Jahresseminar 2022

Veröffentlicht am 08.11.2022 in Allgemein

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Albrecht Schläger spricht über Ernst Paul

 

"Sudetendeutscher Sozialdemokrat und Europäer – aus dem politischen Wirken Ernst Pauls"

Albrecht Schläger MdL a.D. und Präsidiumsmitgied er Seliger-Gemeinde erinnerte in der Bundesversammlung am Samstag im evangelischen Bildungs- und Tagungszentrum Bad Alexandersbad an den sudetendeutschen Sozialdemokraten Ernst Paul.

Geboren in Steinsdorf bei Bodenbach machte Ernst Paul eine Schriftsetzerlehre, die er 1915 abschloss. Bereits 1912 tritt er dem Verband der jugendlichen Arbeiter Österreichs bei. Im Ersten Weltkrieg wird er im Oktober 1915 eingezogen und kämpfte ab 1916 an der italienischen Front, in Galizien und der Bukowina. Seit ihrer Gründung 1919 ist Paul dann Mitglied der Deutschen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der 1. Tschechischen Republik (DSAP), besuchte die Parteischule in Bodenbach und arbeitete im Stab um Josef Seliger mit. 1920 lebte er in Teplitz-Schönau und traf dort schon auf Wenzel Jaksch. 1922 heiratete er Gisela Paul, geborene Hübner (1898-1987), die Ehe blieb kinderlos. Ihr Vermögen wurde der Grundstock der Ernst- und Gisela-Paul-Stiftung der Seliger-Gemeinde, die noch heute wichtige Publikationsvorhaben zur Geschichte der sudetendeutschen Sozialdemokratie fördert.

Seit der Neugründung des Jugendverbandes der DSAP im Dezember 1920 war Ernst Paul bis 1926 der Vorsitzende, von 1923 bis 1932 im Vorstand der Sozialistischen Jugend-Internationale (mit Erich Ollenhauer, der für die SPD darin vertreten ist). Er gründete 1926 die „Republikanische Wehr“, eine Selbstschutzorganisation gegen die Bedrohung durch die Nationalsozialisten. Ernst Paul unterstützte den geflohenen SPD-Parteivorstand (SOPADE) in Prag in dem er für die finanzielle Unterstützung (die DSAP spendete die Hälfte ihrer Mitgliedsbeiträge für die Unterstützung der deutschen Exilanten) und die Widerstandsaktivitäten durch die sozialdemokratische Druckerei „Graphia“ sorgte. Nach dem Münchner Abkommen 1938 verhalf er, aufbauend auf seine internationalen Kontakten, zusammen mit Siegfried Traub rund 3000 Menschen zur Flucht nach Schweden. Er selbnst floh in letzter Minute ebenfalls nach Schweden. Er organisierte in Stockholm eine „Kleine Internationale“, sein ehrenamtlicher Sekretär war Willy Brandt.

Nach dem Krieg siedelte er sich in Esslingen an und wird ein wichtiger SPD-Politiker. Paul war Mitglied des Deutschen Bundestages (1949-69), Mitglied in der Beratenden Versammlung des Europarates und der Versammlung der Westeuropäischen Union. Als Impulsgeber für den „Wehrbeauftragten der Bundeswehr“ (nach schwedischem Vorbild), die Bonn-Kopenhagener Erklärung von 1955 zur Regelung der dänisch-deutschen Minderheitenfragen wirkt seine Arbeit bis heute. Nach dem Tode Wenzel Jakschs wurde Paul Vorsitzender der Seliger-Gemeinde bis 1971 und begründete als Mitglied des Sudetendeutschen Rates eine bis heute andauernde Tradition. Ernst Paul verstirbt 1978 während einer Urlaubsreise in Österreich.

 

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