27.05.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
Sudetendeutscher Tag in Brünn – Frieden, Erinnerung und Aussöhnung stärken
Die Fraktionen der demokratischen Parteien im bayerischen Landtag haben sich in der jüngsten Plenumssitzung zum Sudetendeutschen Tag im tschechischen Brno (Brünn) mit Dringlichkeitsanträgen bekannt.
Die SPD-Fraktion hat dabei ein deutliches Zeichen gesetzt und würdigte mit ihrem Dringlichkeitsantrag die Veranstaltung als „historischen Schritt der Verständigung“ zwischen Bayern und Tschechien und bekannte sich ausdrücklich zur deutsch-tschechischen Aussöhnung – verbunden mit einem klaren Bekenntnis zur historischen Schuld Deutschlands für die Verbrechen des Nationalsozialismus. Das Anliegen fand im Maximilianeum breite Unterstützung bei den demokratischen Parteien.
„Es war ein langer Weg von Misstrauen, Schweigen und Verletzungen hin zu gegenseitiger Anerkennung“, erklärte der SPD-Abgeordnete Volkmar Halbleib. „Diesen Weg wollen wir entschlossen fortsetzen.“
In dem Antrag wird hervorgehoben, dass jahrzehntelang Flucht, Vertreibung, Schuld und politische Gegensätze einer gemeinsamen Erinnerungskultur im Wege standen. Heute wachse daraus jedoch eine europäische Partnerschaft, die auf Wahrheit, Verantwortung und gegenseitigem Respekt beruhe. Besonders gewürdigt werden die Sudetendeutsche Landsmannschaft und die Initiative „Meeting Brno“, die über viele Jahre hinweg Brücken zwischen Deutschen und Tschechen gebaut hätten. Dass der Sudetendeutsche Tag nun erstmals in Brünn stattfinden könne, sei deshalb weit mehr als ein symbolischer Ortswechsel – vielmehr ein sichtbares Zeichen dafür, wie weit die Versöhnung inzwischen getragen habe.
Zugleich erinnert die SPD-Fraktion an das Leid der Tschechen unter der nationalsozialistischen Besatzung ebenso wie an das Schicksal der Sudetendeutschen, die nach dem Krieg ihre Heimat, ihre kulturellen Wurzeln und vielfach auch Angehörige verloren. Besonders hervorgehoben wird dabei die Leistung der Vertriebenen beim Wiederaufbau Bayerns. Trotz Verlust, Not und vielfacher Ablehnung hätten die Sudetendeutschen den Freistaat wirtschaftlich, kulturell und gesellschaftlich entscheidend mitgeprägt.
Gerade in Zeiten neuer Spannungen in Europa versteht die SPD-Fraktion den Sudetendeutschen Tag in Brünn als wichtiges Signal dafür, dass Erinnerung und Aussöhnung einander nicht ausschließen, sondern zusammengehören.
Den nächsten Schritt dieses Verständigungsprozesses bildet der traditionelle Vertriebenenempfang der SPD-Landtagsfraktion am 20. Juni. Dort werden wichtige Persönlichkeiten und Initiativen des Sudetendeutschen Tages in Brünn von der Seliger-Gemeinde im Bayerischen Landtag mit dem Wenzel-Jaksch-Gedächtnispreis ausgezeichnet: Christa Naaß, Generalsekretärin des Sudetendeutschen Tags, Dr. Bernd Posselt, Bundessprecher der Sudetendeutschen Landsmannschaft, sowie die Initiative „Meeting Brno“. Darüber hinaus wird die Auszeichnung „Brückenbauer“ an die Journalistin und Moderatorin Caro Matzko, an Nadja Atzberger von der Karpatendeutschen Landsmannschaft sowie an Stephanie Schmidmair, Landesvorsitzende der Donauschwaben Bayern, verliehen.
27.05.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
Das Themen-Plakat der Seliger-Gemeinde am Infostand zum Sudetendeutschen Tag in Brünn
Begegnung. Verständigung. Zukunft. – In demokratischer Tradition
Schon als wir nach Brünn kamen – einige mit dem Auto, andere mit dem Bus und wieder andere mit der Bahn – spürten wir sofort, dass dieses Wochenende etwas Besonderes werden würde. Die Stadt zeigte sich lebendig, offen und zugleich nachdenklich. Überall begegneten sich Menschen aus Deutschland und Tschechien: viele junge Besucher, Familien, Studenten, Geistliche, Politiker, aber auch ganz normale Brünner, die neugierig auf die Veranstaltungen waren. Trotz aller Diskussionen im Vorfeld lag über der Stadt keine feindselige Stimmung, sondern eher gespannte Erwartung – als ob viele ahnten, dass hier etwas Neues entstehen könnte.
In diesem Zusammenhang empfinden wir große Dankbarkeit, dass wir an diesem Ereignis teilnehmen und diese besonderen Tage miterleben durften. Begegnungen dieser Art sind keine Selbstverständlichkeit, und genau deshalb haben wir sie als besonders wertvoll empfunden.
20.05.2026 in Europa von Seliger-Gemeinde Ortsgruppe Waldkraiburg
TOMÁŠ LINDNER, Leiter der Auslandsredaktion war zu Besuch in Waldkraiburg und recherchierte zur Geschichte Waldkraiburgs. Er wollte wissen, wie wie die Vertriebenen Sudetendeutschen Bayern veränderten (wirtschaftlich und gesellschaftlich) und wie lange es dauerte, bis sie in Bayern voll aufgenommen wurden. Er wurde begleitet vom Fotografen MILAN JAROŠ.
Herausgekommen ist ein äußerst lesenswerter Artikel (auf das Bild klicken!)
Eine Zusammenfassung des Artikelinhalts in deutscher Sprache weiter unten.

