Ausstellung: Böhmen liegt nicht am Meer

Veröffentlicht am 12.03.2022 in Allgemein

Freuten sich über die gelungene Ausstellungseröffnung: Tanja Fichtner, pädagogische Leiterin der VHS Weiden, Annette Karl, MdL, Herbert Schmid „Arbeit und Leben“, Weiden, Rainer Pasta, Ausstellungsbetreuer der Seliger-Gemeinde und Lothar Höher, Bezirkstagsvizepräsident und Bürgermeister. (Fotos: Sebastian Flaschel)

„Ahoj, liegt Böhmen vielleicht doch am Meer?“

Seliger-Gemeinde präsentiert neue, zweisprachige Ausstellung in Weiden – Beispielhafte Demokrat_innen

Am Freitagvormittag wurde die Ausstellung „Böhmen liegt nicht am Meer – Lebenswege sudetendeutscher Sozialdemokraten“ in der Aula der Volkshochschule Weiden eröffnet. Unter dem Titel „Böhmen liegt nicht am Meer, aber in der Mitte Europas" „Čechy neleží u moře, nýbrž ve středu Evropy“ werden hier bis zum 25. März am Beispiel von 24 Personen die Lebensschicksale und das Wirken von sozial und demokratisch eingestellten Frauen und Männern aus der heutigen Tschechischen Republik vorgestellt.

Tanja Fichtner, die pädagogische Leiterin der VHS Weiden konnte am Freitagvormittag eine Reihe von Politikern und Interessierten zur Vernissage der Ausstellung „Böhmen liegt nicht am Meer“ begrüßen – unter ihnen die Landtagsabgeordnete Annette Karl aus Neustadt a.d. Waldnaab und  den Weidener Bürgermeister und Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher sowie Schülerinnen und Schüler der Fremdsprachenschule der Europa-Berufsschule Weiden. Fichtner zeigte sich erfreut, dass die Ausstellung der Seliger-Gemeinde in der VHS gezeigt und der Tschechisch-Klasse der Fremdsprachenschule dazu ein themenbezogener Workshop angeboten werden konnte.

Das Grußwort des Oberbürgermeisters überbrachte stellvertretend Bürgermeister Lothar Höher. Dieser erinnerte an die schwierige Geschichte Westböhmens auf den Weg in die Gegenwart und sagte den deutsch-tschechischen Beziehungen, trotz einzelner Rückschläge in der Corona-Pandemie, eine gute Zukunft voraus. Höher berichtete, dass er einige der in der Ausstellung gezeigten Persönlichkeiten noch persönlich kannte und verwies auf die Erlebnisse der sudetendeutschen Sozialdemokraten, die lange friedlich und freundschaftlich die Tschechoslowakischen Republik begleiteten. Erst der Nationalismus der Sudetendeutschen Partei schlug tiefe Gräben, die letztendlich zu Krieg und Vertreibung führten.

 
Herbert Schied führt durch die Ausstellung - Ausstellungstafeln in der Aula der VHS Weiden

 

Die Seliger-Gemeinde steht für ein friedliches und soziales Europa.    

Die Landtagsabgeordnete Annette Karl, selbst Vorstandsmitglied der Seliger-Gemeinde Regionalgruppe Fichtelgebirge/Steinwald, dankte den Autoren und Machern der Ausstellung für ihre Initiative die Geschichte der sudetendeutschen Sozialdemokratie in einer neuen, zeitgerechten Form zu präsentieren. Sie wünschte viele Besuche aus Stadt und Landkreis Weiden, denen die vielfältigen Lebensgeschichten in beispielhafter Weise den Kampf für die Demokratie nahebringen werden. Karl ging detaillierter auf die beiden Ausstellungsbanner von Erna Haberzettl, einer der vielen Frauen in der Ausstellung, und Volkmar Gabert ein. Gabert war einer der erfolgreichsten Vorsitzenden der BayernSPD und erzielte das beste Wahlergebnis der SPD in einer Landtagswahl Im Jahr 1966.

Annette Karl verwies auf die vielfältigen deutsch-tschechischen Kontakte und forderte die Intensivierung des bilateralen Schüleraustausches, denn „nur der Kontakt im Alltag kann die Freundschaft in die Herzen bringen“, so Karl. Die Abgeordnete verwies in diesem Zusammenhang auch auf die Alexandersbader Thesen, das aktuelle Grundsatzprogramm, der SPD, dass erst im letzten Herbst verabschiedet wurde. Hier werde, neben dem Kampf gegen den Nationalismus, vor allem die Auseinandersetzung mit den aktuellen Herausforderungen, angegangen. Die Seliger-Gemeinde stehe für ein friedliches und soziales Europa.    

„Böhmen liegt nicht am Meer“

Schließlich stellte Herbert Schmid, Mitglied des Ausstellungsteams und Vertreter des Projektträgers Arbeit und Leben Weiden das Konzept der Ausstellung vor. Schmid erklärte den Titel der Ausstellung, der mit dem Topos „Böhmen liegt nicht am Meer“ für Aufmerksamkeit sorgen soll. In Erinnerung an die Metapher „Böhmen liegt am Meer“, der von Shakespeares „Wintertraum“ bis zur gläsernen Arche im Meer des Böhmerwaldes die Sehnsucht nach dem Meer widerspiegelt, hätten die Ausstellungsmacher diesen Titel gewählt, um Aufmerksamkeit und Interesse für die Lebenswege der sudetendeutschen Sozialdemokrat_innen zu wecken. Sein Dank galt abschließend der FES Prag für die Gelegenheit zur Darstellung, den Geldgebern für die finanzielle Unterstützung, den Projektpartnern und den Ausstellungsmachern für die gute Zusammenarbeit und schloss mit einem erfrischenden „Ahoj, liegt Böhmen vielleicht doch am Meer?“

 

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