Initiative "Verlassene deutsche Gräber"

Veröffentlicht am 29.03.2022 in Allgemein

Text und Bild zu Guido Glück: Jana Urbanovská

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Die Geschichte von Guido Glück

Guido Glück wurde 1882 in Barco, Italien, geboren, seine Eltern stammten jedoch aus Mähren. Die Familie zog später nach Brünn, wo Glück ein deutsches Gymnasium besuchte. Anschließend studierte er Deutsch in Wien und Graz. Nach seiner Rückkehr nach Mähren unterrichtete er von 1904 bis 1910 Deutsch, Latein und Griechisch am Gymnasium in Breclav. Im Jahr 1910 kehrte er nach Brünn zurück und arbeitete als Professor für Deutsch am Gymnasium. Nach der Gründung der Tschechoslowakischen Republik war er Mitbegründer einer deutschen Theatertruppe und wurde Theaterkritiker, der in zahlreichen Zeitungen veröffentlichte (er gründete auch die Theaterzeitschrift Die Rampe). Bis 1932 arbeitete er als Theaterdramaturg und Regisseur und war auch Autor zahlreicher Inszenierungen und Stücke.

Guido Glück vertrat sozialdemokratische Positionen und zog sich nach 1933 aus der sozialen Szene zurück, versuchte aber gleichzeitig, Emigranten aus Nazi-Deutschland zu helfen, die sich vorübergehend in Brünn niedergelassen hatten. Nach der Errichtung des Protektorats zog er sich völlig zurück und arbeitete als Deutschlehrer, wobei er es - wie seine Schüler später behaupteten - wagte, das NS-Regime in seinem Unterricht zu kritisieren. Er versuchte sogar, den Sohn seiner Partnerin Zdenka Fuchs vor dem Konzentrationslager zu retten. In einem Prozess zur Ermittlung des Vaters von Jaromir Fuchs (der jüdischer Abstammung war) behauptete Glück, der wahre Vater von Fuchs zu sein. Dank dieser Tatsache überlebte der junge Mann den Zweiten Weltkrieg. Glücks Anti-Nazi-Haltung rettete ihn später vor der Vertreibung der Deutschen aus Brno/Brünn nach dem Krieg. Guido Glück starb dort im Jahr 1954. Der Grabstein, seiner letzten Ruhestätte, befindet sich auf dem Zentralfriedhof in Brno/Brünn.

Guido Glück hat ein recht umfangreiches und vielfältiges Werk hinterlassen. Neben Theaterkritiken, die er in zahlreichen Brünner Zeitungen veröffentlichte, schrieb er auch Gedichte, Romane und Novellen (von denen nur wenige in Buchform erschienen). Seine Erfahrungen in der ethnisch gemischten Stadt spiegeln sich in seinem Roman Der goldene Boden wider. 

Im Jahr 2017 wurde für Guido Glück eine Gedenktafel am Gebäude des Instituts für Musikwissenschaft in Brno/Brünn angebracht, deren Enthüllung vom Innenministerium der Bundesrepublik Deutschland, der Versammlung der deutschen Verbände in der Tschechischen Republik, der Stadt Brno/Brünn, der Masaryk-Universität, dem Institut für Germanistik und dem Institut für Musikwissenschaft der Philosophischen Fakultät der Masaryk-Universität unterstützt wurde.  

Weitere wichtige Initiativen zum Gedenken an das Leben und Werk von Guido Glück waren die Ausstellung "Guido Glück" im Foyer des Mahen-Theaters, die 1998 von Vojen Drlík und Dora Müller vorbereitet wurde, oder die Ausstellung "Ströme. Literatur der deutschen Sprache in Brünn, 1848-1945", die 2018 in der Gedenkstätte für Literatur in Mähren zu sehen war.

Verlassene deutsche Gräber

Gerne machen wir Sie auf das Projekt von Jana Urbanovská zur Erneuerung des Grabes von Guido Glück (1882-1954) aufmerksam. Urbanovská ist Assistenzprofessorin am Fachbereich für Internationale Beziehungen und Europäische Studien an der Masaryk-Universität in Brno/Brünn. In ihrer Forschung und Lehre konzentriert sie sich hauptsächlich auf die deutsche Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik und die tschechisch-deutschen Beziehungen.

Im Juni 2021 übernahm Jana Urbanovská die Patenschaft für das verlassene Grab von Guido Glück. Sie möchte das Grab von seinen Verdiensten entsprechend renovieren und damit Glücks Erbe und seinen Platz im Gedächtnis des tschechischen und deutschen Volkes wiederbeleben.

Besuchen Sie die Webseite von Jana Urbanovská, wo sie das Projekt ausführlicher vorstellt: https://sites.google.com/view/guidoglueck (CZ / DE).

 

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