Besuch aus Kanada

Veröffentlicht am 21.06.2019 in Bundesverband

Peter Grondin (2.v.li.) und seine Frau Rachelle Cournoyer (3.v.li.) am Stand der Seliger Gemeinde in Regensburg mit Thomas Köpnick (li.), Gerhard Barenbrügge (3.v.re.), Renate Slawik (2.v.re.) und Renate Immich (re.)

Überraschender Besuch aus Kanada

Peter Grondin, der Enkel von Franz Möckl, und seine Frau Rachelle Cournoyer besuchten den Stand der Seliger Gemeinde am Sudetendeutschen Tag in Regensburg.
 

Auf den Spuren seines Großvaters, dem Gewerkschafter und DSAP-Mitglied Franz Möckl aus Neudek/Nejdek im böhmischen Teil des Erzgebirges, bereisten Peter Grondin und seine Frau Rachelle Cournoyer Europa. Sie nutzen die Reise auch zu einem Besuch des Standes der Seliger Gemeinde am Sudetendeutschen Tag in Regensburg.

Peter Grondin erzählte, dass sein Großvater, Franz Möckl, sehr aktiv in der Gewerkschaft war, bevor er 1938 emigrieren musste. Er brachte die Gewerkschaftskasse von Neudek nach Prag. Später flüchtete er über Großbritannien nach St. Walburg in Kanada. Wie Grondin weiter berichtete, besuchte Franz Möckl Deutschland in der Zeit von 1961 bis 1963 und traf sich mit alten Kollegen kennen. Er starb 1968.

Franz Möckl (42) und seine Familie (Ehefrau Anna (40) und Kinder Anna (15) sowie Walter 10)) gehörten zu den 1053 Männern, Frauen und Kindern die im Sommer 1939 weiter von Großbritannien nach Kanada wanderten, wo ihnen die Siedlungsgesellschaften der beiden großen kanadischen Eisenbahnen CPR und CNR in der Gegend von Tupper im nord-östlichen Teil der Provinz British Kolumbien sowie in der Nähe von St. Walburg im nördlichen Bereich von Saskatchewan unbebautes Land zur landwirtschaftlichen Nutzung zur Verfügung stellten.

Bei der Gruppe, die nach Saskatchewan kam, handelte es sich um 150 Familien, denen verstreute Farmen zugewiesen wurden. Diese waren während der großen Depression verlassen worden und deren Felder waren inzwischen längst wieder überwuchert worden – keine guten Voraussetzungen für die Sudetendeutschen Sozialdemokraten, von denen die wenigsten vor ihrer Ankunft in St. Walburg tatsächlich in der Landwirtschaft gearbeitet hatten.  Die Farmen lagen im Umkreis von rund 150 km um St. Walburg, Brigthsand, Loon Lake, Peerless, Makwa bis hin nach Loon River.

„Ich hoffe, mit der Seliger Gemeinde in Kontakt zu bleiben, die einen so wichtigen Teil des Lebens meines Großvaters ausmachte. … Wir Nachkommen wissen zu wenig darüber, woran sie beteiligt waren, und über ihren Kampf gegen Hitler, der sie zum Auswandern gezwungen hat. Ich würde diesen Teil ihrer Geschichte gerne wieder aufbauen“, so Peter Grondin, der auch eine Reihe von Fotos mitgebracht hatte: u.a. das Foto von der Tagung der Gewerkschaft in Reichenberg 1936 oder ein Foto vom Bau des Gewerkschaftsmitglieder bauen das Arbeiterheims in Neudek (wahrscheinlich in den 1920er Jahren).

Peter Grondin ließ uns abschließend einen Glückwunsch zum 100. Geburtstag der DSAP/Seliger Gemeinde da, über den wir uns besonders gefreut haben. Die Seliger Gemeinde freut sich immer wieder Kontakt zu Nachkommen der ehemaligen Mitglieder der Treuegemeinschaft zu bekommen – vielleicht lassen sich ja die Kontakte, u.a. nach Kanada, wieder vertiefen.

 

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