1925 verabschiedete die SPD das Heidelberger Programm
Besonders visionär waren die Forderungen zur internationalen Politik: Die SPD setzte sich für die Schaffung einer europäischen Wirtschaftseinheit, die Bildung der Vereinigten Staaten von Europa sowie die Demokratisierung des Völkerbundes ein, um ihn zu einem wirksamen Instrument der Friedenspolitik zu machen
Die Deutsche Sozialdemokratische Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik (DSAP) verfolgte Zeit ihres Bestehens die gleichen politischen Zielsetzungen. Deren Nachfolgeorganisation, die Seliger-Gemeinde, bekennt sich klar zu einem freien und demokratischen Europa.
Das Heidelberger Programm hat auch deshalb nichts von seiner visionären Kraft verloren, da unser Gemeinwesen durch eine Zunahme europäischer Populisten, eine unberechenbar agierende Präsidentschaft in den Vereinigten Staaten und dem Kriegsherrn Putin bedroht wird.
Deshalb hat die Bundesversammlung der Seliger-Gemeinde e.V bei ihrer Sitzung am 18. Oktober 2025 in Bad Alexandersbad einstimmig eine entsprechende Resolution verfasst.
Die Seliger-Gemeinde stellt darin fest und fordert:
- Das Heidelberger Programm, das bis 1959 galt, war seiner Zeit weit voraus.
- Gerade in einer Zeit, geprägt von imperialistischen und faschistischen Bedrohungen formulierte die SPD Forderungen, die auch heute noch/wieder aktuell sind.
- Die Grundgedanken dieses Programms – der Einsatz für Frieden, Solidarität, Demokratie und ein vereintes Europa – sind nicht nur Teil unserer Geschichte. Sie sind angesichts der derzeitigen geopolitischen Herausforderungen aktueller und notwendiger denn je.
- Die Sozialdemokraten wussten im Jahr 1925, dass sie in einer Zeit des gefährlichen Umbruchs lebten und versuchten, klare Antworten auf die Fragen zu finden, die diese Zeit ihnen stellte. Und – sie hatten keine Angst vor Zukunftsentwürfen. Der Mut zur Formulierung einer positiven Zukunftsperspektive könnte auch heute als Vorbild dafür dienen, wie man in Zeiten, in denen die Demokratie verteidigt werden muss, aus der Defensive herauskommt.
- Die damals aktuellen Fragestellungen sollen heute dazu einladen, die Problemstellungen und Kämpfe der Vergangenheit auf die Problemstellungen der Gegenwart im 21. Jahrhundert zu beziehen.
- Die friedenspolitischen Grundsätze des Heidelberger Programms sollten auch im Jahr 2025 wieder breiteren Raum einnehmen, und nicht nur über Sicherstellung der Verteidigungsfähigkeit diskutiert werden.
- 1925 zeichnet das Heidelberger Programm den Weg zu dem friedlichen und vereinigten Europa vor in dem wir heute leben. Das heutige Europa muss jedoch weiter gestärkt werden, auch um den Aufstieg rechter Kräfte in vielen EU.-Staaten sowie der wachsende Einfluss sozialer Medien auf die Meinungsbildung entgegenzuwirken.
- Das Heidelberger Programm hat auch deshalb nichts von seiner visionären Kraft verloren, da unser Gemeinwesen durch eine Zunahme europäischer Populisten, eine unberechenbar agierende Präsidentschaft in den Vereinigten Staaten und dem Kriegsherrn Putin bedroht wird.
- Diese Entwicklungen haben Auswirkungen auf die politische Kultur in Europa und stellen neue Herausforderungen für die demokratische Zusammenarbeit dar. In einigen europäischen Staaten lassen sich zudem Tendenzen beobachten, die demokratische Grundprinzipien – etwa Medienfreiheit, Gewaltenteilung oder den Schutz von Minderheiten – unter Druck setzen. Gleichzeitig zeigt sich, dass zivilgesellschaftliches Engagement und demokratische Beteiligung einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung und Stärkung demokratischer Strukturen leisten können. Beispiele aus Ländern wie Slowenien verdeutlichen, dass demokratische Entwicklungen durch Wahlen auch umkehrbar sind. Vor diesem Hintergrund kommt – im 100. Jahr des Bestehens der Friedrich-Ebert-Stiftung - dem Austausch über demokratische Bildung und gesellschaftliche Teilhabe große Bedeutung zu – nicht nur in der Politik, sondern in allen Bereichen der Gesellschaft.
- Die EU ist mehr als ein Binnenmarkt. Europa muss in der aktuellen Transformation seine sozialen Grundwerte hochalten. Mit Blick auf die Zukunft Europas braucht es neuen und kraftvollen sozialdemokratischen Spirit, der das Miteinander der Menschen stärke, statt mit finanziellen Kürzungen oder Grenzkontrollen neue Hürden für den Austausch in Europa aufzubauen. Wirtschaftliche Stärke und soziale Sicherheit gehören in Europa immer zusammen.
Den Text der kompletten Resolution finden Sie hier!