Josef Goth (1870-1939)
Josef Goth, geboren am 8. Dezember 1870 in Röhrsdorf bei Zwickau, machte eine Schuhmacherlehre und arbeitete in dem Beruf in Teichstatt. Um 1900 wurde er Gewerkschaftsfunktionär, trat in die Sozialdemokratische Partei ein und war Kreisparteisekretär in Warnsdorf. Als Gewerkschaftsfunktionär und Kreisparteisekretär stand er praktisch der gesamten Arbeiterbewegung des Niederlandes vor. Er wurde Redakteur der Parteizeitung Volksstimme. Im Ersten Weltkrieg wurde er eingezogen und nach seiner Ausmusterung arbeitete er ab 1917 wieder bei der Zeitung. Von 1919 bis 1923 war Goth Bürgermeister in Warnsdorf, danach Vizebürgermeister. Von 1933 bis 1938 war er wieder Bürgermeister.
Bei den dritten Parlamentswahlen 1929 stand Goth auf der Kandidatenliste der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei (DSAP) für den Tschechoslowakischen Senat. Nach dem Tod des sozialdemokratischen Senators Franz Beutel (1867–1933) wurde er im Oktober 1933 dessen Nachfolger. Goth schied zum Ende der Wahlperiode 1935 aus dem Senat aus.
Am 22. September 1938 flüchtete Groth zunächst nach Weisswasser und, las Hitler im darauffolgenden März auch die restlichen Teile der ČSR besetzte, war auch Weisswasser nicht mehr sicher und es blieb ihm keine andere Wahl, als nach Warnsdorf zurückzukehren.
Josef Groth wurde nach seiner Rückkehr einen ganzen Tag lang von der Gestapo verhört und stand bis zu seinem Tod am 3. Oktober 1939 unter Polizeiaufsicht.