Neues Fachbuch

Veröffentlicht am 28.03.2018 in

Bastian Vergnon, langjähriges Mitglied der Seliger-Gemeinde, studierte an der Universität Regensburg Geschichte und Politikwissenschaft. Nach einer kurzzeitigen Tätigkeit am Institut für Zeitgeschichte und im bayerischen Landtag war er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Regensburg beschäftigt und veröffentlichte unter anderem im Projekt «Die tschechisch-bayerische Grenze im Kalten Krieg».

 

 

Die bayerische SPD und die sudetendeutschen Sozialdemokraten 1945 bis 1978

 

Aus dem Inhalt: Die sudetendeutsche Sozialdemokratie vor 1945 - Der Widerstand gegen die Nationalsozialisten - Das Exil während des Zweiten Weltkriegs - Die Vertreibung aus der Tschechoslowakei - Die Aktion Ullmann - Transporte - Landesflüchtlingsausschuss - Flüchtlingspolitik - Wilhelm Hoegner - Bundes-SPD - Bundestag - Seliger-Gemeinde - Bund der Vertriebenen und Sudetendeutsche Landsmannschaft - Bayern-SPD - Landtag - Kommunalpolitik - Ortsverein - Mandate - Vertriebenengemeinden - CSU - Neue Ostpolitik und 68er-Generation

 

Die Dissertation untersucht die Beziehungen zwischen den sudetendeutschen Sozialdemokraten, die sich nach ihrer Vertreibung aus der Tschechoslowakei in Bayern ansiedelten, und der bayerischen SPD von 1946 bis 1978.

 

Das Buch ist erschienen im Peter Lang Gmbh, Internationaler Verlag Der Wissenschaften

 

Buch | Softcover | 508 Seiten | Preis: 64.95 € (unverbindliche Preisempfehlung)

978-3-631-73535-0 (ISBN)

 

Eine enge Bindung zu den sudetendeutschen Sozialdemokraten bot für die SPD in Bayern ein großes Wählerpotential, da die Sudetendeutschen sich in einem Gebiet niederließen, in dem die Partei schwach war. Die Flüchtlinge aus der Tschechoslowakei stellten ab 1946 mit fast einer Million Einwohner circa 10% der Bevölkerung. Die Sudetendeutschen Sozialdemokraten beeinflussten in Bayern die SPD jedoch nicht nur passiv als Wähler, sondern auch aktiv als Mitglieder und Funktionäre. Sie waren in allen Gliederungen der bayerischen Partei vertreten und brachten es in führende Positionen, darunter mit Volkmar Gabert zum Vorsitzenden der Landtagsfraktion und der Landespartei. Bereits von 1947 bis 1950 stellten sie mit Richard Reitzner den stellvertretenden Parteivorsitzenden, einen Posten, den mit Peter Glotz von 1972 bis 1977 erneut ein Sudetendeutscher besetzte.

 

Auch innerhalb der Parteiorganisation nahmen sudetendeutsche Vertriebene zahlreiche Aufgaben wahr. Hinzu kamen enge Verbindungen aus der Kooperation im sozialdemokratischen Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime, der von 1933 bis 1938 für Bayern maßgeblich aus der Tschechoslowakei und deren Sudetengebieten unterstützt wurde.

 

Diese lange und von verschiedenen Entwicklungen gekennzeichnete Verbindung wurde unter dem Aspekt erforscht, welche Rolle die sozialdemokratischen Sudetendeutschen für die bayerische SPD spielten. Untersucht wurde, mit welchen Mitteln die Partei versuchte, diese geschlossenen, soziokulturellen Gruppen für sich zu gewinnen, welche Bedeutung solche Gruppen innerhalb der SPD spielten und wie sie das Bild der Partei nach außen prägten. Um die Leitfragen zusätzlich an konkrete Beispiele zu koppeln, wurde die Arbeit auch die Lebenswege ausgewählter Familien sudetendeutscher Sozialdemokraten analysiert.

 

Zur Klärung der Leitfrage gliedert sich die Arbeit in vier weitere Fragekomplexe:

 

Der erste Fragekomplex soll die Frage klären, welche Voraussetzungen bis 1946 für die Integration der sudetendeutschen Sozialdemokratie in die Bayern-SPD bestanden. Dies erforderte eine Untersuchung der Geschichte beider Gruppen vor dem Zusammenschluss. Ebenfalls musste die Frage nach bereits existierenden Kontakten zwischen beiden Parteien gestellt werden, wobei besonders die Kooperation zwischen Sopade und DSAP im Widerstand gegen das NS-Regime zwischen 1933 und 1945 beleuchtet wurde.

 

Der zweite Fragekomplex beschäftigt sich mit der Vertreibung der sudetendeutschen Sozialdemokraten und deren Ankunft in Bayern. Dazu wurden zuerst die so genannten Ullmann-Transporte als Sonderweg der Aussiedlung analysiert, bevor die Arbeit ihr Augenmerk auf die Beziehungen der Neuankömmlinge zur 1946 im Amt befindenden Regierung des Sozialdemokraten Wilhelm Hoegner und zur sich ebenfalls im Wiederaufbau befindenden bayerischen Sozialdemokratie bis 1949 legte.

 

Der dritte Fragekomplex behandelt die danach entstandenen Beziehungen zwischen den bayerischen und sudetendeutschen Sozialdemokraten zwischen 1950 und 1970. Zuerst bedeutete dies eine Bearbeitung der Bemühungen der bayerischen SPD um die Sudetendeutschen und deren Sozialdemokraten, die in Wahlkämpfe und Initiativen außerhalb dieser Zeiten aufgeteilt ist. Danach erfolgte eine Untersuchung der personellen Integration der Sudetendeutschen in die bayerische Parteiorganisation. Dabei musste neben Sudetendeutschen auf Mandatsposten auch auf deren Rolle in der Parteiorganisation eingegangen werden. Zusätzlich war eine Analyse der Stellung der bayerischen Seliger-Gemeinde nötig. Zuletzt erfolgte eine Untersuchung der Rolle der Sudetendeutschen auf der kommunalen Ebene. Dabei standen zuerst die SPD-Hochburgen im Fokus, bevor die Arbeit die Frage nach der Neugründung von SPD-Organisationen auf dem flachen Land und in den Vertriebenensiedlungen durch die Sudetendeutschen behandelte. Zuletzt musste noch die bundespolitische Rolle der bayerisch-sudetendeutschen Sozialdemokraten beleuchtet werden.

 

Der letzte Fragekomplex beschäftigt sich mit dem Bruch zwischen der sudetendeutschen Basis und der bayerischen SPD von 1970 bis 1978 und soll die Frage nach deren Grund klären. Dazu wurden unterschiedliche Theorien für diese Entwicklung betrachtet und bewertet. Zuerst war dies die taktische Annäherung der Bundes-SPD an die Vertriebenenverbände. Danach folgten die Ostverträge, wobei ein besonderes Augenmerk auf dem Prager Vertrag gelegt wurde. Zuletzt wurde mit den innerparteilichen Querelen der so genannten „Münchner Krankheit“ ein Grund behandelt, den mit Emil Werner ein sudetendeutscher Sozialdemokrat selbst nannte.

 

 

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