Helena Päßler in Prag

Veröffentlicht am 04.12.2022 in Allgemein

Erlebten einen stimmungsvollen, literarisch-musikalischer Advents-Nachmittag: Andreas Künne, Deutscher Botschafter in Prag (Mitte), Martin Dzingel, Präsident der deutschen Landesversammlung in Tschechien (2.v.re.), Helena Päßler, Bundesvorsitzende der Seliger-Gemeinde (2.v.li.) mit den Musiker Gerhard und Andrea Ehrlich (jeweils außen).

 

Licht in Prag

Vorweihnachtliches Prag erleben! Die Einladung von Martin Dzingel, Präsident der Landesversammlung der deutschen Vereine in Tschechien, habe ich, ohne zu überlegen angenommen. Ein literarisch-musikalischer Nachmittag in der Deutschen Botschaft in Prag.

Der Botschafter, Herr Andreas Künne, begrüßte die Anwesenden im erleuchteten Kuppelsaal. Wolfram Ster las aus dem Werk Otfried Preußlers „Die Flucht nach Ägypten“. Begleitet wurde er musikalisch vom Duo „Bojaz – Egerländer Bauernmusik“ mit Gerhard und Andrea Ehrlich. Gemeinsam mit Petra Ernstberger, unserer Geschäftsführerin des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds, erfreuten wir uns mit den Gästen an dieser wunderschönen, auf die Adventszeit einstimmenden, Erzählung. Bei den danach folgenden Gesprächen ergaben sich Kontakte zu VertreterInnen der deutschen Minderheit in Tschechien. Gerne würden sie zur Seliger-Gemeinde engeren Kontakt halten. Diese Anregung sollten wir wahrnehmen. Denn ein nicht unwichtiges Thema ist nun in Tschechien die - vorgesehene -Abschaffung der zweiten Fremdsprache im Unterricht, was vor allem Deutsch betreffen würde. Es freute mich sehr, Gast dieser Veranstaltung gewesen zu sein. Mein Dank gilt den Veranstaltern.

Der Weg aus der Deutschen Botschaft von der Kleinseite zurück in die Altstadt führt durch die Gassen von Prag, deren warm anmutendes Licht einen wunderbaren Gegensatz zum kalten LED-Licht der Leuchtreklamen darstellt. Das dort menschenleere, aber voller Seele lebendige Prag erinnerte mich an Kafka: „Dieses Mütterchen hat Krallen, es lässt nicht los“.

Zu Besuch bei  Ivan Dubský

Am nächsten Abend meines Aufenthaltes besuchte ich Dr. Ivan Dubský und seine Frau Jaroslávka. Er ist mittlerweile 96 Jahre alt, und einer der letzten noch lebenden Erst-Unterzeichner der Charta 77. Kennengelernt habe ich ihn vor mehr als vierzig Jahren in Prag. Über sich spricht er nicht gern – der Marxist, Philosoph, Soziologe, Nietzsche-Kenner und Übersetzer.  Aber erstmals erzählte er mir diesmal, wie es seinem Sohn Jakub, mein Jahrgang (1953) erging, als die sog. Zeit der Normalisierung in der damaligen Tschechoslowakei begann und die Dissidenten verfolgt wurden. Ivan wurde unmittelbar nach der Unterschrift für die Charta 77 in die berüchtigte Bartolomějská (Sitz der Staatspolizei) gebracht und verhört. Dort „traf“ er auf einige Mit-Unterzeichner. Aber das auch in späteren Jahren sein Sohn unschuldig im Gefängnis war, gefoltert wurde, sogar mit dem sog. water-boarding, das traf ihn am meisten und belastet ihn bis heute. Sein Sohn trug gesundheitliche Schäden davon. Erwartungssvoll blicken sie jedoch gemeinsam auf die Präsidentschaftswahlen und hoffen, dass es nicht Babiš wird.

 

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