
Eine ausgewogene Gruppe ist die beste Voraussetzung für eine gute Arbeit: (v.l.) Jeff Beck, Bettina Blöhm, Rainer Pasta, Erwin Haslberger, Herbert Schmid, Erwin Hadwiger, Rita Hagl-Kehl, MdB, Bruno Dengel, Karin Hagendorn, Christian Enders und Kamila Hansan
Seliger-Gemeinde begibt sich auf Spurensuche
Regionalgruppe Niederbayern-Oberpfalz tagt in Passau - Werte der Seliger-Gemeinde als Kompass für die gesellschaftliche und politische Entwicklung
Am Faschingssonntag tagte die Regionalgruppe Niederbayern-Oberpfalz der Seliger-Gemeinde im Gasthaus „Goldenes Schiff“ in Passau. Vorsitzende Rita Hagl-Kehl, MdB, konnte neben ihren Vorstandsmitgliedern auch einige Gäste aus Passau begrüßen. Nach einem Rückblick auf die ersten 100-Tage nach der Neugründung der Regionalgruppe stand die Weichenstellung für ein erstes gemeinsames Projekt an.
Rita Hagl-Kehl, Bundestagsabgeordnete aus Deggendorf ist u.a. Mitglied im Sudetendeutschen Rat sowie in der deutsch-tschechischen Parlamentariergruppe. Sie verwies in ihrer Ansprache auf die Werte der Seliger-Gemeinde, das Selbstbestimmungsrecht der Völker in einem gemeinsamen Europa und den uneingeschränkten Glauben an die Demokratie. „Diese Ausrichtung ist in einer Zeit, wo Werte ins Wanken geraten, ein guter Kompass für die gesellschaftliche und politische Entwicklung“, so Hagl-Kehl, die auch das Zusammenspiel von Flucht, Vertreibung und Ankommen in der neuen Heimat in direktem Bezug auf die Integration von Flüchtlingen bekräftigte. Das Thema Flucht und Vertreibung sei leider auch heute noch sehr aktuell. „Das Erstarken der Sozialdemokratie ist ein gutes Gefühl und macht Hoffnung", so Hagl-Kehl am Ende ihrer Ausführungen.
„Das Erstarken der Sozialdemokratie ist ein gutes Gefühl und macht Hoffnung.“
Herbert Schmid, Mitglied des Seliger-Landesverbandes aus Weiden, richtete die Grüße des Landesvorsitzenden Peter Heidler aus, der als leidenschaftlicher Musiker am Faschingssonntag verständlicherweise verhindert war. „Der Landesverband freut sich über die Initiative und das Engagement der neuen Regionalgruppe und sagt seine Unterstützung für das geplante Projekt zu“, so Schmid in seinem Grußwort. Erwin Haslberger, ein treues Mitglied der Seliger-Gemeinde aus Passau, freute sich, dass die neue Gruppe gegründet wurde und berichtete den jüngeren Mitgliedern seine Erinnerungen an die Antifa-Transporte, in denen die sudetendeutschen Sozialdemokraten trotz ihres Widerstandes gegen Hitler und das NS-Regime aus ihrer Heimat vertrieben wurden – als Zweijähriger war er mit seinen Eltern mit dabei. Den halbwegs geordneten Antifa-Transporten folgte die sogenannte „Wilde Vertreibung“ mit all ihren Schrecken, erinnerte Haslberger weiter.
100-Tage-Rückblick
Schriftführer Rainer Pasta fasste die Aktivitäten der Regionalgruppe in seinem 100-Tage-Rückblick zusammen. Am 18.11.2016 gründete sich der Regionalgruppe Niederbayern-Oberpfalz in Straubing mit ca. 70 Altmitgliedern aus den aufgelösten Ortsgruppen neu“, so Pasta. Mit einer Reihe neuer, junger Mitglieder sei ein hoffnungsvoller Neuanfang gelungen und eine ausgewogene Gruppe sei die beste Voraussetzung für eine gute Arbeit. Durch die rege Teilnahme an Veranstaltungen des Landes- und Bundesverbandes, aber auch durch eigene Initiativen, wie das Vorstandstreffen mit der Berliner-Gruppe in Berlin, würden die bestehenden Kontakte vertieft und die Seliger-Gemeinde für neue Mitglieder attraktiv gestaltet. Kassiererin Karin Hagendorn gab einen kurzen Überblick über die Finanzsituation des Bundes- und Landesverbands, sowie der Regionalgruppe.
Projekt „SPURENSUCHE“
„Die neue Regionalgruppe muss den Mitgliedern aktiv etwas anbieten können. Es reicht nicht, die Mitglieder nur zu verwalten“, so Rainer Pasta, der die Projektidee „SPURENSUCHE“ entwickelt hat und der Versammlung vorstellte. Ein niederschwelliges Preisangebot, realisiert durch eine entsprechende Förderung seitens der Euregio, müsse sicherstellen, dass kein Mitglied ausgeschlossen werde, nur weil es zu hohe Teilnahmekosten nicht tragen könne, so der soziale Ansatz des Projektes. Ziel müsse es sein, die Seliger-Gemeinde bekannt zu machen sowie neue Mitglieder und Freunde diesseits und jenseits der Grenze zu gewinnen. Außerdem gelte es die Geschichte der Sudetendeutschen Sozialdemokraten im bayerisch-tschechischen Grenzgebiet zu beleben und weitere gemeinsame Projekte anzustoßen, nur so können die guten nachbarschaftlichen Beziehungen weiter wachsen.
Erreichen will die Seliger-Gemeinde dies zusammen mit bereits bekannten tschechischen Partnern. Anlass für gemeinsame Aktionen sind die zweisprachige Ausstellung der Seliger-Gemeinde „Von der DSAP zur Seliger-Gemeinde“ und die gemeinsame „Spurensuche“ nach sudetendeutschen Sozialdemokraten vor Ort. Einstimmig beschloss die Versammlung vom 3.-5. November 2017 gemeinsam mit dem Naturschutzverein „Freunde des Nationalparks Sumava“ in Winterberg/Vimperk einen Projektbaustein auszuarbeiten und zur Förderung zu beantragen.
Europas Werte – Europas Zukunft
Abschließend stellte Schriftführer Rainer Pasta die geplanten Aktivitäten der kommenden Monate vor. „Am 2. April um 10 Uhr lädt die LandkreisSPD Straubing-Bogen zum alljährliche Frühjahrsempfang ins Sportheim Parkstetten ein. Der Empfang steht dieses Jahr unter dem Motto „Europas Werte – Europas Zukunft“. Als Redner konnte Dr. Helmut Eikam, zusammen mit Albrecht Schläger MdL.a.D., Bundesvorsitzender der Seliger-Gemeinde, aus Schrobenhausen gewonnen werden, konnte Pasta berichten. Weitere Termine des Bundesverbandes sind das Frühjahrs-Seminar (21.-23.4.2017) sowie die Bundesversammlung (27.-29.10.2017) jeweils in Bad Alexandersbad. Vom 18.-21.5.2017 lädt die Ortsgruppe München zur gemeinsamen Fahrt nach Brünn/Brno ein. Die Regionalgruppe Niederbayern-Oberpfalz hält ihre nächsten Mitgliederversammlung Anfang Mai in Regensburg und im Juli in Amberg.