Am Freitag, den 27. September legte die SPD-AG 60plus in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg zwei Kränze bei der Gedenktafel der Seliger-Gemeinde nieder: „Wir verneigen uns vor den Opfern von Krieg und Terror!“ - mit dabei u.a. der Bezirksvorsitzende AG 60plus (Opf) Reinhold Strobl (4.v.re.), MdB/MdL a. D., Erika Faul (re.) für die Nürnberger AG 60plus und die Landtagsabgeordnete Nicole Bäumler (3.v.re.).
Flossenbürg, Ort des Leidens und des Schreckens
Rund 100.000 Häftlinge hielt die SS zwischen 1938 und 1945 im Konzentrationslager Flossenbürg und seinen 90 Außenlagern gefangen. Mindestens 30.000 von ihnen kamen ums Leben. Die SS-Führung hatte das Lager errichtet, um durch die Zwangsarbeit der Häftlinge die Granitvorkommen am Ort auszubeuten. Vor 75 Jahren, am 23. April 1945, ist das KZ Flossenbürg befreit worden. Es nahte das Ende des 2. Weltkrieges. Wenigen brachte es noch die Freiheit, viele waren bereits tot und andere starben auf den Todesmärschen durch die Oberpfalz.
„Wir sind heute hier an diesem Ort zusammengekommen, um der Opfer von Krieg und Terror zu gedenken“, so Reinhold Strobl in seiner Ansprache. „Es ist immer wieder wichtig, uns bewusst zu machen, was damals – während des sogenannten 3. Reiches – geschah. Es darf sich nie mehr wiederholen! Man darf nicht warten und wegschauen. Es ist wichtig, Tendenzen entgegenzutreten, den Mund aufzumachen, wenn es gegen Minderheiten, Flüchtlinge oder Menschen einer anderen Religion geht und – jetzt - für Freiheit und Demokratie einzutreten“ so Strobl weiter.
Der Bezirksvorsitzende der AG 60plus Oberpfalz erinnerte an die mutigen Genossinnen und Genossen, die es damals wagten, den Nazis entgegen zu treten: Toni Pfülf, Josef Felder, Wilhelm Högner, Kurt Schumacher, Franz Höhne, Christian Endemann, Franz Xaver Kemmeter, Fritz Renner, Franz Mörtl, Otto Wels und viele andere.
Strobl mahnte anschließend: „Jeder hat die Verpflichtung und die Möglichkeit, sich zu informieren. Niemand darf sich aus Unwissenheit zum Steigbügelhalter von Rechtsradikalen machen lassen. - Ich möchte daran erinnern: Demokratie ist die beste Staatsform, die es gibt!“ und schloss mit „Fast 80 Jahre Frieden in Europa – lasst uns alles dafür tun, dass Europa und die Welt besser und friedlicher werden. Richard Weizsäcker sagte einmal: Frieden kann man nicht gegeneinander gewinnen, sondern nur miteinander.“ Lasst uns gemeinsam eine gute Zukunft aufbauen! Unsere Verantwortung gilt dem Frieden unter den Menschen zu Hause und in der ganzen Welt“.
Da auch viele sudetendeutsche Sozialdemokraten in Flossenbürg inhaftiert, gefoltert oder ermordet wurden, hat die Seliger-Gemeinde 2009 eine Gedenktafel anbringen lassen. Beim Frühjahrsseminar im April 2025 werden wir zum 80jährigen Gedenken an das Kriegsende in Flossenbürg eine Gedenkfeier abhalten.