Die SPD muss sich nach dem Parteitag neu aufstellen
„Veränderung beginnt mit uns“ lautete das Motto, unter dem sich die SPD am letzten Juni-Wochenende 2025 zu ihrem Parteitag in Berlin getroffen hat. Und Veränderung tut bitter Not und die SPD muss sich neu aufstellen. Bärbel Bas und Lars Klingbeil als Parteivorsitzende sowie Tim Klüssendorf als Generalsekretär werden die Partei umkrempeln.
Die Seliger-Gemeinde war die drei Parteitag-Tage mit einem gut beachteten Infostand in Berlin vertreten und präsentierte ihr, von der BundesSPD mitfinanzierte Projekt „Nie wieder 2025“. Das Projekt besteht aus drei Teilen und konnte in der kurzen Zeit seit Jahresbeginn (eigentlich war die Präsentation bei einem Herbstparteitag geplant) nahezu vollständig umgesetzt werden.
Teil 1: Esgehtumalles.eu – unsere Aktions-Homepage
Wir wollen einen deutsch-tschechischen Dialog zu aktuellen politischen Herausforderungen. Der letzte Aufruf der DSAP vor dem Einmarsch der Deutschen Wehrmacht ins Sudetengebiet ist uns dabei Mahnung und Motivation: Mitbürger, es geht um alles! (Wenzel Jaksch, Mitte September 1938)
Wir leben in Zeiten großer Herausforderungen, die Politik und Gesellschaft viel abverlangen. Von der großen Unsicherheit profitieren zurzeit vor allem Kräfte, die unsere demokratische Ordnung in Frage stellen. Mit ihren vereinfachenden Formeln tragen sie zur Radikalisierung von Teilen der Gesellschaft bei.
Wie also können demokratische Antworten in diesen rasanten Zeiten aussehen? Als Seliger-Gemeinde fördern wir mittels eines gesonderten Webportals den deutsch-tschechischen Dialog zu Fragen des Populismus und des Rechtsradikalismus.
Auf unserem Portal erscheinen kommentierende Texte auf Deutsch und Tschechisch. Ergänzt werden diese durch historische Texte, die erstmalig in der jeweils anderen Sprache veröffentlicht wurden.
Bei den kommentierenden Texten geht es darum, die Phänomene Populismus und Rechtsradikalismus aus unterschiedlichen Perspektiven und Gesichtspunkten kurz und prägnant abzuhandeln.
Wir freuen uns weiter über jeden, der uns als Autor/in mit Texten zum Portal unterstützen möchte.
Teil 2: GHT – frühe Werke von Georg Hans Trapp des Zeichners von Flossenbürg
Georg Hans Trapp, geboren im nordböhmischen Eichwald, war der Illustrator der sudetendeutschen Sozialdemokratie. Er schuf für die verschiedenen Zeitungen, für die Organe sozialdemokratischer Verbände und für Buchtitel zahlreiche Illustrationen, die immer auch einen politischen Anspruch verkörperten. Trapp illustrierte aus tiefster Überzeugung was ihn zum Verfolgten des Nazi-Regimes machte.
Nach dem Münchener Abkommen emigrierte Trapp von daher mit seiner Frau nach Norwegen und engagierte sich in einem Spielwarenkollektiv, das sudetendeutsche Flüchtlinge dort gegründet hatten. Beim Einmarsch der Wehrmacht 1940 wurden die Eheleute Trapp inhaftiert und nach Deutschland verschleppt. Georg Hans Trapp kam nach Flossenbürg, wo er das Leiden der nationalsozialistischen Unterdrückung erlebte. Er überlebte die Schrecken und gelangte kurz nach Kriegsende mit seiner Frau nach Schweden. Hier entstanden die bekannten und zugleich so schockierenden Zeichnungen zu den erlebten Schrecken von Flossenbürg.
Georg Hans Trapp ist heute nahezu in Vergessenheit geraten. 80 Jahre nach Kriegsende wollen wir auf das Werk dieses politischen Künstlers erinnern und stellen sein Frühwerk aus der Tschechoslowakei in den Vordergrund.
Zeitungen und Zeitschriften waren neben dem Rundfunk das bedeutendste Medium der Zwischenkriegszeit. Sie informierten und versorgten die Anhänger von Gewerkschaften und Parteien mit programmatischen Texten. Während die Druckerzeugnisse der 20er Jahren vor allem Textseiten waren, setzte man vermehrt auf Fotos und illustrative Elemente.
Georg Hans Trapp ist heute nahezu in Vergessenheit geraten. 80 Jahre nach Kriegsende erinnern wir an das Werk dieses politischen Künstlers und stellen in einer Ausstellung sein Frühwerk aus der Tschechoslowakei aus.
Teil 3: Es ging um alles - Gedenkbuch der sudetendeutschen Sozialdemokratie
80 Jahre nach Kriegsende und Befreiung vom Nationalsozialismus ehren wir sudetendeutsche Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten, die sich den Nazis entgegenstellten. Im Buch werden sich ca. 1200 biografische Notizen finden zu Menschen, die für ihre Überzeugung verfolgt, verhaftet und ermordet wurden bzw. zu den wenigen Glücklichen, denen die Emigration gelang und die sich hier dann in großer Zahl alliierten Armee anschlossen um gegen Nazi-Deutschland zu kämpfen.
Das Buch ist fertig, befindet sich in der Endkorrektur und kommt demnächst mit der ISBN 978-3-946749-83-7 in den Buchhandel. Bestelladresse: Südstadt Verlag GbR – Sonnenstraße 9 – 90763 Fürth - Kontakt@suedstadtverlag.de