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Bernd Klippel aus Eidengesäß (rechts) mit Ústi nad Labems Oberbürgermeister PhDr.Ing. Petr Nedvèdicky während der Gedenkfeier zum Massaker von Aussig Ende Juli 1945 auf der Dr-.Edvard-Benesch-Brücke. Mit Rosen erinnern sie an die Opfer des Pogroms, die von der Brücke in die Elbe gestürzt wurden. (Foto und Text: Bernd Klippel)
Gedenkfeier in Aussig an der Elbe (Ústi nad Labem)
An die rund 200 Opfer des bis heute nicht vergessenen Massakers erinnern alljährlich deutschstämmige Aussiger, die als Kinder das Geschehen miterlebten, ihre Nachkommen sowie Vertreter der katholischen Kirche, der jüdischen Gemeinde Leitmeritz sowie VertreterInnen der Stadt Ústi nad Labem; dieses Jahr allen voran Oberbürgermeister PhDr.Ing. Petr Nedvèdicky. Auch für den Eidengesäßer Bernd Klippel, Mitglied der Seliger-Gemeinde, dem Zusammenschluss der sudetendeutschen Sozialdemokraten und Obmann der SL im Altkreis Gelnhausen ist das Treffen in der Industriestadt am Rande des Böhmischen Mittelgebirges fester Bestandteil in seinem Terminkalender.
So traumatisch die Ereignisse vom 31. Juli 1945 für die sudetendeutschen Aussiger damals auch waren: Bis heute bewahren sie ihre Erinnerungskultur an die alte Heimat, die mittlerweile geprägt wird von einer engen Verbundenheit mit den Tschechinnen und Tschechen in der nordböhmischen Region. In den Ansprachen während der Gedenkfeier, die stets auf der Dr.-Edvard-Benesch-Brücke stattfindet, stehen die gegenseitige Achtung und echte Freundschaft im Mittelpunkt.
Bernd Klippel, dessen Mutter aus Aussig stammte und aus deren Familie drei Mitglieder seit dem Tag des Massakers vermisst werden: „Das Sudetenland galt stets als Bindeglied zwischen Deutschland und der damaligen Tschechoslowakei, jetzt Tschechien. Heute eint uns mehr denn je – angesichts des Kriegs in der Ukraine – das Bewusstsein, als Kernländer in der Mitte Europas gemeinsam für ein freies, einiges Europa einzutreten. Gemeinsame Begegnungen und Gespräche sind hier von unschätzbarem Wert. Deshalb hat auch unser jährliches Treffen auf der Brücke eine ganz besondere Bedeutung.“