Abendschule 17.9.2024

Veröffentlicht am 22.09.2024 in Allgemein

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Sudetendeutsche sozialdemokratische Jugendverbände I  -  Überblick

 

Die sozialistische Jugendbewegung hatte ihre Wurzeln bereits Ende des 19. Jahrhunderts, als junge Menschen begannen, ihre nicht sehr gute soziale Situation zu erkennen, insbesondere die schlechten Arbeitsbedingungen (12 Stunden Arbeit an 7 Tagen in der Woche). Da es Jugendlichen unter 25 Jahren verboten war, sich politisch zu engagieren, konstituierte sich die Jugendorganisation unter dem Deckmantel „Bildungsverein“.

Die Jugendbewegung war in erster Linie eine Bildungsbewegung, sei es in Bezug auf politische, berufliche oder kulturelle Bildung. Die Hauptaufgaben der Organisation junger Arbeitnehmer waren Bildungsaktivitäten und der Erwerb von Jugendlichen für die Idee des Sozialismus und die Weiterbildung der zukünftigen sozialistischen Gesellschaft. Für die Sozialisten waren Bildung und Wissen eine Voraussetzung für einen Klassenkampf.

Die große Dachorganisation die hinter allem stand, war der Verband jugendlicher Arbeiter Österreichs in der Zeit vor dem 1. Weltkrieg, da trafen sich alle namhaften Sozialdemokraten aus Österreich und Böhmen. Dieser Verband war die Kernzelle der später zu findenden Netzwerke.

Nach dem Ersten Weltkrieg, im Oktober 1919, wurde die sozialdemokratische Arbeiterjugend in Aussig auf deutschem Gebiet in der Tschechischen Republik gegründet. Zum Jahresende hatte der Verein über 30.000 Mitglieder. Vorsitzender war Ernst Paul (1919-1926), der Sitz dieses Vereins befand sich in Teplitz-Schönau und jeden Monat erschien die Zeitschrift „Die Junge Welt“. Hier waren sich Sozialdemokraten und Kommunisten noch einig. Inhaltlich ging es in den ersten Jahren um Proteste gegen Einberufung und gegen das Militär allgemein nach den schrecklichen Erfahrungen des Krieges.

Infolge der zunehmenden Spannungen zwischen den beiden Lagern fand im Herbst 1920 der sogenannte Karlsbad-Kongress statt, auf dem diese Probleme gelöst werden sollten. Der linke Flügel war von der Notwendigkeit einer Diktatur des Proletariats überzeugt, beeinflusst durch Russland und die Weltrevolution. Nachdem es beim diesem Verbandstag in diesen Grundsatzfragen zu keiner Einigung kam, verließ die große Mehrheit (88 gegen 22 Stimmen) die Organisation und schloss sich der Kommunistischen Jugendinternationale an.

Nach dieser Spaltung gründete die Minderheit am 5.12.1920 in Teplitz/Teplice auf einer "Reichskonferenz" den "Sozialistischen Jugendverband", der in Teplitz seinen Sitz behielt. Verbandsorgan wurde die "Sozialistische Jugend", mit einer Auflage bis 10.000 Stück. Die Sozialistische Jugend (SJ) blieb der Jugendverband der Deutschen Sozialdemokratischen Partei in der Tschechoslowakei (DSAP) und damit einer der wichtigsten Pfeiler der Organisation. Auch die Jugendorganisation war eine Massenbewegung und dies zeigte sich z.B. bei Großveranstaltungen wie dem Reichsjugendtag 1937 in Bodenbach.

Es gab aber auch andere Jugendorganisationen innerhalb der Kulturorganisationen, so die Falken, für die jüngsten und jüngeren Jahrgänge, als Jugendorganisation des Vereins Kinderfreunde die Zeltlager und andere Aktivitäten anbot. Es gab auch Jugendgruppen im ATUS mit speziellen Angeboten im Kinder- und Jugendturnen. Schließlich hatten auch die Gewerkschaften, z.B. die Metallarbeitergewerkschaft, eine Jugendgruppe zur Nachwuchsgewinnung. Es wäre interessant, so Thomas Oellermann, einmal darauf zu schauen, wie Nachwuchswerbung in früherer Zeit funktionierte.

Nicht zu verschweigen seien aber auch, so Oellermann weiter, die Generationenkonflikte innerhalb der DSAP, die immer wieder ein bestimmendes Thema waren – so z.B. die Spannungen zwischen Ludwig Czech und Wenzel Jaksch.

Doch auch die Seliger Gemeinde hatte bereits in den 1950/60ern eine Jugendorganisation, den sogenannten Jugendkreis dessen Organ der Sudeteneuropäer war. Diese Jugendorganisation brach jedoch schnell zusammen. Nicht zu vergessen sei, so Oellermann, die die Mitglieder der jüngeren Generation die in den 2005/6er Jahren einen erheblichen Beitrag dazu leistete, dass es die Seliger-Gemeinde heute noch gibt und wir hier zusammentreffen können.

Zur inhaltlichen Arbeit des „Sozialistischen Jugendverbands" mehr in einer späteren Ausgabe der Abendschule.

Diese Ausgabe der Abendschule kann jederzeit als Podcast nachgehört werden.

Die Veranstaltung fand mit großzügiger Unterstützung des Bundesministeriums des Innern und für Heimat aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages statt.

 

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