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Nahmen für die Seliger-Gemeinde an der Einweihungsfeier in Burghausen teil: v.l. Bundesgeschäftsführer Rainer Pasta sowie die Mitglieder Brigitte Müller, Monika Feist und Christoph Krumpholz
Denkmal für den Arbeiter-Widerstand in Burghausen eingeweiht
Die Stadt Burghausen erinnert mit der Gedenkstätte im Botanischen Garten der menschenverachtenden nationalsozialistischen Diktatur von 1933 bis 1945 und gedenkt der Burghauserinnen und Burghauser, die sich dem NS-Unrechtsregime widersetzten.
Mehr als zwei Jahre wurde um ein würdevolles Gedenken für den Arbeiter-Widerstand in Burghausen gerungen. Auch die Seliger-Gemeinde Bayern sprach sich für ein würdiges Gedenken aus. Trotz kontroverser Meinungen konnte nun ein vernünftiger Kompromiss und eine für alle zufriedenstellende Lösung gefunden werden.
So wurde nun am 11. März 2025 im Botanischen Garten in Burghausen ein großes Denkmal für die antifaschistischen Widerstandskämpfer eingeweiht. Das einstige rote Burghausen gedenkt damit speziell dem Arbeiterwiderstand der Stadt. „Das ist gerade in der heutigen Zeit ein wichtiger politischer Akt im Kampf gegen Populismus, Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit“, so Christoph Krumpholz, der die Diskussionen für die Seliger-Gemeinde begleitet hatte.
Im Beisein der Familie Wimmer (Enkel, Urenkelin und Ur-Ur-Enkelin von Alois Haxpointner) führte Bürgermeister Florian Schneider (SPD) in die geschichtlichen Zusammenhänge ein. „Die Zukunft erkennt nur, wer die Vergangenheit kennt“, so der zentrale Satz, des Bürgermeisters bei der Einweihungsfeier der neuen Gedenkstätte.
In Burghausen leisteten seit dem Tag der Machtergreifung Kommunisten und Sozialdemokraten aktiv Widerstand. Viele von ihnen bezahlten dies mit der Haft in Konzentrationslagern. Noch am 28. April 1945 wurden drei der in der Freiheitsaktion Bayern beteiligten Burghauser durch ein Standgericht im Wacker-Werk hingerichtet. Für diese drei, Jakob Scheipel, Ludwig Schön und Josef Stegmaier, wurde im November 2013 im Botanischen Garten in Burghausen ein Denkmal aufgestellt. Dieses wurde nun um eine weitere Tafel mit den Fotos und Lebensdaten von Heinrich Breu, Alois Haxpaintner, Georg Schenk, Josef Stegmair und Sebatian Wallner erweitert. Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer der weiterführenden Schulen der Stadt stellten die fünf Persönlichkeiten den zahlreichen Gästen vor.