Der Botschafter der Tschechischen Republik Tomáš Kafka und der Präsident der Region Pardubice Martin Netolický hatten die Vorsitzende der Seliger-Gemeinde, Helena Päßler, anlässlich des Staatsfeiertages der Tschechischen Republik „Tag der unabhängigen Tschechoslowakei“ zu einem Empfang am 27. Oktober 2022 in die Botschaft der Tschechischen Republik in Berlin eingeladen
Zu Besuch in der Botschaft der Tschechischen Republik in Berlin
Auf diese Einladung freute ich mich ganz besonders. Tage davor war ich aufgeregt. Die Züge ab Wiesbaden hatten zwar allesamt Verspätung, aber es war eine schöne Feier am Vortag des tschechischen Nationalfeiertages. Zur Verleihung des Wenzel-Jaksch-Preises an František Černý lernte ich im Sommer das Ehepaar Kafka kennen. Ein wunderbares, europäisches, weltgewandtes, angenehmes und überaus freundliches Paar, das mir zum ersten Mal im Münchner Hotel begegnete, wo wir gemeinsam untergebracht waren. Beide kamen in der Früh gerade vom Joggen – und ich bekam nun die Einladung.
Zu Besuch in der Botschaft der Tschechischen Republik in Berlin. Das Gebäude kannte ich noch nicht. Von schrecklichen Visumsanträgen in die ehemalige Tschechoslowakei in den 70er Jahren kannte ich nur die Villa im Grunewald, die mir damals furchterregend dunkel vorkam. Heute nun dieser riesige Komplex mit Tschechischem Zentrum, der aber bald wegen Renovierung geschlossen werden soll.
Das Botschafter-Ehepaar Kafka mit Sohn begrüßten jeden Gast, gemeinsam mit dem Präsidenten der Region Pardubice in Ostböhmen, Martin Netolický, der Mit-Gastgeber war und stellvertretender ČSSD-Vorsitzender ist. Ehrengast war der Ministerpräsident von Sachsen, Michael Kretschmer. Nach den Hymnen und kurzen Grußworten konnte man ausgiebig schlemmen, sich aber auch über die Region Ostböhmen, um Pardubice herum, informieren.
Durch Ulli Miksch, der auch anwesend war, lernte ich eine ganz besondere Frau kennen: Sabine Gruša, Jiří Grušas Witwe. Jiří Gruša war Botschafter Tschechiens in Deutschland und konnte unglaublich toll schreiben. Ihm begegnete ich erstmals 1978, als er gerade aus der Polizeihaft kam und ich für ihn einen Brief nach Deutschland „schmuggelte“. Frau Gruša sagte, was ich nicht wusste: ihr Mann erhielt sowohl von österreichischer als auch von deutscher Seite höchste Anerkennungen, nur nicht von tschechischer Seite. Allerdings verlieh ihm dann posthum der ehemalige Außenminister Tomáš Petříček eine Auszeichnung. Von dieser Begegnung war ich berührt.
Gerne wäre ich noch länger geblieben, aber die Rückfahrt stand bevor, leider auch wieder mit erheblicher Verspätung.
Helena Päßler