Ernst und Gisela Paul-Stiftung

Veröffentlicht am 10.05.2022 in Allgemein

Grafik: deutsche-digitale-bibliothek.de

 

"Bibliothek der verbrannten Bücher” jetzt als Online-Ausstellung

Die Universitätsbibliothek Augsburg eröffnet einen Einblick in ihre Sammlung von Literatur, die im NS-Staat verboten und öffentlich verbrannt wurde

 

Am 12. April 2022 eröffnete die virtuelle Ausstellung "Die Bibliothek der verbrannten Bücher" im Netz offiziell ihre Türen. „Die Ausstellung zeigt nicht nur einen bibliophilen Schatz an Erstausgaben, sondern ist auch ein betroffen machender Beleg dafür, wie viele Menschen um ihr Leben bangen mussten, deren Bücher auf schändliche Weise "den Flammen übergeben" wurden“, so Peter Becher, der uns auf diese Ausstellung aufmerksam gemacht hat. Die virtuelle Dauerausstellung macht die einzigartige Büchersammlung Georg P. Salzmanns an der Universitätsbibliothek Augsburg allen Interessierten frei und anschaulich im Netz zugänglich. Georg Salzmann hatte jahrzehntelang die 1933-1945 von den Nationalsozialisten geächtete und verbotene deutschsprachige Literatur in Erstausgaben gesammelt.

 

Auch sudetendeutsche Autoren betroffen

 

Der „öffentlichen Verbrennung von Schund- und Schmutzliteratur” fielen die Werke von Carl Zuckmayer, Heinrich und Thomas Mann, Berthold Brecht, Alfred Döblin und Kurt Tucholsky zum Opfer. Eine ganze Literatengeneration wurde mit Berufsverbot belegt und zur Flucht aus Deutschland gezwungen. „Neben den Mitgliedern des Prager Kreises wie Franz Kafka und Franz Werfel, deren Bücher von den Nazis als Aktion „gegen den undeutschen Geist“ verbrannt wurden, waren auch der sudetendeutsche Sozialdemokraten Josef Hofbauer und anderer sudetendeutscher Autoren betroffen. Die Ernst und Gisela Paul-Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, die von der Bücherverbrennung betroffenen sudetendeutschen Autoren zu recherchieren. „In den kommenden Jahren werden einzelne Werke neu aufgelegt bzw. einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht“, so der wegweisende Beschluss des Sitzungsvorstandes. „Es war ein Angriff auf die geistige Freiheit. Die Freiheit des Denkens und der Toleranz passte nicht in das nationalsozialistische Weltbild”, so die Vorstandsvorsitzenden der Ernst und Gisela Paul-Stiftung, Hans Tomani und Rainer Pasta.

 

Spendenaufruf

 

Vor 89 Jahren, am 12. April 1933, läutete die Deutsche Studentenschaft mit ihrem Flugblatt „12 Thesen wider den undeutschen Geist“ eine landesweite Propaganda-Aktion ein. Als begeisterte Anhänger der neuen Machthaber hetzten die Studenten gezielt gegen jüdische, linke und andersdenkende Autorinnen und Autoren. „Undeutsche“ Literatur sollte aus deutschen Buchhandlungen, Leihbüchereien und Bibliotheken entfernt werden. Die mehrwöchige Säuberungsaktion gipfelte symbolträchtig am 10. Mai 1933 in zahlreichen öffentlichen Bücherverbrennungen. Viele Autorinnen und Autoren, deren Werke zum Verbrennen bestimmt wurden, mussten um Leib und Leben fürchten, flohen ins Exil oder fielen dem Holocaust zum Opfer.
 

Zur Ausstellung: https://ausstellungen.deutsche-digitale-bibliothek.de/verbrannte-buecher/

 

 

 

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