Zeitzeugengespräch
V.l.n.r.: Gert Hilger (Stadtführer/Seliger-Gemeinde), Tomáš Lindner (Leiter der Auslandsredaktion resekt.cz), Milan Jaroš Fotograf, Walter Zabelt, Christa Zabelt, Peter Schmid-Rannetsperger (Vors. Seliger-Gemeinde)

Besuch bei Stadtarchivar Konrad Kern
V.l.n.r.: Stadtarchivar Konrad Kern, Tomáš Lindner (Leiter der Auslandsredaktion resekt.cz), Milan Jaroš
DANKE an Microsoft Copilot für die nachfolgende Zusammenfassung ;-)
Hier ist eine präzise, klar strukturierte Zusammenfassung der wichtigsten Punkte des geöffneten Dokuments aus Respekt (18.–24. Mai 2026) über die Geschichte der sudetendeutschen Vertriebenen in Bayern – mit Fokus auf Waldkraiburg und Geretsried.
(Quellenbezug: Nová města si vyhnanci postavili na bývalých nacistických zbrojních továrnách • RESPEKT)
???? Kernaussage
Der Text beschreibt, wie sudetendeutsche Vertriebene nach 1945 in Bayern – besonders in Waldkraiburg und Geretsried – neue Städte aufbauten, politische Gegensätze überwanden, wirtschaftliche Impulse setzten und langfristig zu einem integralen Bestandteil Bayerns wurden.
????️ 1. Ausgangslage nach 1945
????️ 2. Entstehung neuer „Vertriebenenstädte“
Waldkraiburg
Geretsried
Gemeinsame Merkmale
⚖️ 3. Politische und soziale Spannungen – und ihr Überwinden
????️ 4. Wirtschaftlicher Aufstieg durch Vertriebeneninitiativen
???? 5. Integration und Identität
???? 6. Erinnerungskultur
???? Quintessenz
Die sudetendeutschen Vertriebenen schufen in Bayern neue Städte, überbrückten politische Gräben, trugen entscheidend zur wirtschaftlichen Modernisierung bei und wurden zu einem festen Bestandteil der bayerischen Identität. Waldkraiburg und Geretsried sind heute sichtbare Zeugnisse dieser außergewöhnlichen Integrations- und Aufbauleistung.
19.05.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
Führende deutsche Sozialdemokraten aus Brünn
Bei der Abendschule zur Geschichte der sudetendeutschen Sozialdemokratie am 12. Mai 2025 stellte Dr. Thomas Oellermann eine Reihe bedeutender deutscher Sozialdemokraten aus Brünn vor. Grundlage des Vortrags war seine umfangreiche biographische Sammlung, aus der auch die Ausstellung „Das rote Brünn – Lebensbilder Brünner Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten“ hervorging. Die Ausstellung soll beim Sudetendeutschen Tag 2026 in Brünn gezeigt werden und erschien bereits als Broschüre in der Schriftenreihe der Seliger-Gemeinde.
18.05.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde
Ein Hof der Hoffnung
Der Anton-Sacher-Hof in Fischern und sein fast vergessenes Erbe
Bei der Exkursion zum Frühjahrsseminar 2026 besuchte die Seliger-Gemeinde den Wohnort der Familie Hieke – den heutigen Karlsbader Stadtteil Fischern (Rybáře). Die deutsche Sozialdemokratie prägte diesen Ort mindestens genauso wie das vorher besuchte Altrohlau. Bürgermeister Anton Sacher ging hier einen bedeutenden Weg um gegen die Wohnungsnot anzukommen – er schuf ein Bauwerk, das kaum in Reiseführern auftaucht und doch ein bedeutendes Kapitel mitteleuropäischer Sozialgeschichte erzählt: den Anton-Sacher-Hof. Errichtet in den frühen 1930er Jahren, war der Wohnkomplex weit mehr als nur ein Gebäude – er war Ausdruck einer sozialen Vision in Zeiten wirtschaftlicher Not. In tschechischen Dokumenten ist er als „Sachrův dvůr“ in der Fibichova-Straße bekannt und Teil der historischen Siedlung Fischern.

75 Jahre Seliger-Gemeinde e.V.
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