Im Mittelpunkt der diesjährigen Gedenkfeier standen insbesondere Frauen, die sich am Widerstand gegen die NS-Herrschaft beteiligt hatten.
Gemeinsames Erinnern in Plötzensee
In der Gedenkstätte Berlin-Plötzensee wurde am 9. September der mehr als 670 Bürgerinnen und Bürger der damaligen Tschechoslowakei gedacht, die hier Opfer der nationalsozialistischen Justiz wurden. Für die Seliger-Gemeinde war Präsidiumsmitglied Ulrich Miksch dabei.
Plötzensee ist auch ein Erinnerungsort der sudetendeutschen Sozialdemokratie. Zu den hier Ermordeten gehörte der aus Eger stammende Johann Böhm. Seit 1919 Mitglied der Deutschen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (DSAP), engagierte er sich für die demokratische Tschechoslowakei und gehörte der sozialdemokratischen „Roten Wehr“ an. Nach der Besetzung des Sudetenlandes floh er nach Prag, wurde jedoch verhaftet und schließlich vom nationalsozialistischen Volksgerichtshof zum Tode verurteilt. Am 20. Mai 1943 wurde Johann Böhm in Plötzensee hingerichtet.
Sein Schicksal verbindet das Gedenken an die tschechoslowakischen Opfer unmittelbar mit der Geschichte der Seliger-Gemeinde. Es erinnert daran, dass deutsche und tschechische Demokraten gemeinsam Widerstand gegen Nationalismus und nationalsozialistische Diktatur leisteten.