"Unsere Deutschen" - Dauerausstellung des Collegium Bohemicum in Aussig/Ústí n.L.

Veröffentlicht am 19.11.2021 in Allgemein

Die Schreibmaschine von Ernst Hofbauer, eines der Exponate, die sich mit der Geschichte der Sudetendeutschen Sozialdemokratie beschäftigen

 

"Unsere Deutschen/Naši Němci"

Dauerausstellung des Collegium Bohemicum in Aussig/Ústí n.L. eröffnet

Diese Woche eröffnete das Collegium Bohemicum in Ústí nad Labem/Aussig seine große Dauerausstellung zur Geschichte der deutschsprachigen Bevölkerung der böhmischen Länder. Der tschechische Kulturminister Lubomír Zaorálek und Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer waren als Ehrengäste anwesend. Für die Seliger-Gemeinde, die dieses Projekt sehr unterstützte, nahmen Dr. Thomas Oellermann und Ulrich Miksch teil. Nach etwa zehnjähriger Vorbereitungszeit erinnert erstmals  eine Dauerausstellung in Tschechien an die nach dem Zweiten Weltkrieg vertriebenen Deutschen. "Sie haben den Reichtum dieses Ortes mitgeschaffen", sagte der tschechische Kulturminister Lubomir Zaoralek über die Sudetendeutschen.

Die Sudetendeutschen Sozialdemokraten haben auch ihren Platz in der Ausstellung gefunden. Dem großen sudetendeutschen sozialdemokratischen Schriftsteller Josef Hofbauer, dem ich sich die Seliger-Gemeinde seit Jahren widmet, dessen Bücher sie neu herausgebracht hat, ist hier zum Beispiel ein eigener kleiner Themenschrank gewidmet. Auch Wenzel Jaksch und sein verzweifelter Aufruf „Mitbürger! Es geht um alles!“ aus dem Jahre 1938 sind zu finden.

Auf mehr als 1500 Quadratmetern werden Kultur und Leben der einstigen deutschsprachigen Bevölkerung Böhmens und Mährens über acht Jahrhunderte hinweg präsentiert. Die Ausstellung spannt einen weiten Bogen von der Ankunft der ersten deutschsprachigen Siedler im Mittelalter bis hin zur berühmten Kaffeehauskultur im zweisprachigen Prag der Zwischenkriegszeit. Fotos von NS-Opfern erinnern an die nationalsozialistische Besatzung. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden rund drei Millionen Sudetendeutsche aus der damaligen Tschechoslowakei vertrieben. In einem Raum werden bei der Flucht zurückgelassene Koffer und Alltagsgegenstände gezeigt. Finanziert wurde das umgerechnet über fünfzig Millionen Kronen (zwei Millionen Euro) teure Projekt unter anderem vom tschechischen Kulturministerium und dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds. Die Entwicklung des Themas der deutsch-tschechischen Beziehungen war eine der Bedingungen für den Zuschuss, den die Stadt Ústí nad Labem für den Wiederaufbau des Museums in Höhe von etwa 420 Millionen Kronen von der Europäischen Union erhielt.

Die Ausstellung bietet einen Blick auf das Zusammenleben von Tschechen und Deutschen seit dem 8. Jahrhundert bis zur Vertreibung der Deutschen aus der ehemaligen Tschechoslowakei und befindet sich auf zwei Etagen des Stadt-Museums. Zu sehen sind zahlreiche historisch wertvolle Originale, die Macher der Ausstellungen verwendeten aber auch modernste Geräte und Technologien, wie Hologramme, Touchscreens, 3D-Animationen. Einige Modelle wurden auf einem 3D-Drucker erstellt, es gibt auch Bild- und Tonprojektionen.

„Ich glaube, dass sowohl das Thema als auch die Ausarbeitung der Ausstellung vom Publikum positiv aufgenommen werden“, sagte Václav Houfek, Direktor des Stadtmuseums Ústí nad Labem anlässlich der Eröffnung. „Die Ausstellung ist ein tschechischer Blick auf unsere Deutschen. Wir freuen uns, wenn nicht nur die Tschechen, sondern auch die Deutschen und vor allem die junge Generation zu uns kommen. Wir bereiten auch Programme für deutsche Schulen vor“, sagte Petr Koura, Direktor der kulturell-pädagogischen und wissenschaftlichen Gesellschaft Collegium Bohemicum.

 

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