Ernst und Gisela Paul-Stiftung

Veröffentlicht am 17.03.2025 in Allgemein

In Erinnerung zu seinem 93. Todestag am 17.März 2025 -

Rudolf Rückl - Ein stiller Poet  

(nach Ernst Paul, aus: Die Brücke, August 1957/ mit Ergänzungen aus: Der  Sozialdemokrat, März 1932, März 1933)

Das Becken zwischen Erzgebirge und Milleschauer ist das Land der verwundeten Erde. In mächtigen Tagebauanlagen wird die Kohle gefördert und berghohe Halden, von ewig schwelendem Feuer durchsetzt, türmen sich dort, wo der Tiefbau seine Stollen in das Gestein vorgetrieben hat. Dazwischen ragen die Schornsteine der Ziegelwerke, der Glas- und Porzellanfabriken.  Man riecht die Landschaft. Auch an hellen Tagen und in hellen Nächten liegt ein leichter Dunstschleier über dem Ganzen. Er mildert die Härte der Konturen und verklärt Baum und Strauch.

In dieser Landschaft hat Rudolf Rückl seine Jugend verlebt. Es ist die gleiche, die uns unseren Maler Georg Hans Trapp geschenkt hat. Es ist ein Gebiet, in dem sich Deutsche und Tschechen trafen und friedlich nebeneinander in den Werkstätten schafften und im Volkstumskampf miteinander rangen.

Ernst Paul schrieb 1957: „Der feinsinnige Dichter Rudolf Rückl soll nicht in Vergessenheit geraten. Leider gibt es keine Sammlung seiner Arbeiten – sie sind verstreut in der Freiheit, im Arbeiter-Jahrbuch, und manche bleiben in der Schublade seines Schreibtisches liegen, weil man ihm infolge seiner eigenartigen Keuschheit und Zurückhaltung seine Dichtungen geradezu entreißen musste. Das Wenige, das erhalten blieb, zeugt von der Ausdruckskraft seiner Feder, von der Empfindsamkeit seines Herzens und von seinem Sinn für das Schöne, von seinem Glauben an das Gute im Menschen und von seiner Sehnsucht nach Freiheit. In Dankbarkeit gedenken wir seiner“.

 

Anmerkung des Stiftungsvorstandes:

Die Erinnerungen an Rudolf Rückl geben nicht nur seine eigene Biographie wieder - sie sind auch ein Stück Parteigeschichte. Die Ernst und Gisela Paul-Stiftung fördert deshalb seit 1979 u.a. Veröffentlichungen zur Geschichte der sudetendeutschen Arbeiterbewegung, den Erhalt und die Verbreitung des Kultur- und Ideenguts der sudetendeutschen Arbeiterbewegung sowie die Förderung von Forschungsarbeiten über die sudetendeutsche Arbeiterbewegung – wie es der Stiftungsgeber Ernst Paul und seine Frau Gisela in der Satzung der Stiftung niederschreiben ließen. 

 

In diesem Sinne präsentieren wir gerne ein Gedicht von Rudolf Rückl:

Sämann / von Rudolf Rückl

Es kam ein Morgen. Von seinem goldenen Lichte

Ward überstrahlt das frühlingsfeuchte Land.

Meine Seele war vom Licht gebannt

Und meine Lippen sprachen herrliche Gedichte.

In meinem Herzen wuchs ein freudiges Verlangen

O, könnte man das Licht mit leichter Hand

In Herzen streuen, wie den Samen auf das Land!

Als Sämann wäre ich durch alle Welt gegangen.

Zu allen Knechten, die an ihrem Leben darben;

Zu allen die voll Wunden sind und Narben

Und hätte Licht in Sie gestreut.

Dann müsste alles, alles anders werden,

blindgläubige Knechte gäb´es nicht auf Erden,

Nur Glück und Freud´!

 

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