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Nächstes Jahr wird die Tschechische Republik erstmals in der Geschichte den Sudetendeutschen Tag in Brünn ausrichten. Respekt, eine in der Tschechischen Republik erscheinende Wochenzeitung mit den Schwerpunkten Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur, fragte in ihrer Ausgabe Nr. 49 vom 1.12.2025 u.a. unsere Bundesvorsitzende Helena Päßler und die Geschwister Jaksch: Was bedeutet das für Sie?
HELENA PÄSSLER
Bundesvorsitzende der Seliger Gemeinde
Brno/Brünn – welch ein Ort! Kaum ein anderer eignet sich besser als Brünn für den ersten Sudetendeutschen Tag in Tschechien. Das Ziel des Versöhnungsmarsches. Ein Ort, der Versöhnung, gegenseitiges Verständnis, Respekt füreinander und Frieden ausstrahlt. Ich freue mich jetzt schon, dabei sein zu dürfen. Persönlich hoffe ich sehr, dass viele Tschechinnen und Tschechen zum Sudetendeutschen Treffen kommen werden. Um mit uns zu sprechen, uns zuzuhören, uns Fragen zu stellen, um mit uns zu feiern. Wie sonst können Vorurteile abgebaut werden? Meine Familie erfuhr sehr viel Leid von tschechischer Seite, obwohl wir Sozialdemokraten waren und sind. Meinem verstorbenen Vater danke ich für seine Worte: niemals Hass, stets Verständigung.
MARY UND GEORGE JAKSCH
Kinder des Sozialdemokraten Wenzel Jaksch, während des Zweiten Weltkrieges war er Leader des sudetendeutschen Exils in London
Mit großer Freude haben wir von der Entscheidung erfahren, das nächste Treffen der Sudetendeutschen in Brünn zu veranstalten: Es ist ein weiterer Schritt, um die tragischen Ereignisse der Vergangenheit zu überwinden und sie durch Freundschaft und Zusammenarbeit zu ersetzen! Unser Vater Wenzel Jaksch hat uns von seiner Kindheit und Jugend in Langstrobnitz (Dlouhá Stropnice) erzählt.
Über die vielen Leiden, aber auch über die tiefe Verwurzelung in diesem schönen Land und auch über den schmerzlichen Verlust der Heimat, in der seine Vorfahren seit 1648 als Bürger lebten. Wir besuchen dieses Dorf regelmäßig und werden immer sehr herzlich empfangen. Die heutigen freundschaftlichen Beziehungen zwischen der Tschechischen Republik und ihren europäischen Nachbarn sind für alle Europäer von unschätzbarem Wert. Wir gratulieren allen Teilnehmern zu dieser erfreulichen Entscheidung!
Quelle: Respekt Nr. 49 1.12.2025, Seite 5
















