Besondere Persönlichkeiten

Veröffentlicht am 14.03.2026 in Allgemein

Carl Seidl (1908-2003)

Carl Richard Seidl (Anm.: Cousin von Otto Seidl (Schweden)) ist am 9. Juni 1908 in Graslitz geboren worden. Damals war Graslitz als die „Rote Burg“ bekannt. Man nannte sie auch die „klingende Stadt“, weil das Hauptgewerbe in Graslitz der Musikinstrumentenbau war. Fast jeder Bürger spiele mindestens ein Instrument. Carl war Violinist, beherrschte aber eine Reihe anderer Instrumente und er sang auch zur Gitarre und war Mitglied im Domchor. Seine Ehefrau Elsa spielte die Zither.

Carl Seidl war ein Spitzensportler und als solcher im ATUS sehr tätig. Er war Fußballer und gehörte anderen Mannschaften an und bei Wettkämpfen konnte man seinen Namen oft in der Siegerliste finden. Sogar während seiner Dienstzeit beim tschechischen Militär wurde er als Skilehrer beschäftigt. Er war ein erstklassiger Skifahrer und gehörte der Staatsmannschaft an.

Auch Frau Elsa war eine ausgezeichnete Sportlerin. Beide nahmen aktiv am 3. Bundesturnfest 1936 in Komotau teil und waren seit ihrer frühen Jugend mit den Kinderfreunden und den Roten Falken aktiv. Das führte zu anderen Funktionen in der Sozialdemokratischen Partei.

Carl war RW-Mann und unterstützte die Prager RW, die ins Sudetenland geschickt wurde, um die Redner und Versammlungen der DSAP zu schützen, vor Ort.

Selbstverständlich war er bei den Nazis bekannt und verhasst und als die politisch geladene Zeit kam, waren die Seidls in Lebensgefahr und sie mussten fliehen. Erst kamen sie nach Prag und hatten Glück mit dem „letzten Zug“ mit etwa 160 anderen heraus zu kommen. Von dort nach Gdansk in Polen, weiter nach Schweden, England und dann nach Kanada.

Dort angekommen ging´s gleich an die Arbeit, zum Roden, Neuland brechen und Wohnbauten, sowie Stallungen zu errichten. Bald kamen der Ansaat und die Ernte. Die Seidlfarm entstand am Ufer des Swanlake, an der Provinzgrenze zwischen B.C. und Alberta. Carl war Drucker von Beruf und musste viel umlernen, wurde letzthin Zimmermann und sogar Präsident der lokalen Gewerkschaft.

Er, wie viele der Neukanadier fand Arbeit am Alaskastraßenbau, später auf der Mikro Wave Line im Norden von Yukon und dem Nordwest Territorium.

Die weitere Entwicklung und Bewirtschaftung der Seidlfarm musste Ehefrau Elsa überlassen werden. Damals kam auch die Tochter Poldi zur Welt.

Ein paar Jahre später konnte man wieder an Sport, Unterhaltung und Erholung denken. Es entstand ein Skiklub und das nötige Gelände wurde geschaffen. Die diesbezügliche Erfahrung brachte man ja aus der alten Heimat mit.

Seidls waren unter den Genossen, die es vorzogen auf der Farm zu bleiben. Als sie das 84. Lebensjahr erreicht hatten, beschlossen sie die Farm zu verlassen. Erst gingen sie nach Dawson Creek, aber schließlich 1999 nach Lacombe wo die Tochter Poldi lebte.

Hier schlossen sie sich dem Sudeten Klub Hamilton an und so konnte die alte Freundschaft wieder erneuert werden.

Elsa Seidl verstarb unerwartet am 23. Juni 2001. Carl Seidl starb am 30. Mai 2003, nur 9 Tage vor seinem 95. Geburtstag im Altersheim in Lacombe, Alberta.

(aus dem Nachruf von Dr. Harald Schwarz in der „Freundschaft“, die Publikation des Zentralverbandes Sudetendeutscher Organisationen in Kanada, Sommer 2003.)

 

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