Bedeutende Persönlichkeiten

Veröffentlicht am 13.07.2026 in Allgemein

Herta Schober (1922-2018)

Herta Schober wurde am 2. Juni 1922 in Jägerndorf geboren. Sie wuchs in einem sozialdemokratisch geprägten Elternhaus auf. Ihr Vater leitete das örtliche Arbeiterheim, das nicht nur als Versammlungsstätte, sondern auch als gesellschaftliches und kulturelles Zentrum der Jägerndorfer Arbeiterbewegung diente. Auf diese Weise kam Herta Schober bereits früh mit dem politischen und gemeinschaftlichen Leben der sudetendeutschen Sozialdemokratie in Berührung.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Vertreibung gelangte sie gemeinsam mit ihren Eltern zunächst nach Memmingen in Bayern. Im Jahr 1950 zog sie mit einer Gruppe von 20 weiteren Sudetendeutschen nach Stockholm. Dort arbeitete sie zunächst in einer Baumwollspinnerei. Später fand sie eine Anstellung in einem genossenschaftlichen Reisebüro, dessen Geschäftsräume sich im Zentrum Stockholms unweit des königlichen Schlosses befanden. Dort war sie bis zu ihrer Pensionierung im Jahr 1972 tätig.

Auch in Schweden blieb Herta Schober ihren sozialdemokratischen Überzeugungen und der Gemeinschaft der sudetendeutschen Sozialdemokraten eng verbunden. Bereits zu Beginn der 1970er-Jahre gehörte sie dem Vorstand der Stockholmer Ortsgruppe der Treuegemeinschaft sudetendeutscher Sozialdemokraten an. Die Ortsgruppe verfügte damals über mehr als 400 Mitglieder und war damit eines der bedeutendsten Zentren der Organisation in Schweden.

Später wurde Herta Schober in den Landesvorstand gewählt. Zunächst wirkte sie als Schriftführerin, anschließend übernahm sie nach Hermann Preibisch das Amt der Kassiererin. Damit wurde sie zu einer der zentralen Persönlichkeiten der Treuegemeinschaft. Eine ihrer wichtigsten Aufgaben bestand darin, den Kontakt zu den über ganz Schweden verstreut lebenden Mitgliedern aufrechtzuerhalten. Bei organisatorischen oder persönlichen Fragen war sie für viele von ihnen die erste Ansprechpartnerin.

Die Treuegemeinschaft hatte ursprünglich die sudetendeutschen Sozialdemokraten in ganz Skandinavien umfasst, konzentrierte sich später jedoch auf Schweden. Bis zur offiziellen Auflösung der schwedischen Gesinnungsgemeinschaft im Jahr 2008 gehörte Herta Schober ihrem Präsidium an. Über Jahrzehnte trug sie damit entscheidend dazu bei, die persönlichen Verbindungen, die politische Tradition und die Erinnerung an das sudetendeutsche sozialdemokratische Exil in Schweden zu bewahren.

Im Jahr 2015 wurde Herta Schober in der Seliger-Gemeinde für ihre 65-jährige Mitgliedschaft gewürdigt. Sie lebte zuletzt in einer Seniorenwohnung in Stockholm und starb im Sommer 2018. Die Nachricht von ihrem Tod erreichte ihre Freunde und Weggefährten am 9. Juli 2018.

Bei einer würdigen Gedenkstunde nahmen zahlreiche Angehörige und Freunde der Treuegemeinschaft Abschied von einer Frau, die über Jahrzehnte zu den verlässlichsten Stützen der sudetendeutschen Sozialdemokratie in Schweden gehört hatte.

 

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