Zum 125. Geburtstag von Wenzel Jaksch

Veröffentlicht am 04.10.2021 in Allgemein

Text und Bilder: Siegfried Träger

Dass es die Grabstätte Wenzel Jakschs überhaupt noch gibt und das sogar als Ehrengrab der Stadt Wiesbaden verdankt sich der Aufmerksamkeit Leo Maniuras, wie er das in einem kurzen Rückblick vor den Gästen darlegte.

 

Wenzel Jaksch - Fürsprecher der Vertriebenen

Die Seliger-Gemeinde am Grab von Wenzel Jaksch – „für uns sudetendeutsche Sozialdemokraten ein unvergessliches Vorbild“

Zum 125. Geburtstag von Wenzel Jaksch (geboren 25.10.1896 in Langstrobnitz im Böhmerwald) hatte die Seliger-Gemeinde Hessen für den 30.10.2021 zu einem Gedenken an dessen Grabstätte auf dem Waldfriedhof Wiesbaden-Dotzheim eingeladen. Jaksch war am 27. November 1966 an seinem Wohnort Wiesbaden bei einem tragischen Autounfall ums Leben gekommen.

Dieter Lochschmidt filmte die Gedenkveranstaltung am 30. September 2021 auf dem Waldfriedhof in Wiesbaden-Dotzheim und stellt uns ein 33-Minuten-Video der Reden am Grab von Wenzel Jaksch in youtube zur Verfügung.

 

Als Teilnehmer begrüßte Helena Päßler, Co-Vorsitzende der Gesamt-Seliger-Gemeinde, u.a. die Generalsekretärin des Sudetendeutschen Rates und ehemalige Abgeordnete des Bayrischen Landtags Christa Naaß (SPD), den Generalsekretär der SPD Hessen Christoph Degen, das ehemalige Präsidiumsmitglied der SG Albrecht Schläger, Peter Wesselowsky, Alt-Bürgermeister von Ochsenfurt, Leo Maniura, ehemals Landesvorsitzender der SG Hessen, George Jaksch, Sohn des Geehrten sowie Vertreter der Sudetendeutschen Landmannschaft und des Wiesbadener Stadtparlaments.

Helena Päßler erinnerte in ihrer Gedenkrede an die politische Karriere des gelernten Maurers Wenzel Jaksch, die 1919 in ihrer eigenen Heimatstadt Teplitz begonnen habe. Ein Jahr später schon hat er mit 24 Jahren als jüngster Redner auf dem Parteitag der DSAP in Karlsbad auf sich aufmerksam gemacht und wurde kurz nach dem frühen Tod Josef Seligers (+ 18.10.1920) in den Parteivorstand gewählt. Er ging nach Prag, wurde bald Mitglied des Nationalparlaments – und lernte Tschechisch, weil die tschechischen, teilweise sehr national gesinnten Abgeordneten den Saal verließen, wenn er ans Rednerpult trat und Deutsch sprach, was sich änderte, als er seine Reden auf Tschechisch hielt. Jaksch betätigte sich auch journalistisch mit kritischen Beiträgen zu den „unglaublichen Missständen der Arbeiterschaft“ seines Landes. 1939 musste er vor den anrückenden Truppen Nazideutschlands fliehen und gelangte auf abenteuerlichen Wegen nach England. Erst einige Jahre nach dem Krieg durfte er nach Westdeutschland ausreisen (Druck aus Prag hatte das bis dahin verhindert), ließ sich mit seiner Familie im hessischen Wiesbaden nieder und wurde bald auf vielfältige Weise, sogar als Mitglied des Bundestages, zu einem Fürsprecher der Vertriebenen. Helena Päßler nannte sein Wirken damals „eine meisterhafte Flüchtlingspolitik“ und versicherte, Wenzel Jaksch bleibe „für uns sudetendeutsche Sozialdemokraten ein unvergessliches Vorbild“.

Die musikalische Umrahmung gestaltete Dieter Lochschmidt              Im angeregten Gespräch: Peter Wesselowsky mit SG-Mitglied Ursula Hofmann            mit seinem Akkordeon.                                                                                aus Wiesbaden.

Ein Grußwort (verlesen von Markus Harzer, Landesobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Hessen und Vorstandsmitglied der Seliger-Gemeinde) ging auch vom Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe Bernd Posselt ein, worin er sich freue, dass SL und Seliger-Gemeinde gemeinsam einer der ganz großen Persönlichkeiten unserer Volksgruppe gedenken: Wenzel Jaksch. „Dieser Sohn des Böhmerwaldes war geprägt von entscheidenden moralischen Maßstäben, die wir heute noch dringend brauchen: dem Streben nach sozialer Gerechtigkeit, dem leidenschaftlichen Bekenntnis zur Demokratie, dem kämpferischen Einsatz für ein geeintes Europa sowie der Hingabe an Frieden und Versöhnung.  Ohne ihn wäre die Volksgruppe nach der Katastrophe der Vertreibung niemals zu jener demokratischen Einheit in Vielfalt geworden, die sie heute zu einem wertvollen Faktor im Herzen Europas macht“.

 

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