwassermarke Magnesia in den internationalen Handel kommt. Heute hat der Ort um knapp 200 Einwohner. Diese staunten nicht schlecht, als am späten Nachmittag des 23. April plötzlich ein deutscher Reisebus anhielt und 50 Personen sich um den Brunnen vor dem Rathaus gruppierten.

Thomas Oellermann präsentierte die Lebensdaten von Richard Reitzner:

Richard Reitzner wurde am 19. August 1893 in Einsiedel bei Marienbad als Sohn des Porzellanmalers Adolf Reitzner geboren. Nach dem Besuch der Lehrerbildungsanstalt arbeitete er als Lehrer und bildete sich daneben als Gasthörer an der Karls-Universität Prag fort.

Reitzner nahm von 1914 bis 1918 als Soldat am Ersten Weltkrieg teil, schloss sich 1920 der Arbeiterbewegung an und wurde Mitglied der Deutschen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (DSAP). Schon im Alter von 23 Jahren gehörte er dem Parteivorstand an.

Als der Einmarsch ins Sudetenland begann, entschloss er sich im Herbst 1938 mit seiner Familie, u.a. mit dem 17-jährigen Sohn Almar, nach Großbritannien zu emigrieren, um sich gerade noch rechtzeitig einer Verhaftung des Hitlerregimes entziehen zu können.

Im Exil in London leitete er mit Wenzel Jaksch und Ernst Paul eine Emigrantengruppe. Sie wehrten sich vehement gegen die Pläne der tschechischen Exilregierung über drei Millionen Sudetendeutsche aus der Tschechoslowakei nach dem Zweiten Weltkrieg zu vertreiben.

Reitzner siedelte 1946 als Heimatvertriebener mit seiner Familie nach Westdeutschland über, ließ sich in Eglfing bei München nieder. 1947 wurde er stellvertretender Staatssekretär für das Flüchtlingswesen in Bayern. Reitzner gehörte dem Deutschen Bundestag seit 1949 bis zu seinem Tode an. Dort war er Flüchtlingsexperte der SPD.

Richard Reitzner setzte sich mit allen ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten für die erste Zeitung für Vertriebene, die „Brücke“, ein. Im Gründungsprotokoll der Seliger Gemeinde vom 4. Juni 1951 firmiert Richard Reitzner als Antragsteller. Bei der Gründungsversammlung der Seliger-Gemeinde am 10. und 11. November 1951 wurde dann Wenzel Jaksch zum Bundesvorsitzenden gewählt und Richard Reitzner übernahm den geschäftsführenden Vorsitz, den er bis zu seinem Tode am 11. Mai 1962 in München/Haar innehatte.

Im Gedenken an den Mitbegründer der Seliger-Gemeinde wurde die Richard-Reitzner-Medaille geschaffen. Sie wird seit 1975 in Anerkennung und als Dank für besonders aktive Mitglieder vergeben. So wird auch zum 60. Todestag die Richard-Reitzner-Medaille beim Jahresseminar 2022 verliehen.

Eine Aufzeichnung der Gedenkveranstaltung finden Sie auf unserem YOUTUBE-Kanal!

 

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