Anton „Toni“ Brenner (1891–1956)
Anton „Toni“ Brenner wurde am 1. Juni 1891 geboren. Er stammte aus einer sozialdemokratisch geprägten Familie und engagierte sich früh in der Arbeiterbewegung. Nach Tätigkeiten als Korrespondent und Buchhalter wurde er 1924 zum Gemeindesekretär in Dönitz bei Karlsbad berufen. Dieses Amt übte er bis 1938 aus.
Neben seiner beruflichen Tätigkeit war Brenner in der Sozialdemokratischen Partei, den Gewerkschaften und dem Genossenschaftswesen aktiv. Nach der Besetzung des Sudetenlandes geriet er aufgrund seines politischen Engagements ins Visier des nationalsozialistischen Regimes.
Im Frühjahr 1939 wurde Brenner verhaftet und am 3. März in das Konzentrationslager Dachau eingeliefert. Dort erhielt er die Häftlingsnummer 32618. Am 9. Mai 1939 erfolgte seine Überstellung in das Konzentrationslager Mauthausen. Von dort kam er am 18. Februar 1940 zurück nach Dachau, wo er bis zu seiner Entlassung am 12. August 1943 inhaftiert blieb. Anschließend wurde er zur Dienstverpflichtung herangezogen.
Während seiner Haft setzte sich Brenner nach Berichten ehemaliger Mithäftlinge für andere Gefangene ein und unterstützte sie, wo es ihm möglich war. Sein Verhalten verschaffte ihm unter vielen Lagerkameraden Anerkennung und Respekt.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Brenner 1946 aus seiner Heimat ausgesiedelt. Er ließ sich in Rosenheim nieder und trat in den Dienst der Ortskrankenkasse. Dort engagierte er sich erneut für die Interessen seiner Kolleginnen und Kollegen und gehörte dem Betriebsrat an.
Die gesundheitlichen Folgen der jahrelangen KZ-Haft belasteten ihn dauerhaft. 1953 musste er deshalb vorzeitig in den Ruhestand treten. Auch danach blieb er ehrenamtlich tätig.
Anton Brenner starb am 3. April 1956 in Rosenheim, wenige Wochen vor seinem 65. Geburtstag. Er hinterließ das Bild eines überzeugten Sozialdemokraten und Gewerkschafters, der sich sowohl vor als auch nach der nationalsozialistischen Verfolgung für die Belange seiner Mitmenschen einsetzte.