Israel - eine Herzensanliegen unserer Bundesvorsitzenden Helena Päßler
Im Interview erklärt sie den Hintergrund unserer Israel-Resolution vom 13.Oktober 2023
Liebe Helena, was hat dich bewogen, eine Israel-Resolution der Seliger-Gemeinde in der Sitzung des Bundesverbands am 13. Oktober 2023 auf den Weg zu bringen?
Helena Päßler: Am zweiten Tag nach dem menschenverachtenden Überfall der Hamas auf Israel starben so viele Jüdinnen und Juden, wurden verschleppt und gefoltert, wie noch nie nach Ende der Shoah. Das allein muss einen Aufschrei in unserer Gesellschaft geben, ein Aufstehen für Israel und sein Volk.
Was versprichst Du Dir von dieser Resolution?
Helena Päßler: Kanzler Scholz versprach Israel in seiner Regierungserklärung u.a. Solidarität im Kampf gegen den Terror der Hamas. Die Sicherheit Israels sei deutsche Staatsräson. Schon Angela Merkel äußerte zum 60. Jahrestag der Gründung Israels: „Jede Bundesregierung und jeder Bundeskanzler vor mir waren der besonderen historischen Verantwortung Deutschlands für die Sicherheit Israels verpflichtet.“
Es sollte aber vor allem die politische Unterstützung Israels seitens Deutschlands erfolgen. Die Solidaritätsbekundungen der deutschen Politiker sind zurzeit parteiübergreifend. Die Seliger-Gemeinde tut gut daran, sich hier anzuschließen.
Es stellt sich die Frage, inwieweit dies bei der Bevölkerung ankommt? Wie sieht es denn da in den Schulen aus?
Helena Päßler: Beunruhigend ist für mich, dass etwa die Hälfte der Schülerinnen und Schüler in Deutschland nichts anfangen kann mit dem Begriff Auschwitz-Birkenau. Aber kein Wunder: Politische Bildung ist nicht unbedingt fest verankert in unserem Schulsystem. Das beweist schon die Namensgebung des Faches: Sozialkunde, Gemeinschaftskunde, Politik und Wirtschaft u.v.m. Kein anderes Schulfach leidet unter einem solchen begrifflichen Wirrwarr. Entsprechend sieht die Gestaltung des Unterrichts aus; nur vom Engagement einzelner Lehrkräfte kann die Schülerschaft profitieren. Hinzukommt, dass in der Oberstufe das Fach abgewählt werden kann. Schüleraustausch mit israelischen Schulen kann dem in gewisser Weise entgegenwirken.
Wie ist denn dieser Konflikt Deiner Meinung nach zu bewerten?
Helena Päßler: Immer wieder wird das „Aber“ in Gesprächen, vor allem mit Schüler_Innen und Jugendlichen geäußert, das die Relativierung des Terrors meint. Deshalb muss der Terrorangriff auch als solcher benannt werden, der antisemitisch ist, da er die Vernichtung des jüdischen Volkes und die Zerstörung des Landes Israel einfordert und dazu auffordert.
Schon aus diesem Grund müssen wir ein klares Bekenntnis zu Israel, zu seinem Volk zeigen und abgeben und nicht als schweigende Masse zusehen.
Vielen Dank für diese klaren Worte!