Feierstunde in Prag am 16.6.2025

Veröffentlicht am 25.06.2025 in Allgemein

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Verständigung und Versöhnung sind Fundamente des Friedens

 „Verdrängen, Gedenken, Aufarbeiten“ – Deutsche Botschaft in Prag erinnert an die Vertreibung

„Verdrängen. Gedenken. Aufarbeiten.“ war das Motto einer Veranstaltung zu 80 Jahre Vertreibung im Kuppelsaal der Deutschen Botschaft in Prag. Co-Gastgeber war die Landesversammlung der deutschen Vereine in der Tschechischen Republik. Die Schirmherrschaft der Veranstaltung hatte die Menschenrechtsbeauftragte der tschechischen Regierung, Klára Šimácková Laurencíková, übernommen. Für die Seliger-Gemeinde waren die Bundesvorsitzenden Helena Päßler (re.) und Christa Naaß (li.) sowie die Mitglieder Libor Rouček (2.v.re) und Mathias Päßer (2.v.li.)dabei.

Zwei Tage zuvor, am Samstag, hatte der Deutsche Botschafter Andreas Künne bei der offiziellen Gedenkveranstaltung in Lidice einen Kranz niedergelegt und der Opfer des schlimmsten Massakers der Nationalsozialisten auf tschechischem Boden gedacht. „Wir gedenken der Opfer der Verfolgung durch das NS-Regime und des Weltkrieges. Zugleich ist dieses Jahr auch der 80. Jahrestag des Beginns der Vertreibung der deutschsprachigen Bevölkerung aus der damaligen Tschechoslowakei“, hieß es dazu in der Einladung der Botschaft.

Die Gesandte der Deutschen Botschaft, Petra Dachler, begrüßte als Gäste zahlreiche Brückenbauer: „Sie, die Sie hier sind, haben entschieden mit dazu beigetragen zur Versöhnung von Deutschen und Tschechen. Sie haben Anfeindungen in Kauf genommen und sich nicht abschrecken lassen. Dafür möchten wir Ihnen mit der Veranstaltung danken. Und wir möchten diesen Tag nutzen, Ihre Arbeit vorzustellen und Ihren Einsatz zu würdigen.“ Und fügte hinzu: „Verständigung und Versöhnung sind die Grundlage für ein friedliches Zusammenleben in Europa.“ Martin Dzingel, der Vorsitzende der Landesversammlung und Mitveranstalter, sagte: „Wir gedenken heute nicht, um zu vergleichen, nicht, um aufzurechnen. Wir gedenken, um zu verstehen, dass das Leid des einen, das Leid des anderen nicht aufhebt. Dass jedes menschliche Schicksal zählt, und dass Vertreibung, gleich wen sie trifft, Unrecht ist.“

Nach der Begrüßung hielten Christa Naaß, Präsidentin der Sudetendeutschen Bundesversammlung und Generalsekretarin des Sudetendeutschen Rates, sowie der Historiker Matej Spurný von der Karls-Universität die Impulsvorträge. Naaß erinnerte dabei unter anderem auch an 75 Jahre „Wiesbadener Abkommen“ als ein Dokument der Versöhnung. Eine Erklärung zwischen verschiedenen sudetendeutschen Vertretern und dem Tschechischen Nationalausschuss im Londoner Exil im Jahre 1950, in der bereits jeder Art von Totalitarismus und Kollektivschuld eine Absage erteil wird, die die Anerkennung des auf beiden Seiten erlittenen Unrechts fordert und das Ziel formuliert einer auf freier Ausübung des Selbstbestimmungsrechts und Freiheit beruhenden Ordnung in einem freien und demokratischen Europa.

Naaß erinnerte an Prozesse des Verdrängens auch in der deutschen Gesellschaft, sich mit der eigenen Schuld auseinanderzusetzen, und wies dann auf die Rede des Ministerpräsidenten Petr Necas 2013 im Bayerischen Landtag hin, die ein Durchbruch in den sudetendeutsch-tschechischen Beziehungen war. Necas hatte damals gesagt: „Die Landschaft hat ihr Gedächtnis verloren, die Kultur verschwand, viele architektonische Denkmäler wurden zerstört. Die Städte verloren ihren bunten, multiethnischen und mehrsprachigen Charakter. Industrielle sowie landwirtschaftliche Produktion wurden unwiederbringlich devastiert.“

Naaß schloß ihren Impulsvortrag mit der Feststellung: „Die Erinnerung an die Ereignisse der Jahre 1945 und 1946 verpflichten uns vor allem zu dreierlei: eine Erinnerungskultur, die dem Frieden dient, zum Kampf für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit und zu einem verstärkten Einsatz für ein gemeinsames Europa.“

Anschließend diskutierte Tomáš Lindner mit Regisseur Jirí Havelka, Petr Kalousek von Meeting Brno, Senator Martin Krsek und Vera Prokopová, Bürgermeisterin von Wekelsdorf über das Thema „80 Jahre Vertreibung – Wie gedenkt Tschechien?“.

„Was von den Deutschen blieb – Erhalt des deutschen Kulturerbes und Sprache“ war der Titel der zweiten Diskussionsrunde, die Lucie Römer moderierte. Auf dem Podium saßen Vít Dovalil, Germanist an der Karls-Universität, Karls-Preisträger Daniel Herman, Maja Konstantinovié von Antikomplex, Petra Laurin, Leiterin des Hauses der deutsch-tschechischen Verständigung in Gablonz, und Petr Mikšícek, Vorsitzender des Vereins DoKrajin.

 

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