Vorstandsklausur in Ústí nad Labem am 12./13. Mai 2018

Veröffentlicht am 15.05.2018 in Ernst und Gisela Paul-Stiftung

Die Vorstandsvorsitzenden der Ernst und Gisela Paul-Stiftung, Hans Tomani und Rainer Pasta, mit dem Historiker Dr. Thomas Oellermann bei der Vorstandsklausur in Ústí nad Labem.

 

Sudetendeutsche Autoren und ihre Werke im Fadenkreuz der Nationalsozialisten

Vorstandsklausur der Ernst und Gisela Paul-Stiftung in Ústí nad Labem (Aussig an der Elbe)

Die Vorstandsvorsitzenden der Ernst und Gisela Paul-Stiftung trafen sich am 12. und 13. Mai 2018 in Ústí nad Labem (Aussig an der Elbe) zur Vorstandsklausur. Zusammen mit dem Historiker Dr. Thomas Oellermann sollte ein Aktionsprogramm erarbeitet werden, um die Stiftung wieder mehr in der Öffentlichkeit bekannt zu machen. Da sich derzeit die Bücherverbrennung der Nazis zum 85. Mal jährt und dabei auch einige bekannte Werke sudetendeutscher Autoren verbrannt wurden, beschlossen die Vorstandsvorsitzenden diesen Aspekt für die kommenden Jahre als Arbeitsschwerpunkt aufzugreifen.
 

Der „öffentlichen Verbrennung von Schund- und Schmutzliteratur” fielen die Werke von Carl Zuckmayer, Heinrich und Thomas Mann, Berthold Brecht, Alfred Döblin und Kurt Tucholsky zum Opfer. Eine ganze Literatengeneration wurde mit Berufsverbot belegt und zur Flucht aus Deutschland gezwungen. „Neben den Mitgliedern des Prager Kreises wie Franz Kafka und Franz Werfel, deren Bücher von den Nazis als Aktion „gegen den undeutschen Geist“ verbrannt wurden, waren auch der sudetendeutsche Sozialdemokraten Josef Hofbauer und anderer sudetendeutscher Autoren betroffen“, erklärte der zur Tagung eingeladene Historiker Dr. Thomas Oellermann. Es gab „Schwarze Listen” mit „unerwünschtem Schrifttum”. Sie enthielten Werke von 134 Autoren der schöngeistigen Literatur, Schriften der Sexualwissenschaft, Sexualaufklärung und Psychologie sowie zahlreiche republikanische, verfassungstreue, links-liberale, pazifistische, sozialdemokratische, marxistische, antifaschistische und internationalistische Werke.

Die Ernst und Gisela Paul-Stiftung wird in den kommenden Wochen die von der Bücherverbrennung betroffenen sudetendeutschen Autoren recherchieren und veröffentlichen. „In den kommenden Jahren werden einzelne Werke neu aufgelegt bzw. einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht“, so der wegweisende Beschluss. „Es war ein Angriff auf die geistige Freiheit. Die Freiheit des Denkens und der Toleranz passte nicht in das nationalsozialistische Weltbild”, so die Vorstandsvorsitzenden der Ernst und Gisela Paul-Stiftung, Hans Tomani und Rainer Pasta bei der Vorstandsklausur in Ústí nad Labem/Aussig.

Zweck der Stiftung ist die Förderung der Herausgabe von Veröffentlichungen zur Geschichte der sudetendeutschen Arbeiterbewegung sowie von wissenschaftlichen, publizistischen und künstlerischen Arbeiten, die zur Erhaltung und Verbreitung des Kultur- und Ideengutes der sudetendeutschen Arbeiterbewegung geeignet sind. „Gerade die von der Bücherverbrennung der Nazis betroffenen Arbeiter-Schriftsteller müssen entsprechend gewürdigt und bekannt gemacht werden“, so Dr. Thomas Oellermann, der an das Buch Der Marsch ins Chaos von Josef Hofbauer (1886-1948) erinnert, dass im Schatten von Erich Maria Remarque (Im Westen nichts Neues ) fast in Vergessenheit geraten ist.

Die aufgrund der Niedrigzinsphase anfallenden geringen Zinserträge lassen die Durchführung des Projekts neben der bisherigen satzungsgemäßen Förderung nicht zu. Deshalb bittet der Stiftungsvorstand alle Förderer des Gedankengutes der Sudetendeutschen Arbeiterbewegung und alle Gesinnungsfreunde um zweckgebundene Spenden zur Durchführung des Projekts.

 

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