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Nur noch in Österreich bemüht sich die Sozaildemokratie um die demokratische Erziehung des Nachwuchses
Erzeihung für eine demokratischen Gesellschaft
Erinnerungen an „Kinderfreunde“ und „Falken“ – aus der BRÜCKE 13/1955
Bald nach der Gründung der Falken-Gruppen in Österreich im Jahr 1925 sind auch in den deutschen Gebieten der ČSR Jugendgruppen gebildet worden, die der Arbeiterverein „Die Kinderfreunde“ als Elternorganisation betreute.
Buben und Mädchen im Alter von 6 bis 16 Jahren wurden zu Gruppen von Nest-, Jung- und Rotfalken zusammengeschlossen. Reichsobmann der „Kinderfreunde“ war damals Prof. Gustav Schweitzer aus Brünn, als sein Stellvertreter wirkte der spätere Bundestagsabgeordnete Ernst Paul, damals Prag. Beide vermittelten ihr reiches Wissen in sozialistischen Erziehungsfragen in Schulungskursen den inzwischen gebildeten Helferkreisen. Innerhalb der sudetendeutschen Arbeiterbewegung, die mit ihren Gewerkschaften, Genossenschaften und vielfältigen Kulturorganisationen (Arbeiter-Turn- und Sportverein, Naturfreunde, Arbeitersängerbund usw.) reichhaltige Betätigung bot, waren die „Kinderfreunde“ das jüngste Glied in dieser Kette. Alle Arbeit in den Falkengruppen war von dem Leitgedanken erfüllt, den Arbeiterkindern neben dem Elternhaus jene Erziehung zu vermitteln, die für das Leben in einer demokratischen Gesellschaft erforderlich ist. Mit der Tätigkeit in den Falkengruppen sollten auch die Nachwuchskräfte herangezogen werden, und später finden wir viele dieser ehemaligen Falken als treue und eifrige Funktionäre wieder.
Besonders hervorzuheben ist auch die soziale Arbeit, die in Verbindung mit der „Arbeiterfürsorge“, den Kinderfreunden usw. geleistet wurde. Besonders deutlich kam dies alljährlich bei den Weihnachtsfeiern zum Ausdruck, die unter dem Motto standen: „Jedem Arbeiterkind eine Weihnachtsfreude“. Hunderte Kinder wurden jeweils gleichmäßig beschenkt. Nicht zu vergessen sind natürlich die großen Ferienwanderungen und -lager. Am schönsten war dabei wohl dann jeweils die Teilnahme an einer „Internationalen Falken-Republik“. Für uns begann es 1929 in Seekamp bei Hamburg, 1936 in Paris, 1937 Brighton (England) und endete 1939 mit Lüttich, denn dann kam der Krieg. Die freundschaftlichen Bande, die durch diese internationalen Ferienlager angeknüpft wurden, sind teils bis heute noch nicht abgerissen.